Feinstaub : Schlechter Sommer, wenig Feinstaub

Das Verfahren, mit dem bestimmt wird, ob die Menge an Feinstaub in der Luft noch tolerabel ist, ist ein wenig kompliziert. Auch das Wetter hat Einfluss auf die Werte.

Zum einen gibt es einen absoluten Grenzwert. Liegt der Wert an einer Messstelle darüber, dann gilt das als Überschreitung. Allerdings sind erst dann Maßnahmen gefordert, wenn der Grenzwert an einer Stelle an mehr als 35 Tagen überschritten ist. Und hier zeigt sich in den letzten Jahren in Berlin ein sehr unterschiedliches Bild: Während im Jahr 2005 die Grenzwerte an bis zu 74 Tagen pro Messstelle überschritten wurden, waren es 2006 noch bis zu 70 Tage pro Stelle und 2007 – nichts. Zwar gehen die Werte zum Jahresende an einzelnen Messpunkten auf die 30 zu, doch liegt das eindeutig noch im gesetzlichen Rahmen. Sind das schon die Auswirkungen der vom Umweltbundesamt prognostizierten Entspannung der Lage (s. Text oben auf der Seite)? Wohl nur zum geringeren Teil: Auch das Wetter spielt eine große Rolle bei der Frage, ob Feinstaubgrenzwerte überschritten werden: Zwar sind die Partikel entgegen einiger Publikationen zu klein, als das sie vom Regen aus der Luft gewaschen werden könnten. Aber eine regnerische Wetterlage wird in der Regel auch von Wind begleitet – und der sorgt dafür, dass die Staubpartikel gleichmäßiger über große Gebiete verteilt wären, als das sonst der Fall wäre. Spitzenkonzentrationen an einzelnen Messpunkten können so nicht so hoch ausfallen wie bei Wetterlagen mit wenig Luftaustausch – so dürfte der regnerische Sommer 2007 zumindest dafür gesorgt haben, dass die Feinstaubwerte im Rahmen blieben. Umgekehrt ist es so, dass die für den Winter typischen Inversionswetterlagen, bei denen sich eine wärmere Luftschicht auf eine kältere legt und diese samt Feinstaub regelrecht am Boden festhält, dafür sorgen, dass die Werte in die Höhe gehen – genau so, wie es beim „klassischen“ Smog der siebziger und achtziger Jahre der Fall war. Ähnliche Phänomene sorgen übrigens auch dafür, dass die Feinstaubkonzentrationen in den Tallagen Süddeutschlands schneller in die Höhe gehen als im zugigen, flachen Norden des Landes. (ivd/kko)

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