Der neue Subaru Outback 2.0D Sport : Vier Augen sehen viel mehr

Die fünfte Generation von Subarus Geländekombi hat viel dazugelernt. Der Outback schaut nun präzise in die Ferne dank einer neuen Stereokamera. In der Nacht oder bei Nebel gibt es aber Grenzen.

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Das Crossover-Konzept von Subaru kombiniert den Komfort eines Pkw mit den Langstrecken-Eigenschaften sowie der Ladekapazität eines SUV. In der fünften Generation des Outback wurde dieser Ansatz weiter verfeinert und ausgebaut.
Das Crossover-Konzept von Subaru kombiniert den Komfort eines Pkw mit den Langstrecken-Eigenschaften sowie der Ladekapazität eines...Foto: promo

Eigentlich erfand Subaru den Gelände-Kombi. Die Idee dazu stammt aus den USA. Der dortige Importeur wollte den in den Staaten immer beliebter werdenden SUV etwas entgegen setzen. Um Entwicklungskosten und Zeit zu sparen, entschieden sich die Subaru-Ingenieure für ein Zwischending: Den allradgetriebenen Legacy-Kombi verwandelten sie in einen Outdoor-Kombi mit höherer Bodenfreiheit sowie robust wirkenden Anbauteilen – und benannten den Neuen nach dem australischem Outback.

Man schreibt das Jahr 1995. Die neue Gattung des Offroad-Kombis war geboren. Andere Hersteller sprangen auf diesen Mode-Zug auf. Zwei Jahre später erschien der nach dem gleichen Muster gestrickte Volvo V70 Cross Country. Damals dachte man bei Audi noch nicht an einen Allroad als der Offroad-Variante eines Kombis. Der erste dieser neuen Spezies, die heute eine weltweite Fan-Gemeinde haben, startete erst im Jahre 2000 als Audi allroad quattro. Heute gibt es in vielen Klassen solche „SUV auf halber Höhe“ wie beispielsweise die kompakten Seat Leon X-Perience oder den Skoda Octavia Scout.

Äußerlich hat sich wenig getan

Und ab sofort gibt es Subaru Outback in seiner fünften Generation zu kaufen. Na ja, so ganz neu ist der neue Outback eigentlich nicht. Äußerlich fällt die Überarbeitung nur Subaru-Kennern auf. Die Plattform bleibt die gleiche, allerdings sollen 60 Prozent aller Teile erneuert worden sein: Chassis, Aufhängung, Lenkung, Bremsen. Die bessere Verteilung hochfester Stähle macht das Auto 67 Prozent steifer und senkt den Schwerpunkt. Der Subaru Outback ist in seiner fünften Generation in der Länge um zweieinhalb und in der Breite um zwei Zentimeter gewachsen. Vorn sitzt man sehr kommod, hinten gut, und ganz hinten im Heck wächst der Kofferraum minimal von 526 auf 559 Liter, mit umgeklappten Rücksitzlehnen wächst das Volumen dann auf imposante 1848 Liter.

Ergänzend zum symmetrischen Allradsystem ist der neue Outback in der Lineartronic-Version mit dem X-Mode ausgestattet, das die Fahrleistung auf schlechten Straßen verbessert. Die Bergabfahrtkontrolle unterstützt den Fahrer zudem bei starkem Gefälle.
Ergänzend zum symmetrischen Allradsystem ist der neue Outback in der Lineartronic-Version mit dem X-Mode ausgestattet, das die...Foto: promo

Auf dem Papier verbrauchen beide Boxermotoren nach der Umstellung auf die Euro-6-Abgasnorm weniger Kraftstoff als zuvor. Beim 175 PS starken 2,5-Liter-Vierzylinderbenziner sinkt der Normverbrauch mit stufenloser Automatik Lineartronic von 7,6 auf 7,0 Liter und  beim 150 PS starken Boxerdiesel von 6,3 auf 6,1.

Ein zweites Augenpaar passt auf

Wirklich neu ist das Fahrersicherheitssystem EyeSight, welches den Fahrer unterstützt, aber nicht bevormundet. Es handelt sich um kein autonomes Fahrsystem. Und auch hier gehen die eigensinnigen Japaner wieder ihren eigenen Weg: Dieses von Subaru selbst entwickelte Fahrerassistenzsystem nutzt weder Infos von Radar- noch Mikrowellen- oder Laserstrahlen, es basiert auf optischen Informationen einer Stereokamera. Dank spezieller Software zur Bilderkennung und Bildauswertung, welche extra programmiert ist für Autos, Motorrad- und Radfahrer sowie Fußgänger, soll EyeSight laut Subaru präziser arbeiten als herkömmliche Systeme. Motto: Vier Augen sehen mehr als zwei! Und diese beiden sehen viel mehr. Zwei Kameras rechts und links neben dem Innenspiegel scannen kontinuierlich einen Bereich bis zu 110 Meter in einem Winkel von 35 Grad vor dem Auto ab.

Schau mir in die Augen, Hindernis: Im Vergleich zu den bereits außerhalb von Europa eingesetzten Vorgängerversionen enthält das aktuelle System “Eyesight” vollständig überarbeitete Stereokameras mit um etwa 40 Prozent besserem Sichtwinkel und Sichtweite.
Schau mir in die Augen, Hindernis: Im Vergleich zu den bereits außerhalb von Europa eingesetzten Vorgängerversionen enthält das...Foto: promo

EyeSight bündelt insgesamt sechs verschiedene Fahrerassistenz-Elemente. Dabei handelt es sich um einen Notbremsassistent, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Spurleit- beziehungsweise Spurhalteassistent sowie einen Anfahrtsassistent. Subaru verspricht, dass dieses System bis Tempo 50 einen Aufprall vermeidet und bis 180 km/h zumindest einen gröberen Schaden verringert. Außerdem verhindert es Auffahrunfälle, die beim achtlosen Anfahren verursacht werden könnten. EyeSight kann allerdings nicht „zur Seite gucken“ und damit vor einem Querverkehr warnen. Und nachts? Da kann das System bis zum Ausleuchtbereich der serienmäßigen LED-Scheinwerfer Informationen liefern. Nur bei Nebel funktioniert es nicht.

Allerdings kann einen in Baustellen mit aufgeklebten Leitstreifen nach einer Weile das Gebimmel des übereifrigen Spurhalteassistenten ohne Lenkeingriffe (bing-bing-bing-bing) schon nerven. Gut, dass er sich abschalten lässt. Ansonsten funktioniert EyeSight sehr gut. Allerdings ist es nur bei den Outback-Modellen mit Lineartronic an Bord – dann aber serienmäßig.

Etwas aus der Zeit gefallen

Wir sind den Outback 2.0D Sport mit Lineartronic gefahren. So nennt Subaru die stufenlose Automatik, welche hier mit einem hydraulischem Wandler samt einer Kraftstoff sparenden Überbrückungskupplung arbeitet. So fährt der Outback mit dem weltweit einzigen Boxer-Diesel schön weich an. Das passt gut zu dem 4,82 Meter langen Allradler mit eingebautem Verwöhn-Aroma. Eine nunmehr direktere Abstimmung der elektrischen Lenkung verbessert die Handlichkeit dieses 1,7-Tonnen-Schiffs spürbar. Und der serienmäßige Allradantrieb ist nicht nur im Winter ein Sicherheitsgewinn. Nasse Straßen, die es auch mal im Sommer gibt, durcheilt der Subaru sicherer und zügiger als Autos mit nur einer angetriebenen Achse. Es gibt weder Verspannungen im Antriebsstrang des Outback, noch reagiert der Wagen schwerfällig oder ruppig, wenn sich die Straßenverhältnisse ändern und das Zentraldifferenzial die Momentverteilung blitzschnell ändert.

Der Fahrgastraum wurde so gestaltet, dass ein komfortables und entspanntes Fahren auch auf langen Strecken möglich ist - mit guter Sicht und viel Platz. Der optionale Bildschirm, der intuitiv mittels Touchscreen bedient werden kann, ist gut einzusehen und leicht zu handhaben.
Der Fahrgastraum wurde so gestaltet, dass ein komfortables und entspanntes Fahren auch auf langen Strecken möglich ist - mit guter...Foto: promo

Dennoch möchte man mit diesem komfortablen Auto lieber reisen als rasen. Die Höchstgeschwindigkeit wird ohnehin bei 200 km/h elektronisch begrenzt. Offenbar kein Problem für Subaru-Fahrer. Laut Volker Dannath, Geschäftsführer von Subaru Deutschland, setzen die nämlich andere Prioritäten: „Weniger sportliches Fahren, sondern Langlebigkeit ist für viele Subaru-Kunden das entscheidende Kaufargument.“ So seien auch auf deutschen Straßen Modelle mit mehr als 300.000 Kilometern auf dem Tacho keine Seltenheit. "Das Durchschnittsalter unserer Kunden ist 55 Jahre. Sie schätzen neben der Haltbarkeit auch die einfache Bedienbarkeit", verrät Dannath ein Erfolgsgeheimnis für die Beliebtheit des Outbacks, der ein bisschen aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Optimal also für Individualisten, die kein Auto fahren wollen, welches an jeder Ecke steht.

Mehr Outback für weniger Geld

Unterm Strich macht der neue Outback vieles besser als der Vorgänger. Wie beim  renovierten Bildschirm-Navi, das sich jetzt einfach und intuitiv bedienen lässt. Außerdem ist der Monitor neuerdings sauber in die Konsole integriert. Und die Preise? Sie beginnen bei 34.400 Euro für den Diesel mit manuellem Sechsgang-Getriebe in der Trend-Basisausführung und gehen bis 42.900 Euro für den Diesel mit Lineartronic-Automatik in der Sport-Version. Der Benziner startet in der  zweiten Ausstattungsvariante Active bei 35.900 Euro. Damit sind die neuen Outback-Modelle gegenüber ihren Vorgängern um 2500 Euro billiger geworden! Höchst bemerkenswert in unserer Zeit. Die Legacy-Baureihe, auf welcher der etwas höher daherkommende Outback basiert, tritt hierzulande nicht mehr an.

PS. Subaru Deutschland feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum. Mit einem Jäger aus Bayern hat alles angefangen. Vor 35 Jahren suchte Hans Willibald aus Bad Tölz ein neues Auto. Doch ein ganz besonderes: Es sollte nämlich ebenso für den normalen Alltag auf der Straße als auch für unbefestigte Wege im Wald taugen. Er kaufte einen Subaru 1800 mit Allradantrieb, den er sich in der Schweiz besorgte, weil es dieses Auto nicht in Deutschland zu kaufen gab. Hans Willibald verliebte sich in dieses Auto und begann, Subarus in Bad Tölz zu verkaufen. Er war quasi der erste Subaru-Händler in Deutschland. Vier Jahre später gründete der Kaufmann Günter Klein am 1. Oktober 1980 die offizielle Subaru-Vertretung. Die erste Zentrale befand sich in einem umgebauten Lebensmittelgeschäft in Bad Hersfeld, verkauft wurde mit dem Subaru 1800 nur ein Modell. Bis Ende vergangenen Jahres hat Subaru Deutschland hierzulande 360.905 Autos verkauft. Und nicht nur an Förster.

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