Fahrbericht VW Golf Cabrio 1.6 TDI : Offen sein mit wenig Verzicht

Verzicht muss kein Masochismus sein. Das hat VW schon mit dem ersten Turbodiesel-Cabrio 1982 bewiesen. Was damals noch laut knurrte kommt heute im schicken Gewand daher. Ist das Vernunft-Cabrio auch sein Geld wert?

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Verzicht muss nicht schlimm sein: Das Golf Cabrio bietet im Vergleich zum Bruder weniger Nutzwert, aber dafür viel Spaß am offenen Fahren.
Verzicht muss nicht schlimm sein: Das Golf Cabrio bietet im Vergleich zum Bruder weniger Nutzwert, aber dafür viel Spaß am offenen...Foto: Markus Mechnich

Offen fahren, aber kompakt bleiben – Das ist gar nicht so einfach in Deutschland. Denn das Angebot an Cabrios im Kompaktsegment ist relativ überschaubar. Da gibt es die Stahldach-Cabriolets von Peugeot, in der Kompaktklasse ist das der 308. Renault hat mit dem Megane CC ebenfalls einen Kompakten mit Stahlklappdach zu bieten. Wer lieber eine Stoffmütze abnehmen mag, der landet früher oder später beim Golf. Zumindest bei einem begrenzten Budget. Denn die Alternativen BMW 1er und Audi A3 sind kaum unter 30 000 Euro zu haben.

Das ist ein Teil der Erklärung dafür, warum das Golf Cabriolet seit seinem Debüt im letzten Jahr so erfolgreich war. Im ersten Halbjahr wurden mehr als 12 000 Exemplare alleine in Deutschland zugelassen. Das ist insofern schon ein guter Wert, als das das neue Cabrio aus Wolfsburg damit den Eos um das Vierfache übertrumpfen konnte. Selbst in seinen besten Jahren fuhren kaum mehr als 6000 zu den deutschen Zulassungsstellen. An diesem Kräfteverhältnis wird auch das Debüt des neuen Golf in dieser Woche nichts ändern. Denn die Halbwertszeit der offenen Versionen des Golf ist in der Regel etwas länger als beim geschlossenen Ahnen.

Cabrio bedeutet Verzicht

Da scheint Volkswagen also mal wieder irgendwie den Nerv getroffen zu haben. Der Grund dafür ist nicht alleine in der Tatsache zu suchen, dass das Golf Cabrio nur wenig Konkurrenz hat. Das Modell profitiert auch von den bekannten Motoren und der soliden Technik des Wolfsburger Evergreens. Ein Golf ist eben ein Golf, sagen sich viele Kunden.

Dabei heißt auch beim Golf Cabrio fahren Verzicht üben. Der Kofferraum ist nur 250 Liter groß und es fehlen somit 100 Liter. Das wäre gar nicht mal so tragisch, wenn die Öffnung nicht so verflixt klein wäre. Schon eine Kiste Wasser in den Kofferraum zu bekommen ist nicht unbedingt die leichteste Übung. Zumal sich auch im Gepäckraum selbst diese 250 Liter etwas ungünstig unter dem zusammengeklappten Dach verteilen. Man ahnt, dass es da ist, das Volumen. Aber es lässt sich nur schwerlich nutzen.

Ähnliches lässt sich über die Plätze im Fond sagen. Für Erwachsene ist die Rückbank kaum länger als eine halbe Stunde zumutbar. Offiziell hat das Golf Cabrio sogar fünf Plätze im Angebot, aber so ernsthaft lassen sich diese höchstens mit Grundschulkindern besetzen.

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