Fahrbericht Nissan Pathfinder : Auf eigenen Pfaden

Große SUVs sind rüpelhafte Angeber-Autos? Das mag für so manche Luxus-Modelle der Edelhersteller durchaus gelten. Aber es gibt Aufgaben, für die ein leidlich geländefähiger Großraumdampfer einfach passt. Wir haben so einen, den Nissan Pathfinder, mit einem Kurz-Trip mal auf die Probe gestellt.

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Aus dem Unterholz: Der Nissan Pathfinder ist hierzulande keine Zulassungsgröße. Konzipiert wurde er ursprünglich für den US-Markt. Für die europäischen Gefilde ist er eigentlich eine Nummer zu groß. Erfüllt er aber seine Zwecke als Reisegefährte?Weitere Bilder anzeigen
Foto: Markus Mechnich
28.11.2012 11:28Aus dem Unterholz: Der Nissan Pathfinder ist hierzulande keine Zulassungsgröße. Konzipiert wurde er ursprünglich für den US-Markt....

Wer als Pfadfinder durch die Welt geht, der verpflichtet sich Gutes zu tun und für andere Verantwortung zu übernehmen. Das ist auf ein Automobil natürlich nicht übertragbar, aber eine gewisse Großzügigkeit und den Willen seinen Insassen gute Dienste zu leisten, darf auch dem größten und schwersten Fahrzeug der Nissan-Modellpalette unterstellt werden. Sieben Sitze, ein Gepäckraum im Format eines Kleinwagens und eine komfortable Abstimmung, die all den Unbill dieser Welt von den Passagieren abhält. So viel Sorgsamkeit könnte auch einem Pfadfinder gut zu Gesicht stehen.

Aber braucht es ein Auto in dieser Größe wirklich? Und für was eigentlich genau? Gut Pferdeanhänger ziehen ist eine Sache, die ein solches Dickschiff sicher gut kann. Aber nicht jeder hat ein Boot oder ein paar Pferde zum Dranhängen. Wir haben einfach mal geladen und sind losgefahren die letzten warmen Tage in Norditalien zu erhaschen. Die ligurische Mittelmeerküste heißt das Ziel und rund 3000 Kilometer liegen vor uns. Eine gute Basis um zu prüfen, ob ein solcher Trip das geeignete Einsatzgebiet für ein großes SUV ist. Auf dieser Strecke ist alles dabei, was ein solches Fahrzeug können sollte: Lange Autobahn-Fahrten, Landstraßen und Berge. Aber auch enge Gassen und ein bisschen Gelände muss er bewältigen.

Gar nicht mal der Größte

Der erste Blick auf das Großraum-SUV von Nissan lässt das Auto in der Enge der City etwas bizarr erscheinen. Auf opulent dicken Rädern im 18-Zoll-Format steht hier ein wuchtiges Stück Automobil. Obwohl der Pathfinder mit einer Länge von 4,81 Metern gar nicht mal zu den Größten auf unseren Straßen gehört wirkt er wie ein vom Himmel gefallener Meteorit im XXL-Format. Vorne thront ein mächtiger, in Chrom gehaltener Kühlergrill, seitlich bieten Trittbretter zwischen den beiden Radläufen Gelegenheit sich aufzuschwingen und oben weckt die serienmäßige Dachreling Assoziationen an Afrika-Expeditionen. Gut, ist kein Auto für die Großstadt, das wussten wir vorher. Aber der Pathfinder erfüllt die These, dass wir es hier mit einem Landburschen zu tun haben, mit einem Monument aus Blech, Chrom und Stahl.

Platz ist kein Thema beim Pathfinder. Vorne und in der zweiten Reihe lässt es sich bequem reisen.
Platz ist kein Thema beim Pathfinder. Vorne und in der zweiten Reihe lässt es sich bequem reisen.Foto: Markus Mechnich

Schon beim Beladen macht sich die erste und auch oberste Tugend des asiatischen Pfadfinders bemerkbar: Jede Menge Platz. Auf allen Sitzplätzen können Erwachsene bequem mitfahren, vorne wie hinten. Das gilt auch für die dritte Sitzreihe, die bei vielen Konkurrenten zum schlechten Witz mutiert ist. Schon für Kinder sind die Plätze eine Zumutung und Oma da hinein zu schaffen mag man sich gar nicht vorstellen. Nicht so beim Pathfinder, der etwas größeren Erwachsenen sogar noch ein recht akzeptables Sitzerlebnis bietet.

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