Fahrbericht: Chevrolet Orlando : Ein familienfreundliches Angebot

Familiensinn - diese Tugend passt bestens zum Chevrolet Orlando. Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel überzeugt er mit viel Platz sowie einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Qualitäten, die auch Paare mit vielen Freunden und Bekannten zu schätzen wissen.

Mit seiner Optik wird er nicht alle Familienmitglieder begeistern können. Aber der hohe Praxisnutzen des Chevrolet Orlando kann vieles ausgleichen.
Mit seiner Optik wird er nicht alle Familienmitglieder begeistern können. Aber der hohe Praxisnutzen des Chevrolet Orlando kann...Foto: Hersteller

4,65 Meter lang ist die Großraumlimousine, deren Aussehen von einem auffälligen Gesicht, muskulösen Radhäusern sowie einer niedrigen Dachlinie geprägt ist. Mit dem Unterfahrschutz am Heck und der Rundum-Beplankung aus schwarzem Kunststoff wirkt der Chevy eher wie ein Geländegänger als eine Familienkutsche und hebt sich angenehm von anderen Vertretern in diesem Segment ab.

Im Innenraum wird schnell die Verwandtschaft mit Opel deutlich. Seien es die Bedienelemente, die Funktionen oder die Mittelkonsole in Klavierlackoptik - all das ist aus Modellen wie dem Insignia oder dem Astra
bekannt. Im Orlando kommt allerdings deutlich mehr Hartplastik zum Einsatz, die Haptik ist dennoch in Ordnung. Gebrauchsspuren sind jedoch schnell und deutlich zu erkennen - bei einem Auto für Familien ist das ein echter Nachteil.

Viel Platz im Innenraum

Auf dem Armaturenbrett dominiert das Hartplastik. Die Verarbeitung hingegen ist in Ordnung.
Auf dem Armaturenbrett dominiert das Hartplastik. Die Verarbeitung hingegen ist in Ordnung.Foto: Hersteller

Über das Platzangebot können sich Fahrer und Beifahrer nicht beschweren. Reihe zwei ist zwar in der Länge nicht verschiebbar, die Lehnen lassen sich jedoch in der Neigung verstellen und umklappen. Hier können zwei groß gewachsene Personen noch mit guter Beinfreiheit sitzen. Der Mittelplatz indessen ist unbequem. Das gilt auch für den Zugang zu den beiden im Fahrzeugboden versenkbaren Stühlen in der dritten Reihe. Um dorthin zu gelangen, muss erst die im Verhältnis 60 zu 40 geteilte Rückbank zweimal gefaltet werden - und selbst dann ist der Einstieg eher schmal. Einmal hinten angekommen, müssen Erwachsene ihre Knie verhältnismäßig weit anwinkeln, da die Sitzflächen nur knapp über dem Boden montiert sind. Für kurze bis mittellange Strecken ist das auszuhalten, längere Fahrten sind nicht empfehlenswert.

Für eine lange Reise als Septett wäre dann auch der Kofferraum etwas knapp bemessen: Bei voller Besetzung beträgt das Ladevolumen des Gepäckabteils gerade einmal 101 Liter. Da ist mit zwei Trolleys und einer Reisetasche schon das Ende der Kapazität erreicht. Ist die dritte Reihe nicht besetzt, sind es 466 Liter, maximal kann der Stauraum bis auf 1.594 Liter erweitert werden. Für Krimskrams stehen im Passagierabteil zahlreiche Fächer zur Verfügung. Sehr pfiffig ist das "Geheimfach" für Handy, Schlüssel und Taschentücher, das sich hinter dem Radio-Bedienteil verbirgt. Dort ist zudem ein USB-Anschluss als Verbindungsglied zum Radio platziert.

Schaltanzeige und Start-Stopp nicht lieferbar

Der Chevrolet Orlando besticht mit günstigem Preis und viel Nutzwert. Für Familien ist er daher eine Überlegung wert.
Der Chevrolet Orlando besticht mit günstigem Preis und viel Nutzwert. Für Familien ist er daher eine Überlegung wert.Foto: Hersteller

Beim Genuss seiner Lieblingslieder stören auch keine Zwischentöne des 163 PS starken Zwei-Liter-Common-Rail-Diesels. Das anfängliche Nageln verschwindet nach einer schnellen Warmlaufphase, und dann punktet der Selbstzünder mit Laufruhe. Zudem überzeugt der Vierzylinder mit kräftigem Antritt. Erfreulich ist darüber hinaus, dass bei einem einigermaßen vernünftigen Umgang mit dem Gaspedal der Normverbrauch von sieben Litern durchaus realisiert werden kann - und das ohne Schaltanzeige und Stopp-Start-Automatik. Beides ist bisher für den Orlando nicht lieferbar.

Während die Sechsgang-Schaltung exakt arbeitet, könnte die Lenkung etwas mehr Präzision vertragen: Sie wirkt eher schwammig. Federung und Dämpfung sind hingegen auf eine gute Mischung aus komfortabel und straff abgestimmt. Allerdings wirkt die Hinterachse auf schlechter Fahrbahn ein wenig steif, was besonders den Hinterbänklern unangenehme Stöße ins Kreuz beschert.

Familienfreundliche Preisgestaltung

Angenehmer ist da der Anblick der Preisliste: Gegenüber dem Basisbenziner ist der leistungsstarke Diesel in der besten Ausstattungskategorie mit einem Preis von 24.790 Euro zwar 5.800 Euro teurer. Doch neben dem serienmäßigen Lieferumfang mit sechs Airbags, ESP, CD-Radio sowie elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln sorgen dann unter anderem Parksensoren, Nebelscheinwerfer, ein abblendbarer Innenspiegel, Gepäcknetz, Regen- und Lichtsensor sowie Klimaautomatik für zusätzlichen Komfort an Bord. Und das ist dann doch ganz im Sinne aller Familienmitglieder. (dapd)

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