Der Alfa Romeo 147 : Macker mit Macken

Alfa-Fahrer brauchten schon immer eine hohe Leidensfähigkeit. Der Blick auf die formschönen Autos muss oft über die technischen Unzulänglichkeiten hinwegtrösten. Dass Werkstätten die besten Freunde von Alfa-Besitzern sind, ist leider kein Klischee. Das gilt auch für den 147.

Schön, aber alles andere als robust: Der Alfa Romeo 147.
Schön, aber alles andere als robust: Der Alfa Romeo 147.Foto: Hersteller

Er ist sportlich, hat ein markantes Design - und anfällige Technik: Ab einem gewissen Alter kann der Alfa Romeo 147 seinen Besitzer wegen hoher Werkstattkosten teuer zu stehen kommen. Den Gebrauchtwagenkauf empfiehlt der TÜV nur, wenn das Auto vorher in einer Werkstatt einen ausführlichen Techniktest besteht.

Auch der ADAC ist von dem Kompaktmodell wenig begeistert: Zu den Mängeln zählt der Automobilclub gerissene Zahnriemen vor allem bei den Baujahren 2001 bis 2003, undichte Kraftstoffschläuche und -filter (Diesel von 2003) sowie kaputte Generatoren (Diesel von 2001/2002). Bei der Hauptuntersuchung fiel der Wagen außerdem durch ausgehängte Schaltgestänge und defekte Automatikgetriebe auf (2001/2002). Für Rückrufe sorgten marode Verstärkungsbügel an der Vorderachse (2003) sowie Verriegelungen an der Motorhaube und die Zusatzheizung bei Dieselfahrzeugen (2004).

Als Neuwagen gibt es den im Jahr 2000 gestarteten Alfa 147 seit 2010 nicht mehr, als ihn das Kompaktmodell Giulietta ablöste. In Deutschland wurde der Wagen zunächst als Dreitürer und einige Monate später auch als Fünftürer angeboten. 2004 und 2006 machte sich Alfa jeweils an eine leichte Modellpflege, bei der Änderungen an Front- und Heckpartie sowie auch im Cockpit vorgenommen wurden. Von 2003 bis 2005 war die Topversion Alfa 147 3.2 V6 24V GTA im Programm, unter deren Motorhaube ein Sechszylinder mit 184 kW/250 PS den sportlichen Anspruch des Modells verdeutlichte.

Starker Diesel von 2010

Neben dem Topaggregat kommen im 147 nur Reihenvierzylinder zum Einsatz. Bei den Benzinern decken sie eine Leistungsspanne von 77 kW/105 PS bis 110 kW/150 PS ab. Selbstzünder leisten je nach Baujahr und Ausführung zwischen 74 kW/100 PS und 125 kW/170 PS.

Teuerster 147 auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der kräftigste Diesel aus dem Baujahr 2010: Im Schnitt kostet dieser Selbstzünder, der Alfa 147 1.9 JTDM 16V Veloce, laut der Schwacke-Liste 14.300 Euro, bei einer angenommenen Laufleistung von 38.100 Kilometern. Für rund 7450 Euro sollte die Version 1.9 JTD 16V M-Jet DPF Progression mit 110 kW/150 PS von 2006 zu haben sein. 101.900 Kilometer hat ein solches Fahrzeug im Mittel auf dem Tacho stehen. Gut 12.450 Euro müssen für einen Alfa 147 1.6 TS 16V 120 Veloce von 2010 eingeplant werden. Sein Benziner leistet 88 kW/120 PS und hat in diesem Alter nach Auskunft von Schwacke im Schnitt 29.150 Kilometer hinter sich. (dpa)

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

6 Kommentare

Neuester Kommentar