Auto : Dieseln das Rauchen abgewöhnen Initiative für Rußfilter-Nachrüstung

Ingo von Dahlern

Bringt mein nachgerüsteter Diesel-Partikelfilter das, was er verspricht? Oder ist die Anlage eine Mogelpackung? Inzwischen steht fest, dass von den drei Herstellern GAT, Tenneco/Walker und Bosal Filter auf den Markt gebracht worden sind, deren Reinigungswirkung unzureichend ist. Diesen Systemen wurden, soweit sie nicht von den Herstellern aus dem Markt genommen wurden, vom Kraftfahrtbundesamt die Allgemeinen Betriebserlaubnisse (ABE) entzogen. Sie dürfen also nicht mehr eingebaut werden. Obwohl damit gesichert ist, dass künftig nur noch qualitativ hochwertige Filter nachgerüstet werden, sind viele Dieselfahrer durch die Ereignisse der letzten Monate verunsichert. Die Bereitschaft zur Nachrüstung leidet darunter, dass die Nachrüsttechnik in Misskredit geraten ist.

Dem soll eine am Donnerstag gemeinsam vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZdK) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin gestartete Initiative entgegenwirken, in der zu einem Neustart bei der Partikelfilter-Nachrüstung aufgerufen wird. Die sei, wie beide Verbände unterstrichen, die wirksamste Maßnahme, um die Partikel- und damit Feinstaubemissionen von Dieseln zu begrenzen. Während mit so genannten offenen Systemen eine Senkung der Partikelemissionen bis zu 60 Prozent möglich sei, erreichten geschlossene Systeme Reinigungswirkungen von 70 bis zu 95 Prozent.

ZdK und DUH und die gemeinsam mit diesen auftretenden Verbände Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wiesen darauf hin, dass von den derzeit rund acht Millionen auf deutschen Straßen rollenden Dieseln ohne Filter bislang gerade erst 3,2 Prozent nachgerüstet wurden. Ziel der jetzt gestarteten Initiative sei es, angesichts der bis zum Jahr 2009 dauernden staatlichen Förderung der Umrüstung davon insgesamt 1,2 bis 1,5 Millionen mit Nachrüstfiltern auszustatten – also bis zu 20 Prozent der nachrüstbaren Fahrzeuge.

Da einer der Gründe für das Angebot unzureichender Filter eine für deren Zulassung fehlende Wirksamkeitskontrolle sei, forderte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch außerdem, diese Lücke umgehend zu schließen. Zudem sollte seiner Meinung nach die Wirksamkeitsprüfung von Diesel-Partikelfiltern Teil der Abgasuntersuchung werden. Eine Forderung, die, wie Experten im Gespräch mit dem Tagesspiegel erklärten, derzeit noch daran scheitert, dass die dafür notwendige Messtechnik in den Prüfstellen nicht vorhanden ist.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, forderte, sich bei der Reduzierung der Feinstaubemissionen von Dieseln mehr um Nutzfahrzeuge und vor allem auch Baumaschinen zu kümmern. Letztere würden in Deutschland in den Innenstädten bis zu 30 Prozent zur Feinstaubbelastung beitragen, ohne dass deren Emissionen bislang gesetzlich begrenzt würden. Wie wirksam heute Partikelfilter für große Nutzfahrzeuge seien, zeige die Tatsache, dass inzwischen mehr als 1000 Partikelfilter-Busse der BVG problemlos im Alltagseinsatz unterwegs seien. Ingo von Dahlern

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