Auto : Erblich vorbelastet: Der Aveo trägt weiter Bürden

Bei Kronzeugen hilft eine neue Identität oft. Bei Autos ist das nicht immer so. Auch wenn die neue Optik mit der bulligen Schnauze und dem Heck mit dem wuchtigen Stoßfänger beim Chevrolet Aveo einiges hermacht, kann der jüngste Spross der GM-Daewoo-Familie seine Wurzeln nicht verleugnen. Die Plattform des Aveo stammt nämlich vom Kalos, dessen miserables Abschneiden im Euro-NCAP- Crashtest mit nur zwei von fünf Sternen Schlagzeilen machte. Noch steht das Ergebnis für den Aveo aus, aber Chevrolet-Vertriebsdirektor Steffen Raschig rechnet mit deutlicher Verbesserung: „Wir haben den Vorderbau verändert.“

Angesichts der Motoren fragt man sich aber, ob die nicht auch besser noch einmal überarbeitet hätten werden sollen. Bei jeder Autobahnsteigung, die man mit dem 1,2-Liter-Triebwerk im fünften Gang bewältigt, hat man Angst, rückwärts wieder runterzurollen. Auch das um 17 PS stärkere 1,4-Liter-Aggregat ist kein Ausbund an Temperament und passt zum schwammigen Fahrwerk. Trotzdem wäre ESP, das es beim Aveo nicht einmal optional gibt, wünschenswert.

Die Platzverhältnisse entschädigen für die mäßigen Fahrleistungen. Vorne und hinten ist genügend Platz, so dass vier Personen einigermaßen komfortabel reisen können. Der Kofferraum mit 220 Liter Volumen ist für einen Kleinwagen gerade noch akzeptabel. Ebenso wie die etwas freudlose Material-Anmutung des Hartplastik-Cockpits, das Handschmeichel-Fans auf eine harte Probe stellt. Immerhin ist es übersichtlich und die klare Linie der Rundinstrumente schmeichelt wenigstens den Augen. gomo

Den Aveo gibt es mit zwei Motorisierungen, einem 1.2 Liter mit 84 PS und einem 1.4 Liter mit 101 PS. Für den stärkeren Motor ist auch eine 4-Gang-Automatik optional erhältlich. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 5,5 (5,9) Liter pro 100 km, der CO2-Ausstoß bei 132 und 140g/km. Die Preise beginnen bei 11 090 Euro.


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