Der Smart von Renault : Auf ein Neues mit dem Twingo

Vor 20 Jahren rettete der Renault Twingo den französischen Autobauer vor dem Ruin, mit frechem Design und ungekannter Variabilität. Die dritte Generation 2014 soll nun genauso revolutionär sein - und einen fatalen Ausrutscher vergessen machen.

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Renault braucht dringend einen Volltreffer. Und den könnte es mit dem neuen Twingo durchaus geben. Nach dem eher drögen Vorgänger hat der Neue endlich wieder etwas Charme und könnte so ähnlich erfolgreich sein wie die erste Generation mit den Glubschaugen.
Renault braucht dringend einen Volltreffer. Und den könnte es mit dem neuen Twingo durchaus geben. Nach dem eher drögen Vorgänger...Foto: dpa

Erinnern wir uns: 1993 startete der Twingo mit den putzigen Kulleraugen, dem damals revolutionären Onebox-Design und der neuartigen Variabilität (verschiebbare Rücksitzbank in einem Mini). Dieses Auto rettete die Franzosen vor einem wirtschaftlichen Desaster. Knapp 2,5 Millionen dieses Minis liefen vom Band. Doch Twingo Nummer 2 (ab 2007) konnte nicht an diesen Erfolg anknüpfen. Zu bieder.

Es glänzt und dampft in Genf
Es geht rund in der Schweiz. Dort auf dem Autosalon zeigt die Autobranche, was sie an Neuigkeiten zu bieten hat. Die Welt dreht sich um das Thema Automobil am Lac Leman.Weitere Bilder anzeigen
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05.03.2014 10:54Es geht rund in der Schweiz. Dort auf dem Autosalon zeigt die Autobranche, was sie an Neuigkeiten zu bieten hat. Die Welt dreht...

Nun könnte es Nummer 3 richten. Denn die ist grundlegend anders als der blasse Vorgänger. Mit 3,59 Metern fällt sie zwar außen gut zehn Zentimeter kürzer aus, bietet im Innenraum jedoch 22 Zentimeter mehr Länge. Wie das? Dieser Renault ist der Technikbruder des neuen Smart, den Mercedes allerdings nicht in Genf zeigte. Und der hat den Motor hinten. Also kommt der Twingo nun als Ergebnis dieser gemeinsamen Entwicklung erstmals mit Heckmotor und –antrieb. Und dieses technische Konzept schafft mehr Raum. Das spürt man schon beim ersten Einsteigen. Wow!

Versteckt. Der Motor sitzt beim Twingo im Heck.
Versteckt. Der Motor sitzt beim Twingo im Heck.Foto: promo

Ideales Stadtauto

Vorn blickt man auf ein frisch-fröhliches Cockpit mit viel besserer Materialqualität als beim Vorgänger. Die Sitze sind endlich straff gepolstert. Nach hinten steigt man ebenfalls kleinwagenuntypisch bequem ein. Denn den Twingo gibt es – im Gegensatz zum Smart – nur als Viertürer. Auch wenn er sich als Zweitürer tarnt. Vier Leute können ordentlich sitzen.

Ihr Gepäck müssen sie allerdings reduzieren, denn unter der vorderen Haube ist kein Platz dafür. Dort sitzen Kühler und andere Systeme. Dafür kann neben der Rückbank auch die Beifahrersitzlehne umgeklappt werden, sodass sich bei Bedarf sogar 2,20 Meter lange Surfbretter transportieren lassen.

Ab Herbst für weniger als 10 000 Euro

Weiterer Vorteil des Heckmotor-Prinzips: der rekordverdächtige Wendekreis von 8,65 Metern. Das ideale Stadtauto also. Antreiben wird den Kleinen ausschließlich der neue Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 70 oder 90 PS, der nur 4,4 Liter Super pro 100 km verbrauchen soll. Ein in dieser Klasse nicht selbstverständliches Doppelkupplungsgetriebe wird später folgen.

Wenn der Twingo 3 im Herbst auf den Markt kommt, soll die günstigste Version weniger als 10 000 Euro kosten. Eine Kampfansage. So werden VW Up, der Fiat 500 und die drei neuen, ebenfalls in Genf erstmals gezeigten Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo ernsthafte Konkurrenz bekommen. Die Minis werden bunter – und besser.

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