Auto : Endlich mal ein schlauer Radschlag

Antara und Corsa gibt es mit Auszieh-Träger

Eric Metzler

Nehmen wir Frau H.: Die hat sich für ein niedliches Stadtauto mit Ausflugsreserven entschieden, einen silbernen Renault. Als sie das Wägelchen kaufte, gab es nicht nur einen ordentlichen Rabatt, sondern einen Fahrradträger obendrein – speziell konstruiert für das zierliche Heck des Modus. Über die großzügige Zugabe im Wert von zwei- bis dreihundert Euro hat sich Frau H. riesig gefreut. Vorsorglich kündigte sie der nächsten Umgebung das Zeitalter der Radtouren an, verband das im Falle des Mannes aber mit der Bitte, ihr das gute Stück erstmal in den Keller zu tragen. Dort steht der Velofix seit gut einem Jahr – und wartet auf seinen ersten Einsatz.

Opel muss die Geschichte geahnt haben. Deshalb gaben die Rüsselsheimer klugen Köpfen den Auftrag, etwas Schlaues zu erfinden, was den Radfreunden die Tour ins Grüne erleichtert. Das Ergebnis ist eigentlich gar nicht zu sehen und gerade deshalb genial: Es steckt immer im Auto, verborgen im Unterboden, bei Bedarf zieht man den Träger heraus. Das flex-fix-System, wie Opel sein Patent getauft hat, gibt es jetzt als Neuwagen-Option für den Antara. Premiere hatte es vor einigen Monaten im neuen Corsa – erwähnt mit einer Zeile im Ausstattungskatalog und entsprechend wenig beachtet. Inzwischen hat sich das intelligente Feature unter den Opelkunden herumgesprochen und zum Renner der aufpreispflichtigen Extras gemausert.

Im Ruhezustand ist kaum zu erkennen, wer einen flex-fix an Bord hat und wer nicht. Die Stoßstange ist an zwei Stellen geschlitzt, das Stück dazwischen lässt sich gut 40 Zentimeter herausziehen. Dann arretiert man die Lade, klappt einige Halter nach oben und steckt die Bremsleuchte an. Schließlich hebt man zwei Räder auf das Konstrukt, fädelt das Tretlager ein und schnallt einen Gurt um die Felgen. Keine Angst – das Ganze klingt komplizierter als es ist. Macht ein Profi die Aktion einmal vor, geht die Übung spätestens beim zweiten Mal leicht von der Hand und ist in drei Minuten erledigt.

Im Antara dürfte das 650 Euro teure flex-fix noch mehr Erfolg haben als im Corsa. Wer sich für einen SUV entscheidet, ist in der Freizeit besonders aktiv, sagen die Marktforscher – und damit ist nicht das Schleppen sperriger Träger auf den Dachboden oder in den Keller gemeint. Eric Metzler

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