Auto : Das Problem heißt Batterie

Die Großen forschen, um Akkupacks zu optimieren

Bei aller Freude über die ersten serienreifen Personenwagen: Der Durchbruch von Elektroautos aller Größe steht und fällt mit der Fähigkeit der Batterie, möglichst viel Energie auf möglichst kleinem Raum zu speichern. Und genau das ist immer noch das Problem. Um beispielsweise einem Mercedes-Actros-Lkw eine branchenübliche Reichweite von 3000 Kilometer mit einem Elektroantrieb zu verschaffen, müsste der „Akku“ ein Volumen von 26 Kubikmetern haben, und er würde 52 Tonnen wiegen.

Doch die Sache entwickelt sich: War noch vor einiger Zeit ein Nickel-Metallhydrid-Akkupack für 30 Kilometer Reichweite 300 kg schwer, so ermöglicht heute eine halb so schwere Lithium-Ionen-Batterie 100 Kilometer Reichweite. In den kommenden zehn Jahren kann das Volumen derzeitiger Akkupacks Mercedes-Technikern zufolge um 40 Prozent verringert werden und die Energiedichte um 30 Prozent wachsen.

Reichweite ist jedoch nicht alles. Es geht auch um Alltagstauglichkeit, Langlebigkeit sowie natürlich um die Kosten. Was nutzt ein hochgezüchteter Akku, der nach wenigen Ladezyklen seinen Geist aufgibt? Das trifft gegenwärtig auf die neuartigen Lithium-Polymer-Akkus zu; da muss noch viel Forschungsarbeit investiert werden. Mercedes-Techniker peilen eine Haltbarkeit von zehn Jahren an. Und die Kosten der Energiespeicher? Beim Elektro-Smart (2011 startet die dritte Generation, die mit einer vollen Batterie 135 Kilometer weit kommen soll) macht die Lithium-Ionen-Batterie 40 bis 50 Prozent der Gesamtkosten aus.

Noch stecken in E-Autos von Mercedes teure Zellen aus Korea und aus den Vereinigten Staaten. Das wird sich ändern: Mehr als 600 Patente zu batteriebetrieben Fahrzeugen hat Daimler bislang angemeldet; davon über 230 auf dem Gebiet der Lithium-Ionen-Technologie. Ab 2012 kommen Batteriezellen aus dem sächsischen Kamenz, wo der Stuttgarter Autobauer Daimler mit dem Essener Mischkonzern Evonik ein Batteriewerk baut, das jährlich bis zu acht Millionen hochmoderner Lithium-Ionen-Zellen produzieren soll. Zum Verständnis: Ein E-Auto benötigt 100 solcher Zellen. Damit können Batteriekosten gesenkt werden. rr

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