Downsizing beim S-Max : Ford macht auf Mini

Um es im englischen Flieger-Jargon zu sagen: Die Kölner Autobauer graden gerade down: Holzklasse statt Business. Allerdings zu höheren Preisen. Ja, dafür mit vielen Vorteilen. Klingt verrückt, ist aber logisch und zeitgemäß.

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Der große Van S-Max von Ford kann künftig mit einem 1,6 Liter großen Diesel und einem ebenso großen Benziner bestellt werden.
Der große Van S-Max von Ford kann künftig mit einem 1,6 Liter großen Diesel und einem ebenso großen Benziner bestellt werden.Foto: Hersteller

Downsizing, noch so ein englischer Modebegriff, ist derzeit das Thema. Kleinere Motoren, die aufgepumpt sind, sorgen für niedrigeren Verbrauch. Hightech-Wunder, die an der Tanke immer wieder Danke für den einmal gezahlten Aufpreis sagen. So ist der 2006 gestartete Ford S-Max ab sofort mit zwei neuen „kleinen“ Motoren zu bekommen:

Erstens mit einem 1.6 Liter großen und 160 PS starken Eco- Boost-Benziner mit Direkteinspritzung, Turboaufladung und Start-Stopp- System. Der stammt vom Focus, wo er nur 150 PS leistet, und er verbraucht mit 6,8 Liter laut Ford 1,4 Liter weniger Sprit auf 100 Kilometer als der weiter angebotene Zweiliter-Sauger mit 145 PS. Ford lässt sich die neue Technik also mit strammen 63 Euro pro zusätzlichem PS bezahlen.

Großes Auto, kleiner Motor?

Zweitens mit einem 1,6 Liter großer Common-Rail-Diesel-Direkteinspritzer mit Start-Stopp-System, der 115 PS leistet, sich mit 5,2 Liter. Er soll sich eben mal 0,8 Liter weniger genehmigen als der ebenfalls weiter angebotene Zweiliter-Diesel mit 140 PS. Dafür ist er 13 km/h langsamer und beschleunigt von Null auf Tempo 100 in 2,1 Sekunden weniger. Peanuts würde Noch-Deutsche-Bank-Chef Ackermann dazu sagen.

Kleiner Motor im großen Auto? Geht das gut? Wir sind beide gefahren und meinen: Ausgesprochen gut sogar. Wobei der Diesel nach einer kleinen Anfahrschwäche souveräner agiert als der dafür geschmeidiger laufende Benziner. Bei beiden arbeitet das serienmäßige Sechsganggetriebe flüssig und exakt. Wer häufig lange Autobahnstrecken zu bewältigen hat, ist mit dem Selbstzünder besser beraten. Der schluckt bei höherem Reisetempo konstruktionsbedingt weniger.

Sonst macht der 1050 Euro billigere Benziner seine Sache auch sehr gut (Benziner ab 29500 Euro; Diesel ab 30550 Euro). Wir kamen bei unseren Testfahrten auf folgende Verbräuche: Diesel 6,4 Liter; Benziner 8,4 Liter. Am Rande: Auch wenn sich Ford Deutschland offiziell gegen eine Rabattschlacht ausspricht, so ist auch der erfolgreiche S-Max in bekannten Internetportalen mit einem Rabatt von 25 Prozent zu bekommen.

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