Auto : Endlich wieder ein richtiger Type

Jaguar begeistert mit einem neuen Zweisitzer.

Viel zu lange nach Ende des legendären E-Type besinnen sich die Briten endlich auf ihre Tradition als Sportwagenhersteller und fahren in einem knackig-kurzen Roadster in die Zukunft. Schon im Frühjahr soll der F-Type zunächst als Roadster und vermutlich ein Jahr später auch als Coupé in den Handel kommen – zu Preisen ab 73 400 Euro.

Er wollte zwar ganz bestimmt kein Retro-Auto zeichnen, sagt Designchef Ian Callum, der deshalb nur in den Rückleuchten ein direktes Zitat aus dem alten E-Type übernommen hat. Aber genau wie der E-Type von 1961 sollte der F-Type ein reinrassiger Sportwagen werden. So steht der F-Type tatsächlich schlank auf der Bühne und lockt mit den typischen Reizen: einer endlos lange Haube, der Wespentaille und dem kurzen, knackigen Heck – das ist es, womit die Kundschaft bei Jaguar endlich wieder auf die Überholspur einbiegen möchte. Dass einem der F-Type dabei aus manchen Perspektiven verdächtig bekannt vorkommt, von vorn an den Maserati Gran Turismo und von der Seite an den BMW Z8 erinnert, muss man dabei schon in Kauf nehmen – schließlich gelten für alle Sportwagen die gleichen Ideale.

Musste Designchef Callum bei den anderen Baureihen oft Kompromisse machen, konnte er bei diesen prestigeträchtigen Projekt einen gewissen Eigensinn durchsetzen: Damit die schlichte Flanke nicht unterbrochen wird, hat der F-Type Türgriffe zum Ausklappen, und für die Hohlkehle unter der messerscharfen Tornado-Linie mussten die Engländer eigens ein neues Alu-Pressverfahren entwickeln. Auch innen geht der F-Type seinen eigenen Weg. Er nimmt Abschied vom TFT-Bildschirm hinter dem Lenkrad und dem Getriebewählrad auf dem Mitteltunnel: „Ein echter Sportwagen braucht richtige Instrumente und einen Knüppel fürs Getriebe“, sagt Callum. Viel anderes wird einem allerdings auch nicht übrig bleiben. Denn wo der große Bruder XK den gemütlichen Gran Turismo gibt, geht es im F-Type spürbar enger zu. Da ist er einem Porsche Cayman näher als einem 911.

Unter dem Blech nutzt der F-Type allerdings alles, was die Marke an Errungenschaften zu bieten hat. Vom XJ zum Beispiel übernimmt er die Aluminium-Bauweise, die das Gewicht des Roadsters auf unter 1,6 Tonnen drückt und für ein entsprechend handliches Fahrgefühl sorgen soll. Vom XK kommt das teilweise aufpreispflichtige Adaptivfahrwerk. Und auch die Motoren kennt man aus anderen Modellen. An der Basis steht der neue Dreiliter-Kompressor, der aus sechs Zylindern wahlweise 340 oder 380 PS schöpft. sppr

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