Der neue Ford C-Max : Der Familienfreund flüstert nun

Ford geht unter die Leisetreter und macht seinen Van C-MAX nun zum Flüsterer. Vor allem profitiert der beliebte Van aber von einer vielfältigen technischen Aufrüstung. Die Heckklappe schließt und öffnet automatisch, er parkt selbst ein und der Schlüssel kann das Tempo drosseln.

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Ein bisschen Aston Martin hat Ford seinem Familien-Van ins Gesicht gezeichnet. Die noch markanter gestaltete Frontpartie und der großzügig dimensionierte Kühlergrill fallen auf.
Ein bisschen Aston Martin hat Ford seinem Familien-Van ins Gesicht gezeichnet. Die noch markanter gestaltete Frontpartie und der...Foto: promo

Nun also auch der C-MAX. Ford hat mit der jüngsten Überarbeitung seinem Familien-Van nach Fiesta und Focus ebenfalls den Aston-Martin-Grill spendiert. Willkommen in der Ford-Familie. Dass der C-MAX noch auf der alten Plattform aufbaut, sieht man nur bei einem Blick auf die Waage: Er hat nicht abgespeckt. Macht aber nichts, denn Ford hat vieles verbessert, um den Freund der Familie dennoch sparsamer zu machen. Dazu leiser, komfortabler und einfacher bedienbar.

Viele neue Helferlein

Gleichzeitig werten jede Menge Fahrerassistenzsysteme das Auto auf. So kann der Einpark-Assistent nicht mehr nur in parallel zur Straße liegende Parklücken automatisch einparken. Nun fährt er dank zweier zusätzlicher Ultraschallsensoren im Heckbereich selbstlenkend auch in Parkboxen, die quer zur Straße liegen. Hilfreich ist auch das Cross-Traffic-Alert-System, welches mittels eines bis zu 40 Meter weit reichenden Radars vor gefährlichem Querverkehr beim Ausparken warnt. Der Auspark-Assistent ist hilfreich: Nachdem der Fahrer die Auspark-Richtung (rechts oder links) bestimmt hat, lenkt das System automatisch, der Fahrer muss nur noch Bremse und Gaspedal betätigten.

Erstmals für den Ford C-MAX angeboten wird die sensorgesteuerte Heckklappe. Sie reagiert auf eine Fußbewegung unterhalb des hinteren Stoßfängers, und schwingt dann von alleine auf.
Erstmals für den Ford C-MAX angeboten wird die sensorgesteuerte Heckklappe. Sie reagiert auf eine Fußbewegung unterhalb des...Foto: promo

Ford hat auch sein Notbremssystem Active City Stop verbessert. Erkennt das System über Sensoren in der Fahrzeugfront Autos, die in Fahrtrichtung auf der Straße stehen, löst es ein Warnsignal aus und schärft die Bremsen pro-aktiv vor. Bleibt eine entsprechende Reaktion des Fahrers aus, bremst Active City Stop automatisch. Im überarbeiteten C-MAX funktioniert das Sicherheitssystem nun bis 50 statt wie bisher nur bis 30 km/h.

Ebenfalls neu ist die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage ACC (Adaptive Cruise Control). Sie hält eine zuvor eingestellte Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug konstant bei – auch dann, wenn der Vordermann die Geschwindigkeit unterschreitet. In Fällen, in denen ACC deaktiviert ist, kann der Fahrer über den Distanzwarner den Abstand zum Vordermann einstellen. Wird dieser unterschritten, wird eine dreistufige optische Warnung – von Grau über Gelb bis Rot – aktiviert.

Die Qual der Wahl

Richtig aufgefrischt hat Ford die Motorenpalette. Betagte 1,6-Liter-Aggregate flogen raus und wurden durch neue Turbo-Direkteinspritzer mit 1,5 Litern Hubraum ersetzt. Dies mindert den Verbrauch im besten Fall um 20 Prozent. Die schnellste Modellversion schafft 213 km/h, die sparsamste verbraucht nur noch 3,8 Liter. Mit nun zehn Triebwerken nach Euro-6-Norm ist garantiert für jeden der passende Motor im Angebot. Ein solch breites Angebot an Motoren sucht man ansonsten in dieser Klasse vergebens. Es handelt sich um fünf Benziner mit 85, 100, 125, 150 und 182 PS sowie um fünf Diesel mit 95, 105, 120, 150 und 170 PS. Bis auf den Basis-Benziner haben alle die Kraftstoff sparende Start-Stopp-Automatik serienmäßig an Bord.

Umfassend entrümpelt wurde die Mittelkonsole, die jetzt endlich nicht mehr in der Knöpfchenflut ertrinkt.
Umfassend entrümpelt wurde die Mittelkonsole, die jetzt endlich nicht mehr in der Knöpfchenflut ertrinkt.Foto: promo

Die beiden großen Benziner können mit einer Sechsstufen-Wandlerautomatik für 1750 Euro Aufpreis geordert werden, für die beiden großen Diesel steht eine Doppelkupplungsautomatik mit sechs Gängen für ebenfalls 1750 Euro zur Wahl.

In der Praxis

Wir sind den überarbeiteten C-MAX zum einen als Fünfsitzer mit dem neuen 1,5 Liter großen Ecoboost-Vierzylinder mit 150 PS (ab 23 100 Euro) und zum anderen als Grand C-MAX mit sieben Sitzen mit dem neuen 1,5 Liter großen TDCI-Diesel mit ebenfalls 150 PS (ab 27 100 Euro) gefahren – und waren von beiden Triebwerken sehr angetan. Der vibrationsarme Turbo-Benziner schiebt die Fuhre leise und ohne großes Zögern kräftig an. Dabei harmoniert er gut mit der sauber rastenden Sechsgang-Schaltung, deren Hebel griffgünstig zur Hand liegt. Doch der Benziner hat einen starken Kontrahenten im eigenen Hause: Dank des höheren und früher anliegenden Drehmoments gibt sich der erfreulich kultiviert agierende Diesel noch druckvoller und animiert so zu schaltfauler Fahrweise. Der optimale Motor für die lange Strecke, der mit fünf Liter gefahren werden kann. Beim Benziner muss man mit gut zwei Litern mehr rechnen.

Motorhaube, Kühlergrill und Scheinwerfer wirken nun moderner lassen den technologischen Anspruch des Multifunktionsfahrzeugs erkennen.
Motorhaube, Kühlergrill und Scheinwerfer wirken nun moderner lassen den technologischen Anspruch des Multifunktionsfahrzeugs...Foto: promo

Was bei beiden Modellen bereits nach wenigen Kilometern auffällt, ist der verbesserte Geräuschkomfort. Hier ist den Ford-Leuten ein großer Sprung gelungen: Der Familienfreund flüstert nun, und so macht ein Plausch im C-MAX große Freude. Der Aufwand hat sich also gelohnt, wie beispielsweise optimierte Dichtungen an der Heckklappe und am Rückspiegel. Dazu eine verbesserte Schallisolierung des Motorraums. Ein neu abgestuftes Zweimassen-Schwungrad reduziert Schütteltendenzen und modifizierte Motoraufhängungen schlucken Schwingungen, wenn der Motor an einer Ampel von der Start-Stopp-Automatik wieder gestartet wird.

Verlängert und entrümpelt

Das Fahrwerk bekam neue Dämpferventile und steifere Buchsen. Das reicht, um weiter ganz vorn mitzufahren. Gehörte der C-MAX doch schon zuvor zu den Agilsten seiner Art; das Richtige für den dynamischen Papi – wenn er mal allein unterwegs sein sollte. Interessant: Der Grand C-MAX fährt sich eindeutig souveräner als das kürzere Modell. Klar, Länge läuft eben. Die Verlängerung kostet zwar 1500 Euro extra, doch dafür gibt’s 14 Zentimeter mehr Auto, zwei praktische hintere Schiebetüren, einen bis zu 1867 Liter großen Kofferraum ( statt 1723 Liter beim normalen) und die Option auf eine dritte Sitzbank für 760 Euro. Ganz hinten können aber nur die Kids sitzen. Dafür ist die zweite Reihe längs verschiebbar, eine praktische Sache.

Im Innenraum hat Ford auch beim C-MAX das unübersichtliche Cockpit mit der gleichen Konsequenz entrümpelt wie schon zuvor beim Focus. Keine Tastenflut mehr, keine Minimonitore mit schlechter Kartendarstellung. Und nun besitzt auch der Familien-Van das neue Infotainmentsystem Sync2. Das lässt sich dank einfacher Menüstruktur auf dem großen Berührungsbildschirm mit einer Diagonalen von 20,3 Zentimetern leicht bedienen. Oder man sagt seine Wünsche einfach an. Das klappt prima.

Familienfreundlich ist beim C-Max nicht nur das Platzangebot, sondern auch die vielseitigen Schutz- und Assistenzsystemen. Ab der Ausstattungslinie Ambiente zählen hierzu sechs Airbags, das MyKey-System, das Reifendruckkontrollsystem TPMS, die dynamische Drehmomentverteilung Torque Vectoring Control und der Berganfahr-Assistent.
Familienfreundlich ist beim C-Max nicht nur das Platzangebot, sondern auch die vielseitigen Schutz- und Assistenzsystemen. Ab der...Foto: promo

Dazu gibt es noch ein Update in Sachen Alltagstauglichkeit. Das neu geformte Ablagefach in der Mittelkonsole bietet mehr Stauraum und besitzt eine längs verschiebbare Armablage. Die Konsole kann jetzt gleichzeitig eine Einliter-Wasserflasche und einen 0,4-Liter-Getränkebecher aufnehmen. Die tiefer ausgeformte Ablage im oberen Teil des Armaturenträgers bietet mehr Platz für Kleinkram und wartet außerdem mit einer USB-Buchse zum Anschluss und Laden mobiler Geräte auf.

Preise und Extras

Beim Ford-Händler steht der überarbeitete C-MAX ab Mitte Mai. Die Preise beginnen bei 17 850 Euro für den Basis-Benziner mit 85 PS in der Basisausstattung Ambiente, der Grand C-MAX mit hinteren Schiebetüren und dem 100-PS-Dreizylinder ist ab 20 450 Euro erhältlich. Wer sich schnell entschließt, kann eine Menge Geld sparen. Ford bietet ein Einführungsangebot für den mehrfach ausgezeichneten EcoBoost-Dreizylinder an, das zunächst für drei Monate gilt: So wird der C-MAX Ambiente mit der 100-PS-Variante zum Aktionspreis von 16 490 Euro offeriert, der identisch motorisierte Grand C-MAX kostet 1500 Euro mehr. Inklusive serienmäßiger Klimaanlage und Audiosystem darf sich der Käufer in beiden Fällen so über einen Preisvorteil von 3610 Euro freuen. Der günstigste Diesel 1.5 TDCi mit 95 PS kostet 21 050 Euro, das Topmodell mit 170 PS und PowerShift-Doppelkupplungsgetriebe ist in der zweithöchsten Ausstattung Trend ab 29 850 Euro zu haben.

Neu in dieser Klasse ist die sensorgesteuerte Heckklappe. Sie klappt automatisch elektrisch hoch, wenn man mit dem Fuß unter die Heckstoßstange „tritt“. Dieses Komfortextra kostet 700 Euro, und zwar in Verbindung mit dem schlüssellosem Zugangssystem, mit dem zugleich die erwachsenen Kids auf elektronische Weise an die Leine genommen werden können: Im Schlüssel lässt sich ein Tempolimit programmieren. Auch da erweist sich der überarbeitete C-MAX als Familienfreund. Ob dieses Extra die Führerschein-Jugendlichen jedoch auch so freuen wird wie den Familienvorstand?

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