Der neue Golf von Volkswagen : Des Volkes Wagen?

Seit diesem Wochenende kommt der neue Golf zu den Händlern. Dieses Auto steht mal wieder für sich selbst. Und dennoch wirft es einige Fragen auf, wie unsere Testfahrt zeigt.

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Alles Highline: Der neue VW Golf lässt sich aufrüsten wie ein Premium-Fahrzeug. Dann haben die Kosten allerdings auch kaum mehr etwas mit dem Basispreis von knapp 17 000 Euro zu tun.
Alles Highline: Der neue VW Golf lässt sich aufrüsten wie ein Premium-Fahrzeug. Dann haben die Kosten allerdings auch kaum mehr...Foto: Hersteller

Plopp! Das satte Schließgeräusch der Tür im Kompaktauto klingt nach Oberklasse. Willkommen zu Hause. Alles wirkt vertraut im siebten Golf – und doch irgendwie auch neu. Die Bedienelemente und Schalter sind eben genau dort, wo man sie erwartet. Das Armaturenbrett in Grundzügen das alte, aber sehr viel feiner; mit liebevollen Details. Die nun weiß hinterleuchteten Instrumente könnten auch einen dreimal so teuren Phaeton zieren. Das Handschuhfach ist mit mustergültig verlegtem Filz ausgeschlagen. Ebenso fein ausgekleidet sind die riesigen Türfächer für 1,5-Liter-Flaschen. Knackscharf wie ein iPhone zeigt das Farbdisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser seine Infos. Klar, wir fahren das Topmodell Highline. Doch selbst da verlangt VW für das tolle Display noch 150 Euro Aufpreis.

Fahren wir los mit dem VW Golf Highline 1.4 TSI BlueMotion Technology mit der weiterentwickelten Siebengang-Doppelkupplungsautomatik und vielen Fahrassistenzsystemen, die erstmals bei einem Golf an Bord sind. Die schöne neue Welt im Golf VII hat ihren Preis, der um Welten höher liegt als die attraktiven 16 975 Euro für das Basismodell mit 85 PS und nur zwei Türen. 27 525 Euro pur und gar 36 350 Euro mit allen an Bord befindlichen Extras kostet das gute Stück.

Neuer Antrieb überrascht

Noch Fragen? Die haben wir schon bei unserer Testfahrt. Das riesige Navi, das gleichzeitig Infozentrale für alles Mögliche ist, lässt sich so intuitiv wie ein iPhone bedienen. Es bietet, wenn entsprechend viele Fahrassistenzsysteme geordert wurden, reichlich Raum für den Spieltrieb des Mannes. Wohl auch deshalb besitzt die Bedienungsanleitung nun 412 statt 363 Seiten. Muss das sein? Und warum sitzt das Display so tief? Im neuen Audi A3, der neuen Mercedes A-Klasse und im neuen BMW Einser ist das besser gelöst. Und warum sind die Sichtfelder der Außenspiegel so vergleichsweise klein geraten? Bloß gut, dass auch Golf Nummer sieben ein übersichtliches Auto geblieben ist. Die Sitze, mit Massagefunktion, sind Spitze, sie tragen das Gütesiegel „Aktion Gesunder Rücken“, wie schon seit ein paar Jahren die von Opel. Aber warum kriegt man die nur, wenn man beim Highline in der VW-Preisliste für 280 Euro den Punkt „ergoActive-Sitz“ angekreuzt hat?

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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