• Der Hyundai i10 und Grand Santa Fe: Klein und groß – Hyundais Extreme aus der Nähe

Der Hyundai i10 und Grand Santa Fe : Klein und groß – Hyundais Extreme aus der Nähe

Gegensätze im Test: Kleinstwagen i10 und SUV Grand Santa Fe sind die Eckpfeiler im Angebot der Koreaner. Wie schlagen sich die beiden?

von
Stadtwagen: Den kleinen Hyundai i10 gibt es ab 9950 Euro.
Stadtwagen: Den kleinen Hyundai i10 gibt es ab 9950 Euro.Foto: Promo

Kaum noch zu glauben: Noch vor wenigen Jahren rümpften beim Namen Hyundai viele die Nase. Seitdem hat sich viel getan bei den Koreanern: Zuverlässigkeit, Qualität und Design erreichten ein neues Niveau. Den Hersteller machte das zu einer ernsthaften Alternative zu den Platzhirschen, vor allem bei den Kleinen und Kompakten sowie den kleineren SUV. Geadelt wurde Hyundai auf der Internationalen Automobilausstellung 2011 ausgerechnet von VW-Chef Martin Winterkorn, als der im Innenraum Platz nahm und attestierte: „Da scheppert nix.“ Würde man nicht wissen, dass ein Konzernchef nicht absichtlich die Konkurrenz stärkt – man hätte eine virale Werbekampagne vermuten können

Hyundai ist Vollsortimenter, auch wenn man Sportwagen und Luxuslimousinen aus Korea hierzulande eher selten auf der Straße sieht. Für uns war das Grund, nachzusehen, was die Koreaner in den Extremen des Angebots zu bieten haben: den i10 und das fast fünf Meter lange SUV Grand Santa Fe. Fangen wir mit dem i10 an: Mit 3,66 Metern Länge ist er etwa zehn Zentimeter länger als ein VW Up. Ab 9950 Euro gibt es den kleinen Koreaner, mit 67 PS unter der Haube, inklusive Zentralverriegelung und fünf Türen. Für einen Tausender mehr gibt es in der sogenannten Classic-Variante noch eine Klimaanlage und ein CD-Radio samt Lautsprechern dazu. Für einen vergleichbar ausgestatteten Skoda Citigo muss man mindestens einen Tausender mehr ausgeben.

Der i10 stößt an seine Grenzen

Innen bietet der i10 vollverkleidete Flächen sowie ein zweifarbiges Armaturenbrett. Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse ist das beheizbare Lenkrad, das bei gehobener Ausstattung mitgeliefert wird. Man fühlt sich gleich wohl in dem kleinen Stadtflitzer. Das Getriebe ist knackig, die Gangwechsel gehen leicht von der Hand. Der 67-PS-Dreizylinder ist ausreichend spritzig beim Anfahren und spielt gut mit bis Landstraßentempo. Zudem ist der Wagen sehr wendig. Besonders überrascht der i10 mit seiner guten Geräuschdämmung und mit relativ viel Platz auf den Rücksitzen.

Aber: Auf längeren Fahrten nerven die harte Ellenbogenauflage sowie das bescheiden klingende CD-Radio-System. Und Hartplastik ist selbst in bunter Ausführung nicht jedermanns Sache. Da wirkt manchmal lackiertes Metall im Cockpit noch hochwertiger und schicker. Auch der Vortrieb stößt an Grenzen: Hat man in den fünften Gang hochgeschaltet, wird die Fortbewegung sehr träge. Mit leichtem Gasfuß und ausgeschalteter Klimaanlage erreichten wir im gemischten Verkehr einen Verbrauch von 5,6 Liter Super auf 100 Kilometer. Das ist etwa ein Liter mehr als nach EU-Norm ermittelt. Dennoch: Der Gesamteindruck ist positiv, als Stadtflitzer macht der i10 eine gute Figur.

Mit rund zwei Tonnen wiegt der Hyundai Grand Santa Fe knapp doppelt so viel wie der kleine Stadtwagen i10. Die beiden dokumentieren den Anspruch des Herstellers, alle Fahrzeugklassen abzudecken.
Mit rund zwei Tonnen wiegt der Hyundai Grand Santa Fe knapp doppelt so viel wie der kleine Stadtwagen i10. Die beiden...Foto: Promo

Der Santa Fe verlangt Intuition

Das größtmögliche Gegenteil in Hyundais Modellpalette ist der Grand Santa Fe. Mit zwei Tonnen Gewicht ist er etwa doppelt so schwer wie der i10 und mit 4,91 Metern Länge überragt er den Kleinen um weit mehr als einen Meter. Serienmäßig fährt er als Sechs- oder Siebensitzer vor, die dritte Sitzreihe lässt sich im Laderaum versenken. Dann stehen großzügige 634 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Wird auch noch Reihe zwei flachgelegt, dann vergrößert sich das Volumen sogar auf 1842 Liter. Insgesamt vermittelt der Innenraum einen sehr luftigen Eindruck. Kein Wunder bei diesem Trumm von einem Auto.

Allerdings wirkt der Grand Santa Fe nach vorne hin etwas unübersichtlich und verlangt nach Intuition beim Befahren kleiner Straßen. Beim Einparken helfen zum Glück die serienmäßigen Sensoren vorne und hinten. Bereits die weniger noble Style-Version für 45 600 Euro ist sehr gut ausgestattet, mit Klimaautomatik, beheiztem Lenkrad, ebensolchen Ledersitzen, Audiosystem, Tempomat, Xenon-Licht und noch einigem mehr. Wer gut 5000 Euro mehr zahlt, bekommt die Premium-Variante, mit Navigationssystem, elektrischer Heckklappe und elektrisch verstellbaren Vordersitzen. Zum Vergleich: Der günstigste VW Touareg kostet 5000 Euro mehr als der Grand Santa Fe Style, bei schlechterer Ausstattung. Und von einer dritten Sitzreihe kann man beim Touareg nur träumen.

Allradantrieb für schweres Gelände

Allerdings liefert Hyundai den Grand Santa Fe nur mit einem einzigen Motor aus: einem 2,2-Liter-Diesel, der 197 PS und bullige 436 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt. Im Zusammenspiel mit der serienmäßigen 6-Gang-Automatik ergibt sich ein sehr harmonisches Gespann, das den Familien-SUV in recht flotten 10,3 Sekunden auf 100 Stundenkilometer wuchtet und bis Tempo 200 angemessen anschiebt. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 7,6 Liter Diesel an. In der Realität dürften es aber eher ein bis zwei Liter mehr sein. Dafür ist man mit Allradantrieb auch für schweres Gelände gerüstet. Der Grand Santa Fe, ein Allrounder, ohne Schwächen, aber auch ohne besondere Glanzpunkte.

Hyundais Extreme definieren damit ihre Klassen zwar nicht neu. Aber beide sind Angebote, die einiges an Auto fürs Geld bieten. Außerdem gibt Hyundai fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Auch das kann im Zweifelsfalls wertvoll sein.

Die großen Vier hängen alle ab
Der VW Golf als Verkaufsschlager - statt Leser-Votings braucht es da nur einen Blick auf die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes 2013, um zu erkennen: Der Wolfsburger war auch im letzten Jahr Liebling der deutschen Autokäufer, führte die Statistik mit 244 249 Verkäufen segmentübergreifend mit weitem Abstand an. Auch auf den folgenden Plätzen landen erwartungsgemäß die großen Hersteller.Weitere Bilder anzeigen
1 von 46Foto: promo
04.02.2014 14:18Der VW Golf als Verkaufsschlager - statt Leser-Votings braucht es da nur einen Blick auf die Neuzulassungsstatistik des...



Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben