Neues rund ums Rad : Lastesel und Liegelust

Das Fahrrad wird immer wieder neu erfunden. Auch bei den Pedelecs gibt es neue Varianten.

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Farbige Klingeln. Das Fahrradzubehör wird immer variantenreicher.
Farbige Klingeln. Das Fahrradzubehör wird immer variantenreicher.Foto: Marc Tirl/dpa

Der Fahrradfrühling 2013 verspricht Neuheiten und Weiterentwicklungen, die im Trend der vergangenen Jahre liegen. Ganz besonders gilt das für die sogenannten Pedelecs, deren Anziehungskraft darin liegt, dass sie das Radfahren durch Motorkraft unterstützen. Sie sind in der EU zulassungsfrei – im Gegensatz zu den allein mit Motorkraft angetriebenen E-Bikes. Zu den technischen Weiterentwicklungen in dieser noch jungen Zweiradklasse zählen neue Antriebe und verbesserte Akkus.

Neben den großen vier – BionX, Panasonic, TranzX und Bosch – drängen auch neue Motorenhersteller wie AEG und Neodrives mit Innovationen auf den Markt. Auch bei den Anwendungen gibt es Neuerungen. Während elektronisch unterstützte Fahrräder bisher vor allem in den Städten unterwegs waren, kommen jetzt immer mehr Hersteller mit entsprechenden Mountainbikes auf den Markt. Darunter auch der Schweizer E- Velo-Pionier Biketec, der die erfolgreiche X-Serie seiner Marke Flyer nun um eine Damenversion erweitert.

Das sportliche Pedelec ist ein voll gefedertes E-Mountainbike mit 650B-Rädern bzw. 27,5 Zoll Reifen; die Geometrie des Rahmens ist speziell auf Frauenkörper abgestimmt. Laut Hersteller ist die 650B-Größe, die zwischen den traditionellen Größen 26 und 29 Zoll liegt, ideal für Frauen, die die Traktion und den Komfort großer Räder erfahren wollen, denen 29-Zöller jedoch zu groß und zu schwer sind. Mit einem drehfreudigen Mittelmotor von Panasonic, einer Zehngang-Kettenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano und einer Federgabel von Rock Shox mit 120 mm Federweg liegt dieses Mountain-Pedelec im Trend.

Das gilt aber auch für den agilen Flitzer E-Compact 20 des Traditionsherstellers Hercules, der als kompaktes Citybike auf 20-Zoll-Reifen daherkommt. Dabei bringt der Frontnabenmotor von Protanium den Pedelec-Fahrer in Verbindung mit einer Zweigang-Automatikschaltung von Sram komfortabel und zügig auf die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit von 25 km/h, während eine Rücktrittbremse und ein V-Brake am Vorderrad im Gegenzug für sicheres Bremsen sorgen. Zwar hat Hercules bei der Entwicklung dieses Pedelecs in erster Linie an ältere Fahrer gedacht, aber ob der schicken Optik und einfachen Handhabung spricht es auch jüngere Biker an.

Sie sind auch die Zielgruppe für das sportliche Modell Scorpion fs 26 S-Pedelec des Liegeradspezialisten HP Velotechnik. Mit Fahrwerktechnik aus dem Automobilbau, erstmals kombiniert mit einem 26-Zoll-Hinterrad, bietet dieses E-Trike dynamisches Fahrverhalten und eine hohe Laufruhe. Ideal für alle Tourenfans, die gerne im Liegen radeln.

Wer hingegen einen Drahtesel als Lastesel sucht, findet im Modell Load hybrid von Riese und Müller eine Alternative. Das Lastenrad bietet mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 200 Kilo laut Hersteller genug Platz für den Wochenendeinkauf, inklusive Abstecher zum Getränkemarkt. Ein drehfreudiger Bosch-Mittelmotor entlastet den Fahrer zudem mit 250 Watt Zusatzleistung, während die tiefe Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad, der lange Radstand sowie die Vollfederung für ein stabiles Fahrverhalten sorgen. Für umweltbewusste Städter eine clevere Alternative zum Auto.

Aber auch im Zubehör-Bereich tut sich etwas. Neben neuen Helmen im Retrolook, wie etwa dem Cyclonaut von Abus, der mit seinem Tweedobermaterial weniger an einen Helm als an eine englische Herrenkappe erinnert, hat es auch der Entwurf zweier schwedischer Designerinnen – ein schützender Schal mit integriertem Kopf-Airbag – zur Serienreife gebracht. Unter dem Namen Hövding wird das modische Accessoire mit Sicherheitsfaktor und USB-Ladekabel vermarktet.

Apropos USB: Wer zum Beispiel mit einem Nabendynamo unterwegs ist, kann das E-Werk in Verbindung mit dem neuen USB-Werk/AC von Busch und Müller auch als mobile Ladestation für Smartphone, GPS-Gerät oder Kamera nutzen. Die Handhabung ist dabei denkbar einfach: USB-Ladekabel anschließen und losradeln, schon wird das angeschlossene Gerät mit Strom versorgt. Wobei ein integrierter Pufferakku im Ladegerät sicherstellt, dass der Strom nicht abreißt, wenn man mal langsamer fährt oder kurzzeitig anhält.

Dass das Fahrrad längst kein reines Fortbewegungsmittel mehr ist, sondern ein Lifestyleprodukt, belegt nicht nur die Designvielfalt der Radhersteller, sondern auch die Anzahl der passenden modischen Accessoires. Vom schicken Öko-Helm aus beschichtetem Karton namens Ecolution von Abus über pfiffige Einkaufstaschen mit Befestigungssystem für den Gepäckträger – wie dem Buy-it von racktime – bis zum quietschbunten Bügelschloss „uGrip“, ebenfalls von Abus, ist für jeden stilbewussten Radfahrer etwas dabei.

Und auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten. Denn Kinderrad-Spezialist Puky bringt zum Frühjahr 2013 seinen Tretroller R 07L in Gold heraus. Eine Hommage an den Klassiker unter den Kinderfahrzeugen, der uns seit über 50 Jahren durch die Kindheit – und zu ihr zurück – begleitet.

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

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