Der Suzuki Swift Eco+ im Test : Geiziger Feinarbeiter

Eco+ nennt Suzuki das Konzept, das den Verbrauch des Kleinwagens weiter drosseln soll. Veränderungen an der Einspritzung lassen den Japaner tatsächlich zum Benzin-Knauser werden. Aber Sparen mit ihm ist teuer.

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Bewährtes Modell. Seit 2010 wird der aktuelle Suzuki Swift verkauft.
Bewährtes Modell. Seit 2010 wird der aktuelle Suzuki Swift verkauft.Foto: Promo

Sprit sparen war lange nicht das ganz große Thema bei Kleinwagen: Einigermaßen genügsam waren sie dank wenig Gewicht und wenig Leistung in der Regel von Haus aus. Außerdem waren die wenigsten von ihnen Langstreckenwagen, da fiel ein halber Liter mehr oder weniger nicht so ins Gewicht.

Doch inzwischen hat sich das geändert. Hersteller betreiben einigen konstruktiven Aufwand, um auch den Kleinen noch ein paar Zehntelliter abzutrotzen. Bei neuen Modellen steht in aller Regel auch bei den Basis-Benzinern eine Vier vor dem Komma. Nebeneffekt: Die teureren Dieselmotoren in der kleinen Klasse macht das mehr und mehr überflüssig. Auch Kleinwagenspezialist Suzuki geht mit der Zeit. Der bislang angebotene, jedoch wenig nachgefragte 75-PS-Diesel ist aus dem Programm gefallen. Stattdessen gibt es für den Benziner ab sofort ein Sparpaket mit dem Namen Eco+, es soll den Verbrauch um 0,7 Liter verringern – auf ordentliche 4,3 Liter pro gefahrene 100 Kilometer.

Tiefer, dichter, stärker

Erreicht wird das durch Veränderungen bei Motor, Getriebe und Aerodynamik. Die Karosse wurde tiefergelegt, um den Luftwiderstand zu mindern. Der schon länger verbaute 1,2-Liter-Benziner mit 94 PS Leistung wurde überarbeitet. Das Triebwerk bekam eine höhere Verdichtung sowie eine sogenannte Dual-Jet-Einspritzung mit zwei Einspritzdüsen pro Zylinder. Dadurch entstehen kleinere Kraftstofftropfen, die schneller verdampfen und effektiver in Energie umgewandelt werden. Außerdem wird das Benzin in je zwei getrennte Einlasskanäle pro Zylinder eingespritzt. Die Leistung sank dadurch zwar um vier PS auf 90, doch das maximale Drehmoment von 120 Newtonmetern liegt nun 400 Touren früher an.

Alles nichts Weltbewegendes, aber in der Summe doch spürbar – der Eco+ läuft besser als sein minimal stärkerer konventioneller Bruder. Flotter, als es sein schmales Drehmoment erwarten lässt, setzt sich der 3,85 Meter lange und 1065 Kilogramm schwere Fünftürer in Bewegung. Trotz der etwas längeren Übersetzung des Fünfganggetriebes bleibt der Wagen agil, er macht Spaß. Die Geräuschkulisse ist dabei erstaunlich gering, die Sitze komfortabel.

Eco+-Paket empfehlenswert - mit kleinem Haken

Zudem federt das Auto trotz seines Radstandes von nur 2,43 Metern anständig. Im Swift wären selbst längere Strecken problemlos zu bewältigen. Und der in Ungarn gebaute Mini ist richtig gut verarbeitet, auch wenn die Kunststoffe einfach sind. Im Fond wird es allerdings etwas eng, und der Kofferraum bietet überschaubare 211 Liter Volumen. Wasserkisten müssen außerdem über eine hohe Ladekante gehievt werden. Moderne Fahrerassistenzsysteme sucht man leider vergebens, hier zeigt sich, dass der Swift schon seit vier Jahren produziert wird.

Fazit: Das Eco+-Paket kann man empfehlen. Aber leider ist es nur für die Top-Ausstattung Comfort lieferbar – und damit kostet der kleine Swift dann gleich 16 490 Euro. Die Sparversion ist gut 5000 Euro teurer als ein Basis-Swift. Verstehen muss man diese Absatzpolitik nicht. Auch andere Hersteller bieten moderne Spritspartechniken nur für bestimmte Ausstattungsversionen an oder schließen bei Sparmodellen nützliche Extras aus – so verkommen Möglichkeiten, billiger zu fahren und weniger Abgas auszustoßen, zu einer Art von Lifestyle-Extra. Seltsam, wenn man sieht, wie das Benzin immer teurer wird. Bleibt nur die Hoffnung: In zwei Jahren kommt der nächste Swift. Vielleicht hat der die Technik ja standardmäßig an Bord.

Die großen Vier hängen alle ab
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