Auto : Ein ganz entzückendes Revier

Ein Törn auf der Müritz bringt die Bootsfahrer ins Schwärmen

Jan Peterson

Wem der Sinn nach Wellenplätschern statt Vuvuzela-Tröten steht, und wer ein gehisstes Großsegel dem Flaggenmeer beim Public Viewing auf der Straße des 17. Juni vorzieht, der findet jetzt, zu Sommerbeginn, auf den Seen und Flüssen in der Region Naturerlebnis und Erholung.

Besonders reizvoll für Törns auf dem eigenen Kiel oder im Charterboot ist die Müritz. Mit einer Gesamtfläche von 117 Quadratkilometern liegt Deutschlands größter Binnensee nur rund 90 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto von Berlin entfernt. Bekannt ist die Müritz vor allem als beliebtes Segel- und Hausbootrevier, das an seinen Ufern nicht nur landschaftliche Vielfalt, sondern auch so manches kulturelle Highlight bietet.

Statt eines nördlichen Ufers mündet der See direkt in die kleine Binnenmüritz. An deren Ufer liegt der Luftkurort Waren (Müritz), das kulturelle Zentrum der Müritzregion und beliebtes Ziel jeder Wasserwanderung. Der Hafen ist malerisch in die Stadt eingebunden, und in der Hauptsaison sind die dortigen Liegeplätze begehrt. Wer also in Waren vor Anker gehen will, sollte mit seinem Boot früh einlaufen. Als Alternative zum Stadthafen bieten sich mehrere Liegeplätze am gegenüberliegenden Ufer der Binnenmüritz an.

Große Teile des Ostufers der Müritz gehören zum gleichnamigen Nationalpark und sind durch Tonnen als Schutzgebiet ausgewiesen. Befahren oder Anlanden ist deshalb auf dieser Uferseite erst im südlichen Bereich möglich. Erster Hafen südlich des Nationalparks ist der Naturhafen am Bolter Kanal mit einem Kanuverleih und einer Ferienhaussiedlung. Besonders bei Seglern und Kanuten ist dieser Hafen beliebt, weil er nicht nur idyllischen gelegen ist, sondern gleichzeitig der Ausgangspunkt für eine Tour auf der für den Motorverkehr gesperrten „Alten Fahrt“ ist. Über den Woterfitzsee geht es auf dieser Route vorbei am malerischen Granzower Möschen bis zur Schlossinsel in Mirow. Über die Müritz-Havel-Wasserstraße und die Kleine Müritz gelangt man schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Wer motorisiert ist, steuert die weithin sichtbare Marina Müritz an, im alten Fischerort Sietow gelegen – mit einem angeschlossenen Ferienpark und einer großen Hafenanlage. Das dortige Restaurant „Captain's Inn“ ist eine Station auf der kulinarischen Müritzrunde und lädt zum Verweilen und zum Schlemmen ein. Das Luftfahrttechnische Museum Rechlin lotst die Bootfahrer an den Claassee, der durch einen kleinen Stichkanal mit der Müritz verbunden ist.

Das Befahren der Müritz ist für Hausbooturlauber dank des so genannten Charterscheins auch ohne Bootsführerschein möglich. Trotzdem sollte das Gewässer nicht nicht unterschätzt werden. Schnell können sich bei zunehmendem Wind unangenehme Hackwellen aufbauen und schlechte Sicht die Fahrt behindern. Bootsneulinge wie erfahrene Kapitäne sollten dann auf jeden Fall die nötige Vorsicht walten lassen.

Schon Theodor Fontane huldigte 1896 diesem „ganz entzückenden Stück Erde: Die Luft ist wundervoll, und je nachdem, wie der Wind steht, bin ich auf unserem Balkon von einer feuchten Seebriese oder von der Waldseite her von Tannenduft und -luft umfächelt.“

Dem Revier an der Müritz ist ein Booklet gewidmet, das der aktuellen Ausgabe des Magazin „Bootshandel“ beiliegt. Im einem handlichen Format, das optimal ins Bordschapp passt, finden Bootsfahrer hier auf 32 Seiten praxisnahe Törntipps, Infos für Landgänge, die aktuellen Schleusenzeiten und Hafeninformationen.

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