Europäische Märkte schwächer : Deutscher Automarkt bleibt 2012 robust

Der deutsche Automarkt bleibt robust. Doch Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute werden das Wachstum bremsen, warnt der Importeursverband VDIK. Europaweit stehen die Zeichen auf Stagnation - vorausgesetzt, die Politik kriegt die Krise in den Griff.

Für den deutschen Automarkt dürfen die Konzerne auf ein kleines Wachstum hoffen. Schon in diesem Jahr ging es mit dem Absatz bergauf.
Für den deutschen Automarkt dürfen die Konzerne auf ein kleines Wachstum hoffen. Schon in diesem Jahr ging es mit dem Absatz...Foto: dapd

Der deutsche Automarkt kann 2012 trotz der Unsicherheit über die Entwicklung an den Finanzmärkten und der Gesamtwirtschaft mit weiterem Wachstum rechnen. "Angesichts der zu erwartenden Nachfrage im privaten Konsum sollte ein leichtes Plus mit bis zu 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen möglich sein“, sagte der Präsident des Verbandes der Importeure VDIK, Volker Lange. Damit sieht Lange die Marktentwicklung etwas positiver als der Verband der Automobilindustrie (VDA), der die deutschen Hersteller vertritt.

Gleichzeitig schränkte Lange ein: „Es gibt bei dieser Einschätzung Risiken. Die immer noch nicht auf den Weg gebrachten Lösungen der europäischen Schuldenkrise schaffen kein Vertrauen.“ Dieses Vertrauen der Bürger und der Wirtschaft sei aber wichtig für eine Exportnation wie Deutschland. Die Prognosen stünden daher unter dem Vorbehalt, dass die Politik die Krise in den Griff bekommt.

Weniger Zuversicht für europäischen Markt

Für 2011 geht der VDIK von 3,16 Millionen Neuzulassungen in Deutschland aus. Dies wäre ein Plus von neun Prozent zum Vorjahr. Der Anteil ausländischer Marken wird voraussichtlich bei 35,3 Prozent liegen nach 35,8 Prozent 2010. „Ich sehe diesen Marktanteil als erfolgreiches Abschneiden“, sagte Lange.

Der VDA rechnet mit mehr als 3,1 Millionen Neuwagen in diesem Jahr und einem stabilen Markt 2012. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hält schon in diesem Jahr 3,2 Millionen Neuzulassungen für möglich - das wäre eine zweistellige Steigerung zum Vorjahr.

Für den europäischen Markt insgesamt ist Lange weniger zuversichtlich. Schon 2011 werde europaweit das Vorjahresniveau nicht geschafft. 2012 sei lediglich mit einem stabilen Markt zu rechnen.

Stillstand in Spanien

Noch pessimistischer ist Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. 2012 werde ein schwieriges Autojahr mit einem Minus von 5,3 Prozent in West-Europa, sagte er: "Wir erwarten 2012 in West-Europa nur noch 12,1 Millionen Pkw-Verkäufe, ein Minusrekord seit 18 Jahren. Damit wird 2012 schwieriger als das Jahr der Lehman-Pleite 2008." In Frankreich würden im kommenden Jahr 6000 Arbeitsplätze gestrichen, überwiegend bei Peugeot. In Spanien arbeiteten Ford, Seat und Opel bereits auf Sparflamme. Renault schließe 2012 wegen fehlender Aufträge sein spanisches Werk für einen ganzen Monat.

Bei den Nutzfahrzeugen erwartet Lange 2012 einen leichten Rückgang des deutschen Marktes. Nach 330.000 Fahrzeugen in diesem Jahr - einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - dürften im nächsten Jahr 325.000 Nutzfahrzeuge neu zugelassen werden.

Lange sieht die VDIK-Mitgliedsunternehmen als Vorreiter bei den alternativen Antrieben. Von den 1200 in diesem Jahr neu zugelassenen Autos mit Elektroantrieb trugen 92 Prozent das Label einer ausländischen Marke. Bei den Hybridfahrzeugen, bei denen Elektro- und Verbrennungsmotoren gekoppelt werden, betrug der Anteil der Importeure 86 Prozent.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben