Vorstellung: Horex VR6 Classic : Sechsender im Retrokleid

Den Hersteller Horex kennt so gut wie jeder Motorrad-Fan. Wenn schon nicht wegen der langen Geschichte, dann zumindest wegen der Sechszylinder-Motoren. Mit der Horex VR6 Classic wird jetzt der Sechsender im klassischen Retro-Kleid inszeniert.

Simone Henning-Langley
Macht jetzt auf Retro: Die Horex VR6 Classic ist nach der Roadster der zweite Ableger des Sechsenders.
Macht jetzt auf Retro: Die Horex VR6 Classic ist nach der Roadster der zweite Ableger des Sechsenders.Foto: Hersteller

Elegante Speichenfelgen, geschmückt durch ein rotes Farbkleid mit dezenten Zierlinien und veredelt durch eine hochwertige Sitzbank mit feinsten Ziernähten: Die neue Horex VR6 Classic vereint klassische Motorrad-Stilelemente mit moderner Antriebstechnik. Das herausragende Merkmal ist und bleibt aber der Sechszylinder zwischen den beiden Rädern. Die Grundlage für die Entwicklung der neuen Horex VR6 Classic bildete der intensive Austausch mit den Horex-Vertriebspartnern und vielen Horex-Fans. "Ihren Wunsch, eine Horex mit einem Design zu erleben, das sich an den Ikonen der Marke orientiert, haben wir mit der neuen Classic-Interpretation umgesetzt", erläutert Fritz Rombach, VP Sales & Services bei Horex. Ganz nah am Kunden also, die Entwickler der traditionsreichen Marke.

Auf Basis der VR6 Roadster hat das Horex-Team zusammen mit Peter Naumann, Professor für Design an der Hochschule München, die neue "Classic"-Variante entwickelt. Naumann, der auch bei der Gestaltung des ersten Modells federführend tätig war, hat bei der neuen Studie die klare und selbstbewusste Formensprache der VR6 Roadster gezielt mit klassischen Elementen vereint.

"Die VR6 Classic ist eine Hommage an die legendären Motorräder von Horex", erklärt Naumann. "Insbesondere die klassische Horex-Farbe Rot in Kombination mit silbernen Akzentstreifen ist eine Reminiszenz an die erfolgreichen Straßenmodelle und Rennmaschinen der Marke." Mit vielen liebevoll gestalteten Details und der markanten farblichen Gestaltung schlägt das Modell einen eleganten Bogen zu den Motorrad-Stars der 1950er- und 1960er-Jahre, ohne gleichwohl Abstriche bei der modernen Technik zu machen.

Kraftvoller Motor mit 126 PS

Überzeugend drehmomentstark tritt der VR6-Motor der Horex VR6 Classic schon bei niedrigen Drehzahlen an. "Hierfür haben wir unseren Sechszylinder speziell überarbeitet. Im Fokus stand dabei genussvoller Fahrspaß auf kurvigen Landstraßen, welche die VR6 Classic souverän auch im höchsten Gang meistert", erklärt Rombach. Die Horex-Techniker versahen dazu die Krümmerrohre der 6-in-2-Auspuffanlage mit Interferenzrohren, die den Abgasgegendruck reduzieren und damit den Drehmomentverlauf gerade im unteren Drehzahlbereich stärken. Abgerundet wurde diese Maßnahme durch ein neu entwickeltes Motormapping, das ebenfalls den Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich fördert.

Der mächtige Motor mit seinen etwas mehr als 1,2 Litern Hubraum nimmt sich unterm Tank eigentlich relativ schmal aus.
Der mächtige Motor mit seinen etwas mehr als 1,2 Litern Hubraum nimmt sich unterm Tank eigentlich relativ schmal aus.Foto: Hersteller

"Das Ergebnis dieser technischen Anpassungen kann sich wirklich sehen lassen", findet Rombach. So gibt das angepasste Sechszylinderaggregat seine maximale Leistung von 93 kW (126 PS) bereits bei 8.500 U/min ab. Noch beeindruckender ist die Drehmomententwicklung des Motors: Seinen Top-Wert von 120 Nm erreicht er bei einer niedrigen Drehzahl von 7.000 U/min. Quasi vom Standgas an nimmt dabei das Drehmomentniveau stetig und gleichmäßig zu und unterstützt so den souveränen Auftritt der neuen Horex VR6 Classic.

Klassischer Look, moderne Technik

Auch beim Fahrwerk der VR6 Classic haben die Horex-Techniker viele Details verändert. das klassische Erscheinungsbild mit moderner Technik. Dank der innovativen Geometrie der Speichennippel erlauben die Kineo-Felgen den Einsatz von stabilen und hochgeschwindigkeitsfesten Schlauchlosreifen. Möglich wird das durch die exakt definierte Anordnung der Speichennippel im Felgenring. Die hochfesten Speichen der Felgen verbinden die Nippel in einer geraden Linie mit der Aluminiumnabe, was hohe Zugkräfte zulässt. Der Kineo-Radsatz wird nach Horex-Vorgaben eigens für die VR6 Classic produziert.

Mit 249 Kilogramm ist die Horex VR6 Classic sicherlich kein Leichtgewicht. Aber auf der Landstraße beweist sie dennoch ein gutes Handling.
Mit 249 Kilogramm ist die Horex VR6 Classic sicherlich kein Leichtgewicht. Aber auf der Landstraße beweist sie dennoch ein gutes...Foto: Hersteller

Darüber hinaus weisen auch die Federelemente der Horex VR6 Classic Neuerungen auf. An der Front kommt wie bisher die stabile und voll einstellbare Upside-down-Gabel des renommierten Herstellers WP Suspension zum Einsatz. Sie führt das Vorderrad sicher und bietet auch bei starken Verzögerungen mehr als ausreichende Reserven. Hinten wurde das Federbein der Horex VR6 Classic angepasst. "Gemäß dem beschriebenen Einsatzzweck haben wir uns hier für eine Komponente aus dem Hause Sachs entschieden", erläutert Rombach. "Das Federbein lässt sich in der Federbasis sowie in der Zugstufe anpassen und erfüllt damit alle Anforderungen für sportlich-sinnliche Trips mit unserer neuen VR6 Classic."

Die Horex VR6 Classic kann seit August 2013 über alle Horex-Vertriebspartner bestellt werden. Die Auslieferung der ersten Exemplare ist für den Herbst dieses Jahres geplant. In Berlin wird die neue Horex VR6 Classic voraussichtlich ab November bei Fuhrmann Motor (fuhrmann-motor.de) zu sehen und zu haben sein.

Technische Daten

Motor: VR6, 15° V-Winkel, gespiegelte Schränkung

Hubraum: 1.218 ccm

Bohrung/Hub: 68/55 mm

Leistung: 93 kW (126 PS) bei 8.500 U/min

Drehmoment: 120 Nm bei 7.000 U/min

Zylinderzahl: 6, mit je einer BING-Drosselklappe (Durchmesser 34 mm)

Verdichtung: 12,5 : 1

Ventilbetätigung: tohc ("triple overhead camshaft")

Ventile pro Zylinder: 3, radial angeordnet

Kupplung: Mehrscheiben-Ölbadkupplung, hydraulisch betätigt

Getriebe: Sechsganggetriebe

Hinterradantrieb: Dichtring-Kette mit permanenter Graphit-Trockenschmierung

Rahmenbauart: Aluminium-Brückenrahmen mit Stahl-Gitterrohr-Lenkkopf

Vorderradführung: Upside-down-Gabel, Standrohr 48 mm Durchmesser (WP Suspension, Druck-, Zugstufe und Federbasis einstellbar)

Hinterradführung: Einarmschwinge mit Zentralfederbein (Sachs, Zugstufe und Federbasis einstellbar)

Federweg vorne/hinten: 120/120 mm

Nachlauf: 95 mm

Radstand: 1.506 mm

Lenkkopfwinkel: 66 Grad

Bremsen vorn: Doppelscheibenbremse, 320 mm Durchmesser (Braking), radiale 4-Kolben-Festsättel (Brembo)

Bremsen hinten: Einzelscheibe, 264 mm Durchmesser (Galfer), 2-Kolben-Festsattel (Brembo)

ABS: serienmäßig (Typ BOSCH 9MB)

Räder: Kineo-Speichenfelgen, Aluminium-Leichtmetall, vorn 3,50 x 17, hinten 6,00 x 17

Reifen vorn: 120/70 ZR 17

Reifen hinten: 190/55 ZR 17

Sitzhöhe: ca. 820 mm (+/-20)

Gewicht fahrfertig ohne Benzin: 249 kg

zul. Gesamtgewicht: 450 kg

Tankinhalt: ca. 17 Liter (4 Liter Reserve)

Höchstgeschwindigkeit: bei 250 km/h abgeregelt

Kraftstoff: Super bleifrei

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