Auto : Fahren auf schottisch

Das Benzin ist teuer – doch beim Fahrstil lassen sich fast immer noch Sparpotentiale finden

Felix Rehwald (dpa)

Als Reaktion auf die steigenden Spritpreise bleiben Autofahrern nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie verzichten auf Fahrten oder sie gewöhnen sich eine spritsparende Fahrweise an. In der kalten Jahreszeit gewinnt das noch größere Bedeutung, denn: Je kälter es ist, desto höher ist der Verbrauch. Der Grund dafür ist, dass der Motor erst seine Betriebstemperatur erreichen muss. Bei kaltem Motor ist die ganze Mechanik schwergängiger, was mehr Verschleiß bedeutet. Auf den ersten Metern geht der Verbrauch bei kaltem Motor daher auf bis zu 40 Liter pro 100 Kilometer hoch. Eine Möglichkeit um zu sparen: im Winter das Auto auf Kurzstrecken stehen lassen.

Wer trotzdem nicht aufs Fahrzeug verzichten will, kann zumindest einige Liter Sprit sparen, wenn er einige Tipps beherzigt. Der Auto Club Europa in Stuttgart etwa hat errechnet, dass allein in der Art, wie Autofahrer bremsen, Gas geben und schalten, ein Sparpotenzial von mehr als 100 Litern pro Jahr steckt.

Regel eins: sofort losfahren. Den Wagen zum Beispiel während des Eiskratzens im Stand warmlaufen zu lassen, ist doppelter Unsinn. Zum einen wird dabei viel Energie verschwendet, es belastet unnötig die Umwelt. Zum anderen bringt es wenig, um den Motor zu erwärmen, und kann ihm sogar schaden. Besser ist es, sofort nach dem Start loszufahren. In Fahrt kommt das Aggregat am schnellsten und schonendsten auf Betriebstemperatur.

Regel zwei: niedertourig bleiben. Fahren mit geringer Motordrehzahl ist am energieeffizientesten und am schonendsten für den Motor. Schon im mittleren Drehzahlbereich wird deutlich mehr Sprit verbraucht. Im Stadtverkehr beispielsweise reichen 2000 Umdrehungen pro Minute aus. Damit lassen sich bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen.

Regel drei: Beim Beschleunigen sollten Autofahrer kräftig Gas geben und zügig hochschalten – spätestens bei 2000 U/min. Damit erreichen sie eine vollständigere und verbrauchsgünstigere Verbrennung, als wenn sie mit sanftem Gasfuß im mittleren Drehzahlbereich beschleunigen. Im höchstmöglichen Gang zu fahren, ist eine Grundbedingung für das Spritsparen.

Regel vier: Vorausschauendes und gleichmäßiges Fahren ist am effizientesten. Jedes Anfahren und Beschleunigen kostet Sprit. Mit genügend Abstand kann man zum Beispiel bei stockendem Verkehr ausrollen lassen und den restlichen Schwung beim Anfahren nutzen.

Regel fünf: Keine Motorbremse. Denn die ist nur bei stärkerem Gefälle nötig, etwa im Gebirge. Ansonsten reicht es aus, beim Bremsen den vierten oder fünften Gang eingelegt zu lassen und den Fuß vom Gas zu nehmen.

Regel sechs: Der Motor sollte immer ausgeschaltet werden, wenn absehbar ist, dass der Wagen im Verkehr länger halten muss – etwa an einer roten Ampel oder vor einem Bahnübergang. Bereits bei einem Stillstand von zehn Sekunden rechnet sich die Spritersparnis. Nichts anderes macht die Start-Stopp-Automatik, die Autohersteller mittlerweile in ihre neuen Fahrzeugmodelle einbauen.

Regel sieben: Stromverbraucher sollten nur dann eingeschaltet werden, wenn sie gebraucht werden – die Heckscheibenheizung beispielsweise. Denn auf 100 Kilometern verursacht sie einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 0,4 Litern. Ähnliches gilt für die Klimaanlage.

Regel acht: Jedes Kilogramm Fahrzeuggewicht erhöht den Spritverbrauch. Nicht benötigte Gegenstände, Dachgepäck- oder Fahrradträger sollten daher entfernt werden. Felix Rehwald (dpa)

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