Edel-Kombis : Der Länge nach

Unterwegs im Alltag – heute mit zwei Edel-Kombis, die es nur in Tiefgaragen schwer haben.

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Aufsteigende Linie. Ja, die Schwaben und Bayern (re.) sind Dynamiker. Und ja, diese Dynamiker haben hinten ziemlich kleine Seitenscheiben.
Aufsteigende Linie. Ja, die Schwaben und Bayern (re.) sind Dynamiker. Und ja, diese Dynamiker haben hinten ziemlich kleine...Foto: eb.andriuolo

Auf den ersten Blick…

riskieren beide eine große Klappe: Wir können Kombi! Der 4,90-Meter-Lulatsch mit Stern ist ein paar Monate älter, den BMW gibt’s erst seit Sommer. Er ist einen Zentimeter länger, einen breiter: Zufall, ja? Mit Blick auf die Ahnen des T-Modells zeigt der Benz Mut. Kantiger, durchsetzt mit Sicken und Falzen. BMW hat sich besonnen; seinen Touring harmonischer gezeichnet. Das ehedem angeklatschte Heck ist wieder eins mit dem Rest des Wagens.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

die schlaue Art, mit der das Prinzip Platz kultiviert wird: Im Alltag wie auf Reisen ergänzen sich Variabilität beim Packen, komfortable Gesinnung und modernste Assistenzsysteme aufs Feinste. Mercedes ist einsamer Klassensieger beim Volumen (gut 200 Liter mehr) und schultert dank steilem Rücken auch klobige Teile. Beide Heckklappen lassen sich elektrisch öffnen; im BMW gegen Aufpreis. Die serienmäßige im Mercedes lässt sich manuell leichter schließen. Hier wie dort hebt sich das Gepäckramrollo mit nach oben; die Rückbank lässt sich jeweils per Hebel im Kofferraum umklappen. Im BMW funktioniert das dreigeteilt, was man bei zwei mitfahrenden

Foto: eb.andriuolo

Kindern zu schätzen lernt. Das Fenster in der Heckklappe des BMW lässt sich schon in der Serie seperat öffnen. Im Vergleich der Vierzylinder gefällt der Mercedes besser. Er läuft – wir bewegen uns auf hohem Niveau! – zwar rauer. Dafür zieht er gleichmäßig und unentwegt durch, während der BMW ab und an kleine Täler durchfährt. Das bayerische Fahrwerk nimmt schnelle Kurven nötigenfalls sportlicher. Dem Prospektverbrauch kommt der BMW mit „echten“ sieben Litern näher als der Benz mit gut acht. Dass wir für beide Infotainment-Systeme samt Riesen-Navi schwärmen, belegt: Das jahrelange Bedienungs-Gejammer hat sich also doch noch ausgezahlt.

Weniger Charme haben dagegen…

die Aussichten. In beiden Modellen ist die Sicht nach hinten spärlich – und die hinten Reisenden sehen wegen der ansteifenden Seitenlinien nicht allzu viel von Land und Leuten. Die Mercedes-Automatik wandelt zwischen nur fünf Stufen (beim BMW sind es acht); entsprechend ist das Modell oft hochtourig unterwegs.

Das spannendste Detail…


bietet zweifelsfrei der BMW – sofern man das hochwertigste Navi mit Handyvorbereitung ordert (3800 Euro). Dann nämlich ist der einzigartige Servive „Connected Drive“ für drei Jahre mit drin: Eine veritable Wiedergutmachung für alle Hotline-Geschädigten dieser Welt. Auf Knopfdruck verbindet sich der 5er binnen Sekunden mit einem leibhaftigen Menschen, der für Auskünfte und Buchungen aller Art zur Verfügung steht: „Sie brauchen Kino-Karten für heute“?

Unterm Strich die richtige Wahl für…

anspruchsvolle Platzhirsche. Die dürfen ruhig 1,90 Meter groß sein (viel Beinfreiheit), ein Rückenleiden haben (tolle Luftfederung) und über ausreichend Bonität verfügen (lange Preisliste). Der Mercedes ist 3000 Euro teurer, hat aber die bessere Serienausstattung. Eric Metzler

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