• Der neue Mazda2 - Ein japanischer Kleinwagen fährt gegen den Downsizing-Trend an

Der neue Mazda2 : Trifft ins Schwarze

Mazda geht auch im Kleinwagenbereich unbeirrt seine eigenen Wege. Kein Downsizing, dafür progressives Design - bisher ein Weg zum Erfolg.

Frank Wald
Lange Haube, selbst beim Kleinen: Beim Design bleiben sich die Japaner treu. Aber der neue Mazda2wirkt nicht nur größer, er ist auch auch ganze 14 Zentimeter gewachsen.
Lange Haube, selbst beim Kleinen: Beim Design bleiben sich die Japaner treu. Aber der neue Mazda2wirkt nicht nur größer, er ist...Foto: promo

Im Grunde geht es zwar nur um ein Auto. Doch wenn Mazda ein neues Modell vorstellt, ist auch schnell von japanischer Philosophie und Metaphorik die Rede. Ein gerne zitiertes Bild des Herstellers aus Hiroshima ist „Jinbai Ittai“, die perfekte Einheit von Ross und Reiter, genauer gesagt, eines berittenen Bogenschützen, der im gestreckten Galopp den Pfeil ins Ziel schießt. Ist vielleicht nicht die ersten Assoziation beim Blick auf den neuen Mazda2, aber der Kleinwagen, der ab 27. Februar zu Preisen ab 12 790 Euro beim Händler steht, weiß sich durch harmonisches Design und stimmige Proportionen vom automobilen Einerlei abzuheben. Verantwortlich dafür ist Mazdas neue Designsprache Kodo („Seele der Bewegung“), eine weitere Nippon-Metapher, die Ästhetik, Eleganz und Dynamik der animalen Bewegung suggerieren soll. Erstmal erfolgreich umgesetzt beim Mazda6, kaum weniger auffällig beim aktuellen Mazda 3 fortgesetzt, dient es nun beim kleinsten Modell im Mazda-Portfolio als Schablone.

Der Kleinwagen kommt selbstbewusst daher. Sein energiegeladenes, sportliches Design soll klarstellen, dass man es nicht mit einem durchschnittlichen Vertreter seiner Klasse zu tun hat.
Der Kleinwagen kommt selbstbewusst daher. Sein energiegeladenes, sportliches Design soll klarstellen, dass man es nicht mit einem...Foto: promo

Wertiges Design, gute Ausstattung

Doch nicht nur optisch macht sich der Kleine groß. Mit 4,06 Meter Länge ist der nur noch als Fünftürer angebotene Mada2 um ganze 14 Zentimeter gewachsen. Zwischen den Achsen sind das ein Plus von acht Zentimetern, die innen ein großzügiges Raumgefühl, gerade auf den hinteren Plätzen, vermitteln. Interieur und Armaturen machen einen für die Klasse wertigen Eindruck, sehen sportlich und „erwachsen“ aus, sind übersichtlich und selbst erklärend.

Die Sitze sind bequem, bei schnellerem Spurwechsel lassen sie allerdings etwas an Seitenhalt vermissen. Der Kofferraum fasst 280 Liter, die über eine hohe Ladekante zu wuchten sind. Maximal lässt sich der Stauraum auf 950 Liter erweitern, eine 60:40 teilbare Rücksitzlehne ist aber erst ab der zweiten Ausstattungsversion Center-Line (ab 14 690 Euro) zu haben. Die ist ohnehin als Einstieg zu empfehlen, weil hier neben den elektrischen Helferchen für Türen, Fenster und Spiegel schon Tempomat, Klimaanlage, Audioanlage und Dreispeichen-Lederlenkrad dabei sind.

Für automobilen Komfort ab Werk sorgen dann in den beiden höheren Ausstattungen Exklusive (ab 15 690 Euro) und Sports-Line (ab 17 390 Euro) Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, CD-Audio plus zusätzlicher Lautsprecher und USB-Anschluss, 15- oder 16 Zoll-Alufelgen sowie Assistenzsysteme zum Spur halten, Einparken und das City-Notbremssyste. Voll-LED-Scheinwerfer kosten allerdings 650 Euro extra. Und für 900 Euro Aufpreis wird der Mazda2 Sports-Line sogar zum ersten Kleinwagen mit Headup-Display.

Der Mazda-Trend heißt Upsizing

Beim Antrieb umkurvt Mazda den aktuellen Downsizing-Trend zu kleinen, aufgeladenen Turbomotoren und setzt weiter auf seine Skyactiv-Technologie. Soll heißen, kleine leichte Saugmotoren mit Direkeinspritzung, extrem hoher Verdichtung und niedrigem Kraftstoffverbrauch. Für den Mazda2 haben die Ingenieure dafür einen 1,5 Liter-Vierzylinder-Benziner in drei Leistungsstufen sowie einen Vierzylinder-Diesel gleichen Hubraums mit 105 PS (77 kW) und 220 Nm Drehmoment entwickelt. Der Selbstzünder soll erst im Sommer nach Deutschland kommen und sich mit 3,7 Liter nach Norm begnügen.

Präzise und spritzig: Mazda stellt sich gegen den aktuellen Downsizing-Trend und bleibt seiner sportlichen Skyactiv-Technologie treu.
Präzise und spritzig: Mazda stellt sich gegen den aktuellen Downsizing-Trend und bleibt seiner sportlichen Skyactiv-Technologie...Foto: promo

Aber auch die Benziner, die mit 75 PS (55 kW), 90 PS (66 kW) oder 115 PS (85 kW) vom Start weg dabei sind, sollen sich allesamt mit Normverbräuchen zwischen 4,5 und 4,9 Liter zufrieden geben. Was sie in Wirklichkeit auf der Straße natürlich nicht tun. Die Basisversion kam bei unserer ersten Probefahrt nicht unter sechs Liter. Doch für den urbanen Alltag ist die Kombination aus laufruhigem Vortrieb und präzise schaltenden Fünf-Ganggetriebe durchaus gut gerüstet. Das Top-Triebwerk schließlich ist mit 8,7 Sekunden für den Standardsprint fast schon sportlich unterwegs und ist serienmäßig mit dem Bremsenergie-Rückgewinnungssystem aus dem Mazda6 ausgestattet.

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