Erlkönig des Jaguar F-Pace gesichtet : Britische Antwort auf den Porsche Macan

Ein SUV mit der Raubkatze wäre früher ein Sakrileg gewesen. Nun steht der Jaguar F-Pace wohl auf der IAA. Auf dem Großglockner wurden auch schon Erlkönige des Briten-SUV gesichtet. Wir haben mal genauer hingeschaut.

Rainer Ruthe
Schnappschuss im Tarnkleid: Der Jaguar F-Pace als Erlkönig auf der Großglockner Hochalpenstraße.
Schnappschuss im Tarnkleid: Der Jaguar F-Pace als Erlkönig auf der Großglockner Hochalpenstraße.Foto: Rainer Ruthe

Rund 900.000 Besucher schrauben sich jährlich auf und in ihren zwei- und vierrädrigen Gefährten – vom Fahrrad oder Motorrad über den Sportwagen bis zum Wohnwagen – auf der insgesamt 48 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße mit ihren 36 Kehren bis zu einer Höhe von 2504 Meter hinauf. Für alle ein unvergessliches Erlebnis und für manche auch eines mit überraschenden Begegnungen. Denn auch bei der Autoindustrie hat sich herumgesprochen, dass Steigung und Kurven Mensch und Maschine viel abfordern. So ist diese Hochalpenstraße auch das ideale Terrain, um Prototypen unter Extrembedingungen in der Praxis zu testen. Wie zum Beispiel Jaguar, die hier ihr erstes SUV finalen Abstimmungsfahrten unter Alltagsbedingungen unterzogen. Ein Prototyp des neuen F-Pace fuhr uns überraschend vor die Linse und gab trotz seiner Tarnung einiges preis.

Stilistisch basiert der neue Jaguar F-Pace auf der Studie C-X17,  welche auf der IAA vor zwei Jahren sehen war. Mit seiner Länge von rund 4,70 Meter dürfte er nicht nur genau zwischen BMW X3 und X5 passen, sondern auch exakt auf den 4,68 Meter langen Porsche Macan zielen, dessen Abmessungen das neue Jaguar M-SUV bis auf wenige Zentimeter kopiert. Auch der neue F-Pace fügt sich nahezu nahtlos in das Design der anderen neuen Modelle ein – mit typischem ovalen Kühlergrill wie beim XJ, mit ausgestelltem Hüftschwung wie beim XK, mit eingezogener Heckscheibe wie beim Jaguar XF und mit punktförmigen Rückleuchten wie beim F-Type, die am Prototyp trotz der Tarnung zu erkennen sind.

Jaguar F-Pace eher auf Straße getrimmt

In vielen Details nutzt das erste Jaguar-SUV bewährte Technik der Konzernschwester Land Rover. Dennoch basiert der Jaguar F-Pace weder auf dem neuen Discovery Sport noch auf dem Range Rover, sondern er nutzt den Aluminium-Baukasten des neuen Jaguar XE. Und von ihm übernimmt er auch Allradantrieb sowie  Motoren. Der F-Pace kann mit seinen 20 Zentimetern Bodenfreiheit zwar auch im Gelände bewegt werden, doch anders als der in dieser Beziehung kaum zu dopende Range Rover soll Jaguars erstes SUV in erster Linie auf der Straße eine gute Figur machen. Sozusagen als hochgebockter Sportwagen nach dem Vorbild des Porsche Macan. Eine Spezies, die übrigens wegen der sinkenden Kraftstoffpreise gegenwärtig einen sehr starken Nachfrageschub erfährt – trotz saftiger Preise und nicht gerade niedriger Verbrauchswerte sowie hoher Versicherungstarife.

Der Jaguar F-Pace bedient sich technisch natürlich bei der Konzernschwester Land Rover, will aber durch eigenständiges Design die Kunden überzeugen.
Der Jaguar F-Pace bedient sich technisch natürlich bei der Konzernschwester Land Rover, will aber durch eigenständiges Design die...Foto: Rainer Ruthe

Auch bei den Motoren greift Jaguar beim F-Pace auf eigene Technik zurück. So zum Beispiel die neuen Diesel der Ingenium-Baureihe mit zwei Litern Hubraum und 163 sowie 180 PS. Eingeplant ist auch ein V6-Selbstzünder mit gut 250 PS, um dem Porsche Macan Paroli bieten zu können. Hinzu kommen Benziner vom Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum und 200 PS bis zum drei Liter großen Kompressor-V6 mit 340 PS. Das Top-Modell des Jaguar F-Pace soll mit dem fünf Liter großen V8-Motor antreten, welcher bis zu 550 PS leistet. Eine klare Kampfansage an Porsche in der Liga der unvernünftigen Über-SUV.

Es wird interessant im nächsten Jahr. Weil der Porsche Macan auf dem bereits vor sieben Jahren vorgestellten Audi Q5 basiert, wäre der  Jaguar F-Pace als einziges SUV mit Aluminium-Karosserie das interessantere Auto. Doch 2016 trifft er dann auf die nächste Generation des Audi Q5. Zum Preis:  Der Porsche Macan S mit 340 PS starkem V6-Benziner startet ab 59 715 Euro. In diesen Preisregionen oberhalb der 50 000 Euro dürfte sich auch Jaguars erstes SUV bewegen, der F-Pace mit 340 PS starkem V6-Benziner und Achtgangautomatik. Mit Vierzylinder-Benziner bleibt er noch unter dieser magischen Schwelle. Doch nach oben ist die Preisskala offen. Auf der IAA im September wird er erste Mal ohne Tarnung zu sehen sein.

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