Auto : Die reinste Rennerei

Audi mag schnelle Fahrer und schnelle Fahrer mögen Audi – Eindrücke von einem exklusiven Event

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Wovon träumen motorsportbegeisterte Menschen? Von Rennstrecken, Kurven, schnellen Autos und Fahren. Nur haben die meisten nicht das Kleingeld, sich eine Rennstrecke zu bauen. Oder es fehlt ein eigener Rennwagen in der Garage. Diese Kombination von beidem bietet Audi zwar schon seit längerem an. Es geht aber noch einen Tick exklusiver: eine Rennstrecke für einen ganzen Tag, nur vier Fahrer, drei Instruktoren, ein Mechanikerteam. Und dann die Autos: Die Augen beginnen beim Anblick der Audi R8 5.2 FSI zu funkeln. Beim GT3-Rennsportwagen Audi R8 LMS aber glaubt man seinen Augen nicht zu trauen.

Die drei Herren kommen aus Büsum, aus dem Frankfurter Raum und aus der Schweiz. Sie sind diejenigen, die am ersten Audi Event dieser Art Ende August teilnehmen. Alle drei haben Rennstreckenerfahrung, eine Motorsportlizenz und Geld: 6900 Euro kostet ein Trainingstag. Die Anreise ist individuell am Abend zuvor, Hotel, Abendessen, Verpflegung an der Rennstrecke im Preis inbegriffen.

Der Büsumer fährt das dritte Mal mit Audi auf einer Rennstrecke. „Ich habe Spaß an der Technik. Privat betreibe ich Kartsport“, sagt er. Der Herr aus der Schweiz erzählt, dass er schon auf vielen Rennstrecken gewesen sei, die Worte „Ferrari“ und „Lamborghini“ fallen in dem Zusammenhang auch. Der dritte ist als Audi-Zulieferer sozusagen beruflich und motorsportmäßig mit dem Auto verbandelt. Niemand muss sich in der Gruppe profilieren. Man duzt sich, geht freundlich, aber auch mit gebotener Distanz miteinander um. Das ist kein Kennenlern-Tag, sondern ein Tag, bei dem es nur um eins geht: Fahren, Fahren, Fahren.

Die ersten zwei Runden auf dem Lausitzring fährt „Flo“, der bayerische Instruktor, vor. Per Funk im Helm gibt er Anweisungen wie „Nutz’ die Strecke gut aus, mach’ die Lenkung mehr auf, achte auf die Blickführung und den Einlenkpunkt, fahr näher an die Curbs ran“. Danach dürfen wir Runde um Runde selbst fahren, möglichst nach Ideallinie.

Dann kommt der LMS. Die erste Runde sitzt ein Instruktor daneben. Er vergewissert sich, dass die Fahrer „verantwortungsvoll“ fahren. Der R8 LMS ist ein Rennwagen, etwa 500 PS, über 300 km/h schnell, Kostenpunkt um die 350 000 Euro. Da sorgt sich Audi nicht nur um die Sicherheit seiner Kunden, sondern auch um das Material. Nach den ersten Runden steigen alle mit grinsenden Gesichtern unter den Helmen aus. Und weil wir alle so artig waren, gewährt uns Audi sogar einige „Extra-Runden“.

Rainer Kammerbauer von Audi sagt, dass man mit diesem Event keine Massen erreichen will. Es ist ein reines „Marketinginstrument, um Kunden, die seit Jahren auf Rennstrecken sind, einen weiteren Schritt zu bieten“. Die fast Eins-zu-Eins-Betreuung hat allen gefallen. „Wir sehen uns schon noch mal auf einer Rennstrecke“, versichern sich alle zum Abschied mit breitem Grinsen.

Sabine Beikler

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