Dodge : Derb & herb

Unterwegs im Alltag – heute mit zwei bulligen Amis: Dem Dodge Journey und dem Dodge Nitro.

Eric Metzler

Auf den ersten Blick …

ging es uns beim Anblick des Nitro so wie den Berlinern, die an der Ampel zu uns herüberschauen: Was für ein Oschi! Daneben schrumpft ein BMW X3 zum Winz – obwohl die beiden SUV nominal gleich groß sind. Ja, der Nitro sieht aus wie die Galionsfigur einer Muckibude. Vom Grill bis zum Heck nur Muskeln. Kurios: Selbst Passanten, die beim Q7 den Kopf schütteln, ziehen im Angesicht des Dodge ein Lächeln auf. Dieser Ami kommt sympathisch rüber – vielleicht, weil er an einen aufgepumpten Jeep erinnert? Nüchterner das Urteil über den Journey. Zwar kennt auch der keine Rundungen. Aber als Familienvan sieht er naturgemäß biederer aus. Auffällig: Anders als Urpate Voyager hat der Journey vier konventionelle Türen. Schiebung ist out.

Pluspunkte gibt es vor allem für …

die nützlichen Gene des Journey: Die Fondtüren öffnen weit, das Einsteigen fällt leicht. Die Rückenlehnen hinten lassen sich in der Neigung verstellen oder flach wegklappen. Ablagen gibt es mehr, als eine vierköpfige Familie im Alltag vollstopft. Staunen machen die Geheimfächer, die wir am dritten Tag unter den Sitzflächen der zweiten Rückbank entdecken. Unser Testwagen verfügt über die optionale, im Boden versenkbare dritte Sitzbank – und die wird sogleich zum Liebling des Juniors. Die Sitzreihen steigen nach hinten an, so dass alle auf allen Plätzen gut sehen. Treiben es die Kleinen hinten zu bunt, fällt das schnell auf: In einem Nanny-Rückspiegel hat der Fahrer den Tumult im Blick. Ruhe könnte eine DVD bringen. Für den Himmel über den Fondsitzen lässt sich ein Monitor ordern. Die Vorteils-Liste zum Nitro fällt deutlich kürzer aus: Die Sitzposition ist erhaben, die Kopffreiheit ausgezeichnet und der ausziehbare Ladeboden praktisch. Zudem lässt sich die Rückbank mit einem Griff umlegen. Das ist auch gut so. Denn im aufgestellten Zustand bleiben für den Kofferraum gerade mal 369 Liter. Nicht mehr als in guten Kleinwagen.

Das spannendste Detail …

ist bei beiden serienmäßig. Dodge denkt an die Krise danach und spendiert den Kunden eine „6-Jahre-Sorglos-Garantie“. Damit muss man sich in diesem Zeitraum keine Gedanken machen über Inspektionen, Reparaturen und den Austausch von Verschleißteilen. Dodge übernimmt alles ohne Berechnung. Well done!

Weniger Charme hat …

in beiden Modellen die Motorisierung. Sowohl der 2.0 CRD im Journey als auch der 2.8 CRD im Nitro entpuppen sich als raue, laute Gesellen. Im Falle des Journey ist immerhin der Vorschub ausreichend, weil das 140-PS-Aggregat gut mit dem sechsstufigen Direktschaltgetriebe harmoniert. Im Nitro dagegen fragt man sich permanent, wo die 177 PS eigentlich bleiben. Lenkung und Fahrwerk des SUV wirken gleichermaßen teigig. Das viele Hartplastik im Innenraum stört uns weniger – umso mehr der gesonderte Tankschlüssel wie weiland im Kadett-B-Coupé.

Unterm Strich die richtige Wahl für …

alle, die es groß und plakativ mögen: Wir sind anders, wir sind Beinahe-Auswanderer. Der Nitro bietet technische Hausmannskost. Auch der zuschaltbare Allrad ist ein Extra einfachster Bauart. Trotzdem schreiben wir diesen SUV nicht ab. Denn der Dino hat Charakter. Und das ist in diesen Zeiten durchaus was wert. Den Familienbus Journey kann man als modernes Auto mit Potenzial bezeichnen – vor allem dann, wenn die Amerikaner ihm einen besseren Diesel verpassen. In der besten Ausstattung kostet der Journey 34 590 Euro. Bis auf das Navi und die dritte Rückbank ist dann so ziemlich jeder Komfort inklusive. Eric Metzler

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