Auto : Das wird schon

Der erste Vollhybrid von BMW: Bis 60 km/h kann er rein elektrisch fahren

Eric Metzler
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BMW Group MediaPool

Jedes besondere Auto hat einen magischen Moment. Beim 911, wenn der Turbo einsetzt; beim kommenden Mercedes SLS, wenn sich die Flügeltüren in den Himmel recken; beim Mazda-Wankel RX-8, wenn der Motor oberhalb der 6000 Umdrehungen noch mehr und mehr auf Touren kommt. Beim ersten Vollhybrid von BMW ist der magische Moment unspektakulär, aber nicht weniger beeindruckend. Knapp unter Tempo 60 zeigt der X6, was er anderen Achtzylindern voraus hat: Die Drehzahl sackt urplötzlich auf null. Der Motor ist nicht mehr zu hören. Das Auto gleitet still und ruhig vor sich hin. Elektrisch. Einen Kilometer weit trägt uns dieser fabelhafte Zustand, im besten Falle sogar gut anderthalb. Je nachdem, wieviel Saft das Akku-Pack unter dem Kofferraum in petto hat; je nachdem also, wie gut die Batterie auf der vorherigen Fahrstrecke mit Strom versorgt wurde.

Die Magie liegt zum einen in der Technik an sich, natürlich. Ein Hybrid, die Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb, ist trotz (oder gerade wegen) des Prius immer noch etwas Besonderes. Etwas Zukünftiges. Aber die Magie bei Tempo 60 liegt auch in der fühlbaren Erkenntnis, mit dem eigenen Fahrstil über die Effizienz der Veranstaltung entscheiden zu können: Fahre ich vorausschauend statt ruckhaft, mit Gefühl aber ohne Blei im rechten Fuß, dann kommt dies dem Prinzip eines Hybriden im allgemeinen und des X6 im Speziellen entgegen. Die beiden 91 und 86 PS starken) Elektromotoren, die BMW ins Getriebe integriert hat, erledigen dann ihren Job am effektivsten, Strom für den Antrieb zu generieren. Sie nehmen Energie auf, die beim Schub und beim Bremsen frei wird. In der Nickel-Metallhydrid-Batterie (Kapazität: 2,4 Kilowattstunden) wird das Ganze gespeichert und je nach Fahrsituation genutzt: Für das rein elektrische Anfahren nach dem Drücken des Startknopfes; im Duo mit dem Verbrenner zur sagenhaften Drehmomentsteigerung bis auf theoretische 780 Newtonmeter; oder zum eingangs gelobten Segeln im E-Betrieb. Die Übergänge dieser Modi sind sanft; der Verbrauch sinkt quasi unmerklich. Im Schnitt liegt die Ersparnis gegenüber dem X6 5.0i bei 20 Prozent. Laut Liste kommen gute Fahrer mit unter elf Litern hin – bei einer Systemleistung von 485 PS. Damit ist und bleibt der X6 trotz der dezenten Leiste mit dem Schriftzug Active Hybrid eine Wuchtbrumme, über deren Sinn sich trefflich streiten lässt. Unbestritten ist es BMW aber gelungen, eine starke Antwort zu geben auf die bohrenden Fragen nach einem „echten“ Premium-Hybriden aus und für Deutschland. Dass man dabei mit Mercedes kooperiert hat (der in den USA verkaufte ML-Hybrid basiert auf derselben Technik), macht die Sache nicht schlechter, im Gegenteil. Im Laufe der Jahre wird die Hybrid-Technik auch in niederen Klassen Einzug halten – dann sicherlich mit einem Preisaufschlag, der volkstümlicher ausfällt als beim X6: Hier kostet die Hybridversion mit 102 900 Euro satte 25 000 Euro mehr als der 5.0i – wobei die komplette Vollausstattung beim Hybriden mit drin ist. Immer.

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