Ratgeber: So werden Fahrräder winterfest : Mit Öl und Gebissreiniger

Einfach weiterfahren? Stehen oder hängen? Und sollten die Akkus von E-Bikes entladen werden? Tipps, wie Fahrräder einfach und sicher winterfest werden.

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Optimalfall. Wer kann, sollte das Rad platzsparend an die Decke hängen. Foto: J. Löhle
Optimalfall. Wer kann, sollte das Rad platzsparend an die Decke hängen. Foto: J. Löhle

Neulich im Radladen. Der Kunde fragt den Händler, wie er denn sein geliebtes Velo winterfest machen könne? Der Händler, ein Radfex durch und durch, muss nicht lange überlegen. „Einfach ohne Pause weiterfahren“, sagt der Experte mit einem Augenzwinkern. Wohl wahr, aber es gibt natürlich ein paar Kniffe für alle, denen es im Winter doch zu kalt und nass zum aktiven Radeln ist.

Das Wichtigste: Das Velo sollte vor der Winterpause gründlich gereinigt werden. Vor allem der Schweiß, der an so manchem Anstieg vom Gesicht des Radlers auf die Rohre tropft, kann durch den hohen Salzgehalt Rost verursachen. Übrigens auch an Carbonrahmen, da die durch Metallteile verbunden sind. Der braune Metallkiller wird zusätzlich verhindert, wenn man das Rad an einem gut gelüfteten, trockenen Ort lagert. Eine fensterlose Garage, die sich das Rad mit einem Auto teilt, eignet sich eher nicht.

Stehen oder Hängen?

Ein Beispiel: Ein Auto, das nach einer Fahrt auf gestreuten Straßen in der Garage trocknet, gibt dabei Salz an die Luft ab. Ein trockener Kellerraum ist besser, zudem sollten die gereinigte Schaltung und die Kette vor dem Einmotten gut geölt werden. Am besten zieht man dazu die Kette langsam durch einen ölgetränkten Lappen. Wichtig ist auch, die Kette bei langer Ruhezeit vorne und hinten auf das kleinste Zahnrad zu schalten. Damit wird eine unnötige Spannung vermieden, die die Kette längt.

Stehen oder hängen? Das ist vor allem eine Platzfrage. Wer sein Rad an einem Deckenhaken lagert, gewinnt Platz. Für die Schonung der Reifen ist das Aufhängen allerdings nicht nötig, denen schadet wegen des geringen Gewichts ein Überwintern im Stehen nicht, allerdings sollte immer Luft im Reifen sein. Eine besondere Behandlung brauchen allerdings elektrisches Zubehör und Akkus. Radcomputer sollten aus der Konsole entfernt, Akkus für elektrische Schaltungen und für E-Bike-Motoren von den Kontakten getrennt werden. Und man sollte sie gelegentlich überprüfen und gegebenenfalls laden. Besonders den leistungsstarken Li-Ion-Akkus von E-Bikes schadet eine komplette Entladung und verkürzt deren Lebenszeit.

Hartwachs oder Öl zur Pflege

Sauber, trocken, Kette geölt und auf dem kleinsten Blatt – dann kann der Winter kommen. Stehend oder hängend. Wer seinem Rad dann noch etwas ganz Gutes tun will, kann es noch mit Hartwachs konservieren oder einen dünnen Ölfilm mit dem Lappen auf dem ganzen Rad verteilen. Glänzt schön und hält jung.

So vorbereitet können die Zweiräder auf das Frühjahr warten. Und für alle durstigen Radler zum Schluss noch ein Insidertipp: Trinkflaschen, die nach Gebrauch innen nicht komplett getrocknet werden, bilden schnell Schimmel. Es gibt aber ein Mittel, dass die schwarzen Punkte und den muffeligen Dunst einfach und hygienisch einwandfrei bekämpft – Gebissreiniger.

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