Duratorq-TDCi-Diesel : Bei Fußtritt kommt der Extra-Schuss

Ford präsentiert einen neuen starken Diesel.

Wolfgang Gomoll

Ford lässt es im Moment richtig krachen und präsentiert eine Neuheit nach der anderem. Kaum ist der SUV Kuga erschienen, legen die Kölner noch einmal nach. Diesmal ist es ein Motor, der demnächst in diversen Modellen für Vortrieb sorgen wird. Genauer: ein 2,2 Liter großer Duratorq-TDCi-Diesel. Er soll im Ford Mondeo, im S-Max und im Galaxy für Dampf sorgen. „Wir haben bei diesem Motor weder Kosten noch Mühen gescheut“, so Ford-Europa-Forschungsleiter Professor Rudolf Menne volltönend.

Die Trommelei ist im Auto-Business nichts Ungewöhnliches. Aber das 175-PS-Produkt, das in Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern entstand, kann im mobilen Alltag die Lobeshymnen des Herstellers zum großen Teil erfüllen. Der neue Commonrail-Selbstzünder ist ein ziemlich kultivierter Geselle. Im Innenraum spürt man kaum Dieselvibrationen. Auch das charakteristische Brummen des Motors ist nur bei ganz genauem Hinhören zu vernehmen.

Leise bedeutet aber keinesfalls schwachbrüstig. Im Gegenteil. Vor allem die Leichtigkeit, mit der er den getesteten Ford Mondeo nach vorne katapultiert, überzeugt. Immerhin wiegt die Limousine 1,6 Tonnen. Aber der Vortrieb ist kein Wunder: Das knackige Drehmoment von 400 Newtonmetern steht bereits bei 1 750 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Wird das Gaspedal schnell durchgetreten, werden sogar kurzzeitig zusätzliche 20 Newtonmeter mobilisiert. Mit diesem Power-Punch erfüllen die Kölner ihren Kunden einen Herzenswunsch.

Das ist auch ein Grund dafür, warum Ford nicht auf den 2.2-Liter-Biturbo-Diesel des Partners PSA zurückgegriffen hat. Denn dessen Drehmoment-Gipfel liegt mit 370 Nm deutlich unter dem Niveau des TDCi. Daher verdichten sich die Anzeichen, dass auch die PSA-Gruppe selbst bald den Biturbo-Selbstzünder durch den neuen Chef im Ford-Dieselring ersetzen wird. Zumal sich der neue Motor auch noch an der Tankstelle zurückhält: Der Durchschnittsverbrauch von 6,2 Liter pro 100 km und ein CO2-Ausstoß von 165 g/km können sich angesichts der Leistung sehen lassen. Den Sprint von null auf 100 erledigt der Mondeo mit dem neuen Aggregat übrigens in 8,7 Sekunden.

Die Kehrseite des überzeugenden Antritts merkt man allerdings dann, wenn man den Motor über 3500 Umdrehungen pro Minute bringt. Dann geht dem TDCi schnell die Luft aus. Sportliche Fahrer müssen deswegen oft zum Gangknüppel greifen. Da wird es manchen freuen, dass Ende des Jahres eine Sechsgang-Automatik erhältlich sein wird. Wer nicht so lange warten will, kann den neuen Dieselmotor aber jetzt schon bestellen. Zunächst für den Galaxy, den S-Max und den Mondeo. Man braucht aber keine Glaskugel, um vorherzusehen, dass der neue Motor sukzessive auch in anderen Modellen des Ford-Konzerns eingeführt werden wird – bei Landrover sogar relativ zeitnah.

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