Ferrari F12 Berlinetta : Superlativ in Rot

Wenn Ferrari Neues zeigt, dann schlägt der Puls von Auto-Fans höher. Seit aber die Daten des F12 Berlinetta bekannt sind, geht der Herzschlag durch die Decke: 740 PS aus 6,2 Liter Hubraum bei einem Leistungsgewicht von 2,1 Kilogramm - Pures Adrenalin in einem Traum in Rot.

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"Berlinetta Rosso" ist die Farbe, 12 Zylinder erzeugen die Kraft - Ferrari hat kurz vor dem Genfer Autosalon seinen neun Zwölfzylinder namens F12 Berlinetta vorgestellt. Und der geizt nicht mit Superlativen. Mehr Performance, gesteigerte Dynamik in neuem Farbton. Wenn Maranello ein neues Mitglied der Modellpalette zeigt, dann wird halten Auto-Fans auf aller Welt inne.Alle Bilder anzeigen
02.03.2012 12:55"Berlinetta Rosso" ist die Farbe, 12 Zylinder erzeugen die Kraft - Ferrari hat kurz vor dem Genfer Autosalon seinen neun...

Die Zwölfzylinder-Reihe, ein Klassiker in der überschaubaren Modellpalette von Ferrari, steht meist etwas im Schatten des sportlicheren Achtzylinders. Der Mittelmotor-Sportwagen, derzeit verkörpert durch den 458 Italia, gilt gemeinhin als der Ferrari an sich. Dabei sind die großen Sportwagen mit den zwölf Töpfen technisch und optisch durchaus beeindruckend. Schon der Vorgänger des neuen F12, der 599 GTB setzte Maßstäbe. Das Modell war der drittstärkste und die Weiterentwicklung, der 599 GTO, der stärkste Straßen-Ferrari aller Zeiten.

Die 740 PS und 690 Newtonmeter Drehmoment, die F12 Berlinetta nun vorweist, stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Unter der Motorhaube vorne wird die Leistung aus einem klassischen Zwölfzylinder in V-Form generiert. Die beiden Zylinderbänke sind in einem Winkel von 65 Grad einander zugeordnet. Diese Werte werden durch einen reinen Sauger, also ohne Turboaufladung, generiert.

Carbon-Keramik verzögert auf Motorsportniveau

Die brachiale Kraft, die der vorne längs eingebaute Motor auf die Kurbelwelle stemmt, liegt schon bei 2500 Umdrehungen pro Minute an. Das dürfte die Traktionskontrolle an der Hinterachse mächtig beschäftigen. Bis maximal 8700 Umdrehungen darf sich der V12 hochschrauben. Übertragen wird die Kraft durch ein aus der Formel 1 übernommenes Doppelkupplungsgetriebe, das auf den F12 noch mal mit verkürzten Schaltzeiten abgestimmt wurde. Eingebremst wird das Ganze durch Carbon-Keramik-Bremsen, im Zaum gehalten von speziellen Kontrollsystemen wie etwa der einst von Michael Schumacher mitentwickelten "F1-Trac"-Traktionskontrolle.

Richtig spannend wird es mit diesem bärenstarken Aggregat, weil die vielen Pferden es nur mit einem Leergewicht von 1525 Kilogramm zu tun bekommen. Umgerechnet muss ein PS 2,1 Kilogramm nach vorne bewegen. Das Resultat: In 3,1 Sekunden erreicht der rote Bolide die 100-km/h-Grenze und nach 8,5 Sekunden zeigt der Tacho 200 Stundenkilometer an. Wer bis dahin noch nicht die Contenance verloren hat, kann maximal die Marke von 340 km/h erreichen.

Perfekte Gewichtsverteilung

Neben dem Antrieb stand bei der Entwicklung des neuen V12 vor allem Chassis und Fahrwerk im Zentrum der Bemühungen. Die Geometrie der Karosse wurde für die Fahrwerksspezialisten von Scaglietti einer verbesserten Straßenlage zugunsten angepasst. Der Radstand wurde verkürzt um den Schwerpunkt weiter nach hinten verlagern zu können. Tiefergelegte Sitze, Armaturenbrett und Motor bringen den Schwerpunkt gleichzeitig nach unten. Dadurch wurde eine nahezu perfekte Gewichtsverteilung von 46 Prozent auf der Vorderachse und 58 Prozent auf der Hinterachse erreicht.

Perfekte Ausgangsbedingungen für optimiertes Kurvenverhalten, das von einer verbesserten Aerodynamik unterstützt wird. Der cw-Wert von 0,299 stellt diese Bemühungen auch technisch dar. Wichtiger ist aber, dass mit dem Design der Anpressdruck auf der Hinterachse um 76 Prozent erhöht wurde, was dem Hecktriebler mehr Stabilität auf den angetriebenen Rädern ermöglicht. Bei 200 Stundenkilometer sind das 123 Kilogramm Druck pro Quadratzentimeter.

Heckleuchte im F1-Stil

Apropos Design, die Skulptur des F12 Berlinetta ist Produkt einer Kooperation zwischen dem Ferrari Styling Center in Maranello und dem Designschmiede Pinninfarina. Hinten zeigt sich zwischen den Achsen ein Doppeldiffusor mit F1-Heckleuchte, vorne sitzen auf der Haube über den weit aufgerissenen Lufteinlass zwei Xenon-Leuchten mit LED-Tagfahrlicht ähnlich denen des 458 Italia. Im Innern geben Leder und Aluminium den Ton vor. Der Dreischicht-Lack ist in einem neuen Farbton namens "Berlinetta Rosso" gehalten.

Zu den unschönen Seiten eines solchen Spektakels gehört ein Verbrauch jenseits von Gut und Böse, den Ferrari dann aber immerhin um 30 Prozent gesenkt haben will. Der Vorgänger lag bei 17,5 Liter und so wären das rund 12,3 Liter beim F12. Ferrari gibt an, dass der F12 Berlinetta 350 Gramm CO2 pro Kilometer in die Umwelt bläst und sieht sich damit an der Spitze unter den Hochleistungssportwagen. Seine offizielle Premiere feiert Maranellos Spitzensportler in der kommende Woche auf dem Genfer Autosalon.

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