Dekra Safety Check 2008 : Jung in Alt - mit Sicherheit

Die Dekra nimmt zur Urlaubssaison kostenlos die Autos von jungen Fahrern unter die Lupe.

Kerstin Heidecke

„Also Leute, bringt Eure ‚Mühlen’ zum Sicherheits-Check“, ist Wolfgang Tiefensees Appell an junge Fahrer. Denn der Verkehrsminister ist Schirmherr der bundesweiten Kampagne „Dekra Safety Check 2008“. Gerade hat er knallharte Strafen für Raser und Drängler angekündigt. Aber anständiges Fahren ist das eine, die Sicherheit der Fahrzeuge das andere. Acht Jahre alt sind Autos auf bundesdeutschen Straßen im Durchschnitt. In Berlin haben die Wagen im Schnitt sogar zehn Jahre auf dem Buckel. Besonders Fahranfänger starten oft mit einem alten Gebrauchten. Und viele der Fahrzeuge haben es in sich – nämlich etliche Mängel. Und mehr als die TÜV-Pflichtuntersuchung gibt das Portemonnaie selten her. Die Dekra prüft deshalb, pünktlich zur Urlaubssaison, vom 2. Juni bis 12. Juli, kostenlos die Autos von 18- bis 25-jährigen Fahrern – im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion mit Deutschem Verkehrssicherheitsrat und Deutscher Verkehrswacht

Die Altersgruppe ist mit Abstand die mit dem größten Unfallrisiko. Mehr als 84000 junge Männer und Frauen sind im Jahr 2006 verunglückt, 1011 von ihnen kamen dabei ums Leben. Schuld waren nicht nur mangelnde Fahrpraxis und größere Risikobereitschaft, sondern auch Defekte an den Fahrzeugen. „Bei so alten Autos reicht die TÜV-Untersuchung alle zwei Jahre nicht aus. Auch in der Zwischenzeit geht immer mal etwas kaputt“, sagt Carsten Bräuer, Leiter der Dekra-Niederlassung in Reinickendorf.

Und das in dramatischem Umfang. 37000 Mängel haben die Dekra-Teams im vergangenen Jahr beim Safety Check für junge Fahrer festgestellt, 20000 davon betrafen wichtige Bauteile wie Räder, Reifen, Fahrwerk und Bremsen. Damit kamen auf jedes der bundesweit getesteten 14000 Fahrzeuge etwa 2,5 defekte Teile. Nur die Hälfte der getesteten Wagen war mit Airbag, ABS oder ESP ausgestattet.

Auch die Berliner Dekra-Teams hatten in ihren drei Niederlassungen in Reinickendorf, Tempelhof und Hohenschönhausen mit 1000 Fahrzeug-Checks gut zu tun. Bräuer rechnet damit, dass in diesem Jahr mindestens genauso viele junge Leute mit ihrem Wagen vorbeikommen. „Mit dem Mängelkatalog, den wir erstellen, können sich die Jungfahrer darauf einstellen, wann welches Teil wirklich fällig ist, welche Kosten auf sie zukommen und wann man vielleicht die Oma animieren sollte, etwas ins Auto-Sparschwein zu tun.“ Dabei übernimmt die Dekra nur die Prüfung. Mit der Reparatur müssen die Fahrer dann zu ihrer Werkstatt. Wichtig für alle, die zum Safety Check gehen: Wenn Mängel festgestellt werden, wird die vorhandene Prüfplakette nicht aberkannt.

Mehr sichere Fahrzeuge, Fahrtrainings, drakonische Strafen für Raser oder Aufklärungskampagnen wie „Runter vom Gas“ mit den fiktiven Todesanzeigen an der Autobahn – das Ziel ist klar: Weniger Unfälle, weniger Schwerverletzte, weniger Tote.

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