Auto : Fein gemacht für den Dreck

Beide sind edel, beide sind stark und beide können Gelände: Der neue Range Rover Sport und der neue Jeep Grand Cherokee.

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SCHÖNE NEUE SUV-WELT:

EIN BLICK AUFS DESIGN

Schick sein wollen beide – das Geld liegt auf dem Boulevard, nicht auf der Wiese. Der Brite erinnert mit seiner Fenstergrafik an den Evoque und wirkt eine Spur eleganter – beim Jeep verraten die eckigen Radhäuser und der markentypische, siebenfach geteilte Grill, wie schwer sich ein Holzfällerhemd gegen handgenähte Schuhe eintauschen lässt. Im Inneren des Range harmonieren Holz, Leder und Alu unvergleichlich perfekt. Die Amis setzen zwar auf die gleichen Zutaten, sind aber im Umgang damit längst nicht so geübt.

RAUS AUS DEM TAL DER TRÄNEN:

WIE STEHT ES UM DIE MARKEN?

Beide profitieren gleichermaßen vom anhaltenden SUV-Boom, verkaufen besser denn je. Jeep gelingt es seit dem Start des Grand Cherokee 2010, sich dem Abwärtssog der Konzernmutter Fiat zu entziehen. Bei Land Rover treibt vor allem der Yuppie Evoque das Geschäft; auch profitiert man vom Aufschwung der Schwester Jaguar und deren technischem Know-how. Mit dem gerade eingeführten Grand Cherokee trifft Jeep offenbar nicht nur den Nerv der Amerikaner: In Deutschland gehen täglich um die 20 Bestellungen ein.

BLEIBT ALLES ANDERS:

WAS DIE MODELLE NEUES BIETEN

Zappalot: Der neue Range Rover Sport ist dank Alu jetzt 400 Kilo leichter als der Vorgänger. Trotzdem ist er gewachsen: 62 Millimeter in Länge und Breite. Zu Gute kommt das vor allem den Fondpassagieren: Die Neigung der Rückenlehnen lässt sich nun verstellen, auch gibt es optional eine leicht versenkbare dritte Sitzreihe für Kinder. Jeep hat die lahme 5-Gang-Automatik von Daimler durch eine sanftere, effizienter übersetzte 8-Gang-Automatik von ZF ersetzt. Das steigert den Fahrspaß und senkt den Verbrauch um 10 Prozent.

THEORETISCH ALLES MACHBAR:

DIE OFFROAD-FÄHIGKEITEN

Beide kommen auf allen Vieren auch dort zurecht, wo viele Mode-SUV ins Schleudern kommen. Sperrbares Mitteldifferential und Geländeuntersetzung gehören ebenso zum Repertoire wie Offroadprogramme, die entweder automatisch oder nach Untergrund wählbar für bestmögliche Traktion sorgen. Der Range Rover watet sogar durch Flüsse. Sensoren in den Außenspiegeln ermitteln dann die Wassertiefe und gemahnen zum Rückzug, bevor der Pegel die kritischen 85 Zentimeter erreicht – Weltneuheit von seltenem Wert.

KOMFORT UND SPORTLICHKEIT:

DER ERSTE FAHREINDRUCK

Sorry, Jeep: Euer Neuer hat auch Bumms. Aber der Range fährt sich im Vergleich der hierzulande vornehmlich gewählten V6-Diesel klar besser – und das liegt am wenigsten daran, dass er in der stärkeren von jeweils zwei Dreiliter-Versionen 42 PS mehr bietet. Land Rovers Selbstzünder entfaltet seine Kraft gleichmäßiger. Auch läuft er leiser, die Lenkung arbeitet direkter, die Automatik weniger nervös. Eine Luftfederung mit verstellbarer Bodenfreiheit offerieren beide – angesichts spürbarer Wankneigung eine sinnvolle Ausgabe.

EIN KLEINWAGEN DIFFERENZ:

ZUM SCHLUSS DIE PREISLISTE

Richtig, bis hierhin liegt der Range klar vorn. Jetzt wendet sich das Blatt – zumindest, wenn das Geld mehr als eine Nebenrolle spielt: Die stärkere Selbstzünder-Version des Cherokee beginnt in der zweiten von vier Ausstattungslinien und kostet ab 52 900 Euro. Serie sind dann neben der ohnehin guten Grundausstattung Rückfahrkamera, Sitz- und Lenkradheizung, elektrische Heckklappe und Alpine-Soundsystem. Bei den Briten startet der stärkere Diesel mit 292 PS bei knapp 70 000 Euro – Navi und Leder inklusive. Eric Metzler

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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