Auto : Der Dutzendsassa

Ein Auto, das aussieht wie ein Frosch vor dem Absprung – was hat sich Nissan bloß dabei gedacht? Nissan nennt den Juke „Baby-Crossover“. Heißt das, die Technik steckt noch in den Kinderschuhen? Alles gut und schön – aber am Ende des Tages steht die Frage, ob wir so einen im Ernstfall kaufen würden

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Vor allem das, was man von guten Geschäftsleuten erwarten darf: Wenn eine Idee Erfolg haben soll, muss sie anders daherkommen als die alten Zöpfe. Und der Urheber muss selbst von seinem Ding überzeugt sein. Oder zumindest so tun. Auf die Japaner trifft beides zu. Von ihrem Rezept des Crossover, bei dem die verschiedensten Auto-Stile munterst durcheinandergeschüttelt und zu einem eigenständigen Modell vergossen werden, sind sie derart überzeugt, dass sie uns mit großen unschuldigen Augen anschauen, wenn wir sie auf dröge, aber reinrassige Alt-Nissans wie Almera oder Primera ansprechen. Nein, mit diesen Langweilern hat man abgeschlossen, man trampelt auf neuen Pfaden, seit man den Qashqai hat.

Nicht umsonst wird dieser Bestseller nach Übersetzung seines eigenwilligen Titels „Stadtkrieger“ geheißen. Er war Nissans erster Crossover, ein bisschen SUV, ein wenig Kombi. Vom Erfolg ihres Mischlings (weltweit eine halbe Million Verkäufe!) sind die Asiaten regelrecht euphorisiert. Nur damit lässt sich die Traute erklären, den Juke noch heftiger zu quirlen: Man nehme ein Kompaktauto, baue ihn hoch wie einen SUV, zeichne die Dachlinie eines Sportwagens und zitiere am Heck einen Kombi. Das genau ist der Juke und das genau passt in die Zeit: Von allem ein wenig und vor allem nichts richtig. Nissan ist also gar nicht so mutig, wie der Frosch auf dem Sprung vermuten lässt. Nissan baut schlicht (auf) den Zeitgeist.

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