E-Klasse Cabriolet : Himmel, ist der perfekt

Unterwegs im Alltag – heute in einem XXL-Cabrio.

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Auf den ersten Blick…

ist klar, Mercedes hält Wort: In dem können vier Leute entspannt Sonne tanken. Das ist ja nicht bei vielen Cabrios so – und wer hat schon Lust, die Knie zu bandagieren, bevor es freistils an die Ostsee geht? Bis wir uns an die Optik des Sonnendecks E gewöhnen, dauert es: Kantige Scheinwerfer und zig scharfe Falze im Blech vermitteln außen mehr Härte, als softe Flächen und feines Leder innen verströmen.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

die Harmonie, die dieses Auto zu jeder Zeit und in jeder Lage vermittelt. Gleich, welche Anforderung wir unterwegs bewerten – dieses schön straff, schön sanft gefederte XXL-Cabrio verdient sich ein Häkchen nach dem anderen. Der 350 CDI? Eine Wucht, dieser Sechszylinder. Stark, geschmeidig, sparsam. Siebeneinhalb Liter bei schneller Fahrt und auf Straßen aller Couleur: Da gibt’s angesichts 1,8 Tonnen Gewicht und 4,70 Meter Länge nichts zu meckern. Geräuschkulisse? Das mehrlagige Stoffdach dämmt exzellent. Ist es geschlossen, bekommt man frühestens ab Tempo 180 eine akustische Ahnung davon, nicht in einer geschlossenen Limousine zu reisen. Mit offenem Verdeck ist nur der Fahrtwind zu hören – es sei denn, man investiert in die Harman-Kardon-Anlage, die defintiv zum Besten zählt, was uns im Lauf der Testjahre unter die Ohren gekommen ist. Platzverhältnisse? Auch die Fahrgäste hinten sitzen lässig und bequem in auskonturierten Sitzen, die sehr niedrig verbaut sind. Ausstattung? Je nach Geldbeutel grenzenlos bequem. Uns hat am besten der neue „Light Assist“ gefallen, der das Fernlicht selbsständig (und absolut zuverlässig!) an- und ausschaltet. Auch die Schildererkennung lässt staunen: Ob tags oder nachts, ob mit textlichem Zusatz („Lärmschutz von 22 Uhr bis 6 Uhr“) oder ohne: Die E-Klasse liest alle Tempolimits richtig ab und zeigt sie als stille Mahnung im Multifunktionsdisplay.

Weniger Charme hat…

nach noch so intensiver Suche nur ein einziger Sachverhalt: Belädt man den vertretbar großen Kofferraum bei geschlossenem Dach, passiert es schon mal, dass danach beim automatischen Schließen das Verdeck klemmt, weil just an der Stelle etwas im Weg ist, wo sich das Tuch wegfalten soll. Da wären eine klare Begrenzung im Laderaum oder ein Warnton hilfreich.

Das spannendste Detail…

stärkt mal wieder den Ruf schwäbischer Tüftler. Um ungemütlichen Zug unter blankem Himmel in den Griff zu bekommen, hat der Daimler sich etwas einfallen lassen: Weicheier fahren auf Knopfdruck den „Aircap“ heraus, einen netzbespannten Windabweiser oberhalb der Frontscheibe. Der hebt den Strömungskanal des Fahrtwindes an. Zugleich surrt zwischen den Rücksitzen ein kleiner Windschott nach oben. Wie effektiv dieses Gespann Verwirbelungen im Inneren mindert, merkt man spätestens dann, wenn man die Erfindung ausschaltet – mal.

Unterm Strich die richtige Wahl für…

alle, die nach dem Kauf nicht mehr das kleinste Wölkchen am Autohimmel sehen wollen. Diese offene E-Klasse ist schlicht perfekt. Leider, leider hat so ein Anspruch seinen Preis: Im Falle des Testautos 54 000 Euro plusplus. Eric Metzler

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