Fahrbericht Subaru XV : Ein Abenteurer für die Stadt

Wir schreiben das Frühjahr 2012 und passend zur Saison, bringt Subaru seinen neuen Cossover auf den Markt - den Subaru XV. Man will ganz neue Zielgruppen ansprechen und dabei gleichzeitig eines der umweltfreundlichsten SUV präsentieren. Wir hatten die Gelegenheit ihn Probe zu fahren.

Andreas Pflug
Der macht was her: Früher hatten die Modelle von Subaru eher eine rustikalen Charme. Mit dem XV will man nun auch Kunden überzeugen, die eher Lifestyle-orientiert sind. Das macht sich schon an den poppigen Farben für das Modell fest.Alle Bilder anzeigen
12.03.2012 11:25Der macht was her: Früher hatten die Modelle von Subaru eher eine rustikalen Charme. Mit dem XV will man nun auch Kunden...

Subaru ist der weltgrößte Produzent von Allradfahrzeugen und in Deutschland im Segment der gehobenen SUVs bisher mit den Modellen Forester und den Legacy Outback vertreten. Im Heimatland Japan ist man einer der großen Spieler am Tisch, in Deutschland bisher von den Verkaufszahlen her ein Exot. Dabei spricht der Name Subaru eigentlich für viel Qualität, Innovation und legendäre Haltbarkeit. Die PKW-Serie Impreza WRX STI kennt auf der Welt fast jedes computerspielende Kind und dank gutem Product-Placement auch jeder Zuschauer die Science-Fiction-Serie Eureka.

Orange lockt die Käfer

Der kompakte Geländewagen XV, mit dem Subaru nun seine Modellpalette erweitert, soll sich vor allem in der Stadt wohlfühlen. Eine Anforderung, die auf den ersten Blick im Kontrast zum Thema SUV steht. Doch etwas feiner betrachtet, hat dieses Konzept so einige Vorteile.

Einer davon ist mit Sicherheit die flippige Farbauswahl. Man steht wieder zu Farben. Schwarz, schwarz metallic oder schwarz glänzend sind out. Wer Lust hat, bekommt den XV in einem freundlichen Orange. Das erleichtert an grauen Tagen das Wiederfinden des Fahrzeugs auf Parkplätzen erheblich und sorgt bei einigen Zuschauern sicher für einen Aha-Effekt. Lediglich im Hochsommer könnten einige Käferarten auf die Idee kommen, sich mit dem lockenden Farbton paaren zu wollen.

In der Modellpalette finden sich mehrere Motorisierungen wieder. Benzinmotoren mit 1.6 bis 2.0 Liter Hubraum und der bereits erwähnte 2.0-Liter-Diesel-Boxer. Die Fahreigenschaften der verschiedenen Treibstoffkonzepte sind grundlegend verschieden, was uns überraschte und dazu veranlasste, unseren Testbericht auch in zwei Teile aufzusplitten. Dazu etwas später mehr. Beginnen wir mit den Gemeinsamkeiten.

Leichtfüßig und straff

Gerade einmal 1300 Kilogramm wiegt ein XV im Schnitt. Er lässt sich sehr leicht und präzise steuern. Sollte sich der Fahrer einmal überschätzen oder die Straße glatter als erwartet sein, greift das ESP dezent ein und korrigiert fast unbemerkt die Spur. Ein angenehmes Gefühl der Sicherheit auch im Grenzbereich.

Die Straßenlage ist sportlich abgestimmt und dennoch hat Subaru das Fahrzeug nicht für den Nürburgring gebaut. Man fährt auch bei unebenen Wegen und Asphaltlochstrecken leichtfüßig und rückenschonend. Ein klarer Pluspunkt für die Fernreisetauglichkeit. Wünschenswert wäre allerdings eine Lordosestütze in den lederbezogenen Sitzen. Vielleicht kommt das ja noch als Option hinzu. Dafür bietet der Innenraum auch Platz für große Menschen jenseits der Marke von 1,90 Meter. Überhaupt hat man ein gutes Raumgefühl, nichts ist eng oder erdrückend.

Subaru ist bekannt für seinen Allradantrieb und auch der XV hat denselben an Bord. Wer einmal im Winter unterwegs war oder gar den vielen scheinbar verwaisten Parkplätzen am Straßenrand bei Schneeverwehungen nachgetrauert hat, wird hier endlich auf seine Kosten kommen. Allrad bedeutet mehr Fahrsicherheit. Vier Räder treiben an, vier Räder bestimmen die Richtung. Auch im Subaru funktioniert das gut.

Sitzen macht Spaß

Die Karosse ist insgesamt sehr kompakt, es ist von außen ein eher kleines Fahrzeug. Er konkurriert direkt mit Modellen wie dem Nissan Qashquai. Im Innenraum wiederum hat man ein Platzwunder geschaffen. Alles ist gut verarbeitet, es gibt etliche clevere Lösungen und Ablagen. Man hat das Gefühl, in einem größeren Fahrzeug zu sitzen - Angenehm hoch mit guter Übersicht über den Verkehr. Vor allem aber macht es Spaß hier zu sitzen. Dabei ist es egal, ob als Fahrer oder Beifahrer. Alles wirkt hochwertig, funktionell. Alles hat eine gewisse Griffigkeit. Die Innenraumdesigner haben sich viel Mühe gegeben, dem Käufer ein Stück mobile Wohnlichkeit zu geben, die man auch gerne anderen zeigen möchte.

Werfen wir einen Blick unter die Motorhaube, direkt aufs Herz. Subaru ist einer der wenigen Hersteller, die bei den Motoren eigene Wege gehen. So finden sich im neuen XV ausschließlich Motoren in Boxerbauweise. Damit ist man neben Porsche der einzige Hersteller, der diese Konstruktionsweise weiterentwickelt und kontinuierlich verbaut. Aber anders als Porsche, baut Subaru den Boxer auch als Dieselmotor. Extra für den XV wurde dieser komplett überarbeitet und stellt seitdem eine kleine Revolution in Punkt Laufruhe, Emission und Kraftentfaltung dar.

Plastik und Leder: Im Innenraum bietet der XV durchaus Zeitgemäßes. Das Multifunktionslenkrad dürfte allerdings etwas übersichtlicher ausfallen.
Plastik und Leder: Im Innenraum bietet der XV durchaus Zeitgemäßes. Das Multifunktionslenkrad dürfte allerdings etwas...Foto: Hersteller

Wir waren aber zuerst mit dem Zwei-Liter-Benziner unterwegs und wollen daher auch damit beginnen. Nur in dieser Motorisierung gibt es wahlweise ein CVT-Getriebe, also eine Automatik-Schaltung. Je nach Ausstattungspaket sind sogar manuellen Schaltwippen dabei, die sich am Lenkrad und nicht an der Lenksäule befinden. Das kann zu Verdruss führen, denn will man während des Lenkens schalten, muss man erst einmal die richtige Wippe finden. Vorausgesetzt natürlich, man hat den Automatikmodus deaktiviert.

Das wiederum scheint nicht wirklich Sinn zu machen, denn die Automatik arbeitet sehr präzise und gemütlich. Das kann man mit manuellem Schalten an den Wippen auch nicht verbessern und so bewegen sich die virtuellen Gänge des CVT-Systems langsam hin- und her. Für sportliche Fahrer ist das leider kein Vorteil. Für entspanntes Fahren in der Stadt, durch das Ländle oder einfach alle, die sich nicht für Ayrton Senna halten, ist es aber ideal. Sehr vorbildlich fällt dann auch die neue Start-Stopp-Automatik auf. Steht man länger an der Ampel, geht der Motor aus. Nimmt man den Fuß von der Bremse, springt er wieder an. Schnell, diskret und emissionssparend.

Wir wollen noch erwähnen, dass der Benzinmotor nicht aufgeladen wird und so nur etwa 196 Newtonmeter in der Variante mit zwei Litern Hubraum entwickelt. Leistung kommt hier aus Drehzahl und Fahrsprints sind etwas für die anderen.

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