Edle Autoöffner vom Designer : Schlüssel-Erlebnis

Weil ihr selbst Luxus-Hersteller zu lieblos sind, bietet eine Berliner Firma edle Öffner an. Der Schlüssel fürs noble Gefährt kann aus feinen Hölzern, Silber, Gold oder auch Karbon erstellt werden und passt sich dem Design des Fahrzeugs an.

Schlüssel ist nicht gleich Schlüssel: Die Berliner Firma Noblekey schafft Autoöffner der besonderen Art. Jedenfalls kein Vergleich mit dem Original im Hintergrund.
Schlüssel ist nicht gleich Schlüssel: Die Berliner Firma Noblekey schafft Autoöffner der besonderen Art. Jedenfalls kein Vergleich...Foto: Promo

Kühl, schwer und teuer. Wer diesen Autoschlüssel in der Hand wiegt, der kann förmlich fühlen, wie wertvoll der Wagen ist, zu dem er die Türen öffnet. Massives Sterlingsilber, eine feine Schicht Gold, Elfenbein vom Urzeitmammut und funkelnde Edelsteine – das ist kein Vergleich zu dem billigen Plastikknubbel, mit dem der Rest der Welt sein Auto startet.

"Irgendwie ist bei den Autoherstellern das Gefühl für das richtige Schlüsselerlebnis verloren gegangen", klagt die Berlinerin Ute Rädelt und zieht zum Beweis den Türöffner für ihren Mittelklasse-Kombi aus der Tasche: "Obwohl auch dieses Auto ein kleines Vermögen gekostet hat, sieht der Schlüssel aus wie aus dem Kaugummi-Automaten", sagt sie enttäuscht. Damit das anderen Autofahrern nicht genauso geht, hat sie mit ihrer Familie in Berlin die Firma Noblekey gegründet. Mit einem Netzwerk von einem knappen Dutzend Designern, Goldschmieden und Kunsthandwerkern will sie von der Hauptstadt aus dafür sorgen, "dass sich der Wert des Fahrzeugs endlich auch in der Wertigkeit des Schlüssels widerspiegelt." So wie bei dem goldenen Exemplar, das sie jetzt vorsichtig wieder auf die Lederkissen in der Holzschatulle gleiten lässt.

Elektronisch vermessen und am PC modelliert

Für dieses exklusive Schlüsselerlebnis rüstet Noblekey nicht einfach die Türöffner der Autohersteller auf, vergoldet sie oder klebt Edelsteine auf das Gehäuse. "Das wäre uns buchstäblich zu billig", sagt Designer Till Mainz. Er übernimmt vom Original lediglich den Bart und bei modernen Fahrzeugen die elektronischen Innereien für Komfortfunktionen und Wegfahrsperre. Fast so, wie die Designer ein neues Auto gestalten, modelliert er aus Ton seine eigenen Schlüsselgehäuse, die in der Regel die Formensprache des Fahrzeugs aufnehmen: Das typische Haifischmaul von Maserati, den tempelartigen Kühlergrill eines Rolls-Royce, die Flügeltüren eines Mercedes SL oder die wollüstigen Kotflügel eines Porsche 911 – wenn Mainz fertig ist, braucht es zur Erkennung gar kein Markenlogo mehr.

Mit einem Netzwerk von Designern, Goldschmieden und Kunsthandwerkern werden die außergewöhnlichen Schlüssel produziert.
Mit einem Netzwerk von Designern, Goldschmieden und Kunsthandwerkern werden die außergewöhnlichen Schlüssel produziert.Foto: Promo

Das fertige Tonmodell wird elektronisch vermessen und am PC fertig modelliert. Dann erstellt Mainz die Formen, die mit Silber oder mit Gold und Platin ausgegossen werden. Diese Rohlinge werden handpoliert oder gebürstet, andere Bestandteile des Schlüssels in Wagenfarbe lackiert, mit Leder überzogen oder aus massiven, seltenen Edelhölzern hergestellt: "Wir bieten eine Auswahl von über 140 Edelhölzern bis hin zum Elfenbein vom Urzeit-Mammut", sagt Mainz, der bisweilen natürlich auch Brillanten oder andere Edelsteine verarbeitet. Auch Karbon und Keramik sind zu haben.

Es benötigt Zeit und reichlich Geld

Der eigene Entwurf, die Liebe zum Detail und natürlich auch die Tücken der modernen, elektronischen Schließtechnik – das alles kostet ein wenig Zeit. Für den Schlüssel für ein neues Modell braucht Noblekey deshalb meist drei, vier Monate. Nur wenn es den betreffenden Typen schon im Katalog gibt, schaffen es die Berliner auch mal in sechs, acht Wochen.

Aber ein Noblekey erfordert nicht nur Geduld, sondern vor allem jede Menge Geld. Zwar kosten die Originalschlüssel je nach Hersteller mittlerweile auch schon drei-, vierhundert Euro. Aber beim Schlüsseldienst der Luxusklasse beginnt die Liste erst bei 1800 Euro. Doch auch Aufträge für mehr als 30000 Euro pro Schlüssel sind ihr bereits auf den Tisch geflattert. (sppr)

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