E-Rad statt Auto : Unter Strom zur Arbeit

Immer mehr Menschen absolvieren den morgendlichen Weg zur Arbeit mit dem Rad. Gerade wenn es sich um längere Strecken handelt ist auch das E-Rad gefragt. Allerdings unterscheidet sich die saubere Radelei etwas von dem konventionellen "In die Pedale treten" beim Fahrrad. Ein paar Tipps für das sichere Vorankommen im Straßenverkehr.

Viele haben noch Berührungsängste mit dem E-Rad. Dabei ist der Unterschied gar nicht so groß.
Viele haben noch Berührungsängste mit dem E-Rad. Dabei ist der Unterschied gar nicht so groß.Foto: dpa

Elektrofahrräder gehören in vielen deutschen Städten längst zum Straßenalltag. Laut einer Studie des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) lassen rund drei Viertel der E-Rad-Besitzer ihr Auto immer häufiger stehen und steigen stattdessen auf ihr Zweirad mit Motorunterstützung um. Doch für viele ist der Extraschub aus dem Elektroantrieb noch gewöhnungsbedürftig.
René Filippek vom Radfahrerverband ADFC gibt deshalb Tipps, wie man mit den bequemen Bikes sicher unterwegs ist:

- Motorkraft einstellen: Wenn bei Elektrorädern die Unterstützung durch den Motor sehr hoch eingestellt ist, kann es passieren, dass das Rad ruckartig anfährt. „Viele neigen natürlich dazu, das besonders hoch zu drehen, weil man dann beim Fahren weniger Kraft braucht“, sagt Filippek. Um Stürze zu vermeiden sollte man aber langsam anfangen. Wie man die Motorkraft herunterregeln kann, steht in der Betriebsanleitung.

- Vorsicht bei Frontantrieb: Wenn man aufrecht auf dem E-Rad sitzt, lastet das meiste Gewicht in der Regel auf dem Hinterrad. Das Vorderrad ist kaum belastet. „Auf nasser Fahrbahn kann es dann passieren, dass das Vorderrad wegrutscht oder durchdreht“, warnt der ADFC-Experte. Bei guten Modellen setze die Motorkraft aber in der Regel so behutsam ein, dass das Rad auch bei schlechten Straßenverhältnissen stabil bleibt.

- Beherzt bremsen: Laut Filippek haben viele Fahrer Angst, richtig in die Eisen zu gehen. Vor allem an die Vorderradbremse trauten sie sich häufig nicht richtig heran. Der Experte rät, schon bei den ersten Fahrten zu testen, wie weit man beim Bremsen gehen kann. Meistens seien die Räder so gut eingestellt, dass auch bei starkem Bremsen kein Sturz passiert. „Grundsätzlich kann man da schon beherzt
zugreifen“, sagt er.

- Straße statt Radweg: Der Experte empfiehlt: „Am besten auf der Straße fahren. Auf dem Radweg passieren die meisten Unfälle.“ Nur wenn das blaue, runde Schild mit dem weißen Fahrrad es gebiete, müssten Radfahrer den Fahrradweg benutzen. Eine allgemeine Benutzungspflicht gebe es nicht mehr. Auf der Straße werde man von Autofahrern viel besser wahrgenommen als auf dem Radweg. Vor allem wenn ein Radweg über eine Stichstraße führe, komme es häufig zu Unfällen, weil abbiegende Autofahrer die Radler übersähen.

- Auch mit Helm vorsichtig fahren: Der ADFC empfiehlt, auch mit Helm vorsichtig und vorausschauend zu fahren. „Man muss sich immer darüber bewusst sein, dass die Schutzwirkung von Helmen sehr begrenzt ist“, sagt Filippek. Auch für Helmträger gilt daher: Gefährliche Situationen auf der Straße möglichst meiden. (dpa)

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25.07.2017 12:14Anstrengend, diese Senserei! Da braucht man mal eine Pause ... Brigitte Siegfried begegnete diesem Stillleben an der Jafféstraße...

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