Babys auf dem Fahrrad : So radeln die Kleinen sicher mit

Auch wenn der Nachwuchs selbst noch nicht Rad fahren kann: Eine gemeinsame Fahrrad-Tour macht trotzdem Spaß. Allerdings gilt es, das passende Transportsystem zu wählen - dem Wohl des Kindes zuliebe.

Sicher ist sicher: Statt im Tragegurt fahren Babys besser im Fahrrad-Anhänger mit.
Sicher ist sicher: Statt im Tragegurt fahren Babys besser im Fahrrad-Anhänger mit.Foto: dpa

Wer sein Baby auf dem Fahrrad mitnehmen will, transportiert den Säugling möglichst nicht in einem Tragegurt am Körper. Denn egal ob das Kind an Bauch oder Rücken fixiert ist: Bei einem Sturz ist es nicht ausreichend geschützt, warnt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). „Das Risiko für schwere Verletzungen bei Stürzen ist viel zu groß.“ Zwar verbietet die Straßenverkehrsordnung (StVO) den Einsatz von Tragegurten auf dem Fahrrad nicht.

Diesen Gebrauch schließen laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) aber meist die Hersteller selbst aus. Im Schadensfall haften Eltern dann vollständig, warnt der ADFC. Damit nicht genug: Beachten Eltern Warnungen oder Verbote des Produzenten nicht, wird ihnen bei Crashs unter Umständen fahrlässiges Mitverschulden an den Unfallfolgen zur Last gelegt.

In Babyschalen können Säuglinge dagegen schon frühzeitig im gut gefederten Anhänger mitfahren. Der ADFC rät Eltern dann aber, langsam zu fahren und Kopfsteinpflaster sowie Unebenheiten zu meiden. Auf die Schale im Anhänger sollte erst verzichtet werden, wenn das Kind seinen Kopf eigenständig halten kann. „Danach raten wir zum Tragen eines Helmes, auch im Wagen“, sagt Rademacher. Y-Gurte im Anhänger sorgen zusätzlich für Sicherheit.

Aufwendige Modelle: Viele Fahrradanhänger sind rundum geschlossen, so dass selbst Babys sicher transportiert werden können.
Aufwendige Modelle: Viele Fahrradanhänger sind rundum geschlossen, so dass selbst Babys sicher transportiert werden können.Foto: dpa

Im Kindersitz fährt das Baby erst mit, wenn es alleine sitzen kann. „Je nach Kind ist das ab einem Alter von etwa neun Monaten der Fall“, weiß Rademacher. Durch das
angenehme Schaukeln auf dem Sitz schlafen Kleinkinder dort häufiger ein. Hohe Rückenlehnen verhindern, dass der Kopf dann unkontrolliert abknickt. Bei Kindersitzen gelten bestimmte Gewichtsgrenzen: In vorn montierten System darf das Kind maximal 15 Kilogramm wiegen, hinten fährt es dagegen bis 22 Kilogramm mit. Der ADFC rät davon ab, den Nachwuchs auf oder vor dem Lenker mitzunehmen. Denn die Kleinen sind dort im Fall eines Aufpralls kaum geschützt.

Ob Sitz, Anhänger oder Box - das Fahren will geübt sein

Immer beliebter werden Transporträder mit vorn montierten Boxen. Kinder sollten darin angeschnallt und behelmt sein, sagt Rademacher. „Wenn sie vorne herumturnen, ist das extrem gefährlich.“ Zu den einzelnen Transportmöglichkeiten lassen sich Eltern grundsätzlich lieber im Fachhandel beraten, empfiehlt Rademacher. „Die Experten dort können gut einschätzen, welches der Systeme sich für das elterliche Fahrrad am besten eignet.“

Egal ob dann ein Anhänger, ein Kindersitz oder eine Transportbox gekauft wird: Vor der ersten Tour mit dem Kind üben Eltern zunächst ohne Passagier das Fahren. Denn Wendigkeit und Stabilität des Rades werden durch jedes Transportsystem beeinflusst. „Es ist ein hohes Gut, was man damit transportiert“, erinnert Rademacher. Entsprechend sollten Eltern auf das geänderte Fahrverhalten gut eingestellt sein.

Ebenfalls gut zu wissen: Kinder dürfen laut StVO bis maximal sieben Jahre im Fahrrad mitfahren. Das gilt für Sitze und Anhänger gleichermaßen. Die Person am Lenker muss dagegen mindestens 16 Jahre alt sein. (dpa)

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