Elektroauto : Die Antriebe der Zukunft: Mercedes mixt

Die Elektromobilität ist eine von drei Säulen, auf denen die Antriebswelt zukünftig aufbaut. Parallel setzt Mercedes weiter auf (zu optimierende) Verbrennungsmotoren und auf eine Hybridisierung.

Eric Metzler

Smart – welch’ strategischer Schatz für Mercedes! Ohne Klein- und Kleinstwagen läuft in Zukunft wenig. Und jeder zweite Autofahrer ist offen für ein Elektrofahrzeug, sagen Umfragen. Da sind die Schwaben froh, schon heute ein bisschen mehr bieten zu können als fromme Ankündigungen: Der Einstieg mit Elektro-Smarts in London, Rom und Berlin zeigt, dass (und wo) reines Stromern Sinn ergibt – in Ballungsräumen, wo die Reichweite nicht so entscheidend ist.

Nach diesem Spot auf den Smart will Mercedes nun seine gesamte Modellpalette ausleuchten: Die Elektromobilität ist eine von drei Säulen, auf denen die Antriebswelt zukünftig aufbaut. Parallel setzen die Stuttgarter weiter auf (zu optimierende) Verbrennungsmotoren und auf eine Hybridisierung. Der Hersteller präsentiert eine „Road to emission-free Mobility“ – hier der Stand der Dinge:

VERBRENNUNGSMOTOREN

In modernen Diesel- und Benzin-PKW sieht Entwicklungsvorstand Thomas Weber „kurzfristig eine Menge Potenzial“. Doppeltes Ziel unter dem Rubrum „Blue Efficiency“: a) Diesel so sauber wie Benziner und b) Benziner so sparsam wie Diesel machen. Dass Punkt a) Realität ist, belegen vier Neuerscheinungen im Herbst: Der E 350 und die SUV-Klassen GL, M und R kommen als Bluetec. Ohne Ausstoß von giftigen Stickoxiden erfüllen sie schon die ab 2014 geltende EU6-Norm. Auch bei Punkt b) ist der Anfang gemacht: Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung und Start-Stop-Technologie sollen binnen 24 Monaten im kompletten Motorenprogramm selbstverständlich sein. So wie in den gerade eingeführten Vierzylinder-Turbos, die trotz kleinerem Hubraum mehr leisten als frühere Sechszylinder – bei bis zu 21 Prozent Spritersparnis.

HYBRIDISIERUNG

Mercedes legt sich nicht fest und schließt nichts aus. Ein „modularer Systembaukasten“ soll es ermöglichen, Hybridmodule verschiedener Leistung mit verschieden starken Batterien und verschiedenen Verbrennungsmotoren zu kombinieren. Ausdrücklich stehen auch Selbstzünder in Rede – so soll Weber zufolge sogar „eine S-Klasse mit weniger als vier Litern Verbrauch machbar“ sein. Auf Basis des Baukastens sind Mild-Hybride möglich (wie die gerade erschienene S-Klasse), genauso aber Vollhybride (fahren rein elektrisch) oder Plug-ins (lassen sich zusätzlich an der Steckdose aufladen).

ELEKTROAUTOS

Mercedes warnt einerseits vor Euphorie, geht aber andererseits davon aus, dass wir schon in wenigen Jahren emissionsfrei durch Städte und Ballungsräume fahren – entweder mit Brennstoffzellen- oder mit Batteriefahrzeugen. Bei letztgenannten setzen die Stuttgarter zusammen mit hochkarätigen Industriepartnern alles daran, der Lithium-Ionen-Technologie zum Durchbruch zu verhelfen und die Infrastruktur zu verbessern. Die Chancen stehen nun besser, weil die Politik endlich konkret wird. Was die Brennstoffzelle angeht, zeigte Mercedes gerade ein Vorserienmodell der „B-Klasse F-Cell“ – ein Auto, dessen Fahrleistungen uns bei einer begleiteten Ausfahrt gefielen, zu dem aber leider noch kein realistischer Preis genannt werden kann. Eric Metzler

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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