Auto : Die drei Trends der IAA

Auf der IAA sind drei Trends zu beobachten. Mit den Tagesspiegel-Informationen ist der Autofahrer auf dem neuseten Stand.

Eric Metzler

Trend 1  beruhigt das Gewissen: Der grüne Punkt



Jetzt legen sie sich ins Zeug: Auf dieser IAA kann sich keine Marke erlauben, den Wettbewerb der Öko-Ideen zu ignorieren. Wie senken wir den Verbrauch? Wie den Ausstoß von Schadstoffen? Die Antworten ordnen sich in drei Blöcke:

1. Verbrennungsmotoren werden optimiert – und bald kombiniert. Noch aber vereint keiner die Vorteile von Otto- und Dieselmotoren. Beim Diesel pur liegt Mercedes mit Bluetec vorn, reduziert so Stickoxid-Emissionen. BMW punktet mit der besten Direkteinspritzung. VW forciert mehr als andere das „Downsizing“; gemeint sind starke Motoren, die ob kleineren Hubraums weniger schlucken.

2. Serienmodelle kommen als Sparer, die zum einen Bremsenergie nutzen, zum anderen im Stand automatisch ausgehen und wieder starten. IAA-Beispiele gibt’s von Fiat, Citroen, BMW (Mini, 1er, 3er) und Mercedes (A-, B-Klasse, Smart).

3. Die Hersteller pushen Alternativen. Volvo und Saab dominieren bei Bio-Kraftstoffen, GM mit Chevy und Opel beim Erdgas. Anfang 2008 bekommt Toyota Hybrid-Konkurrenz von Ford: Der Kuga ist ein IAA-Star. Audis Q7-Hybrid folgt nächsten Sommer, der Cayenne 2009. Die erste Euphorie um Wasserstoff und Brennstoffzelle ist verflogen; neuen Schub haben Elektrokonzepte.

Trend 2 ärgert Nachbarn: Die Nische in der Nische

Eigentlich wollen das alle. Einen fahren, den nicht alle fahren. In den letzten Jahren ist das immer leichter geworden, weil in jedem Segment jeder Winkel ausgeleuchtet und bespielt wurde: Deshalb gibt es ein Winz-Cabrio wie den Daihatsu Copen, einen Stadtfloh mit Schiebetüren (Peugeot 2007), deshalb auch fühlen sich die Fahrer eines Cross Touran individueller als die Fahrer eines gewöhnlichen Touran. Auf dieser Hauptsache-Anders-Tour ist die Nische der Pseudo-Geländegänger richtig breit geworden – und auf der IAA bekommt sie noch einmal Zuwachs: Der Tiguan von VW startet zum Jahresende, der Altea Freetrack fuhr gerade in die Seat-Läden. Auch der 207 SW Escalade sieht so aus, als gehöre er aufs Feld – eine zweite Nische mit Wachstumspotenzial bedient er obendrein: Ein Kleinwagen als Kombi, ähnlich günstig und praktisch wie der Ableger des Fabia. Die stärksten Zuwächse verbuchen die Hersteller weiter mit den hochbeinigen SUV. Folglich wird hier besonders viel Grips investiert, um innerhalb des Segments aus dem Rahmen zu fallen. Zwei Ergebnisse auf der IAA: Mazdas CX-7 kommt im Oktober ab 31800 Euro (siehe Kasten); der X6 von BMW ist eine seriennahe Studie. Den SUV im Stile eines Sportwagens soll es in zwei Jahren auch als Hybriden geben.

Trend 3 spart Euros: Die Kleinen sind im Kommen

Weil der Sprit teuer, die Straße voll und Bescheidenheit wieder „in“ ist, baut die Industrie mehr denn je auf Kleinwagen. Auf der IAA sieht das Publikum zum ersten Mal Opels neuen Agila neben dem baugleichen Splash von Suzuki – beide viel runder, viel schöner als die kastigen Vorgänger. Vermarktet werden die 3,74 Meter kurzen Zwerge als „Frauenauto“. Fiat erntet für das Comeback des 500 Komplimente zuhauf, vor allem Designfans werden hier ab 10 000 Euro aufwärts zugreifen.Wer die vermutlich überlangen Lieferzeiten nicht abwarten kann, geht zur technisch ausgereiften, optisch aber langweiligen Konkurrenz: Renault zeigt auf der Messe den Twingo II, Daihatsu den Cuore, Mazda die Neuauflage seines Zweiers. Die spannendsten Miniaturen der Deutschen dagegen stehen wohl erst auf der IAA 2009: VW hat ein sehr billiges, heckgetriebenes Stadtwägelchen angekündigt. Auch Audi will den Importeuren das Feld nicht kampflos überlassen, die Modellpalette wird unten mit dem A1 erweitert. BMW hat wohl Ähnliches vor – in Frankfurt kann man sich jetzt erst einmal anschauen, wie der 1er als Limousine mit Stufenheck wirkt. Hinreißend! Gemischt dürfte die Reaktion auf Minis Clubman ausfallen: Ein Kombi, der polarisiert.

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