Fiat 500 in der 2014er Version : Frischekur für die Knutschkugel

Was wäre Fiat ohne seinen 500? Der Kleinwagen im Retro-Look lief seit 2007 1,2 Mio. Mal vom Fließband, ist damit der Verkaufsschlager der Italiener. Zur Belohnung gab es nun ein Facelift - um das kultige Auto noch kultiger zu machen.

Martin Lewicki
Verkaufsschlager: Der Fiat 500 vereint Retro-Design und moderne Technik.
Verkaufsschlager: Der Fiat 500 vereint Retro-Design und moderne Technik.Foto: Promo

Das Wort "Kult" wird von Marketingfachleuten immer wieder gerne bemüht, um ein Produkt richtig im Markt zu positionieren und ins Rampenlicht zu stellen. Beim aktuellen Fiat 500 trifft dieser Begriff tatsächlich ins Schwarze. Denn der seit 2007 produzierte Cinquecento erinnert mit seinem Retrodesign an den Urvater aus den 1950er Jahren und gewinnt damit die Herzen nicht nur von Autoliebhabern. Das aggressionsfreie, rundliche Design spielt bewusst mit dem Kindchen-Schema und macht aus dem Kleinwagen eine Knutschkugel zum Liebhaben. Also nennen die Italiener die neue ab April erhältliche höchste Ausstattungsvariante des 500ers folgerichtig "Cult".

Feines Leder, kerniger Motor

Bei der ersten kleinen Ausfahrt fiel sofort auf: Mann, riecht der gut. Das liegt an dem edlen und reichlich verarbeiteten Leder von Poltrona Frau. Zudem wirkt das Interieur angenehm lichtdurchflutet, da das Glasdach beim Coupé zur Serienausstattung gehört. Und auch beim ersten Gasgeben gibt es eine Überraschung: Beim Blick auf den neuen volldigitalen Tacho, der als runder 7-Zoll-Monitor hinter dem Lenkrad positioniert ist, fällt auf: Neben den üblichen Geschwindigkeits- und Drehzahlangaben können auch Infos des Entertainment- und Navigationssystems eingeblendet werden.

Optisch gibt es an der digitalen Lösung eigentlich nichts auszusetzen. Doch wenn sich Fiat schon der digitalen Möglichkeiten bedient, wäre eine nach persönlicher Präferenz konfigurierbare Bildschirmanzeige noch optimaler. Das macht aktuell Audi beim brandneuen TT vor, in dem entweder die Info- und Navigationsangaben oder die klassischen Tachoanzeigen in den Vordergrund rücken.

Es glänzt und dampft in Genf
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05.03.2014 10:54Es geht rund in der Schweiz. Dort auf dem Autosalon zeigt die Autobranche, was sie an Neuigkeiten zu bieten hat. Die Welt dreht...

Aber zum Rummäkeln bleibt nicht viel Zeit, denn der ebenfalls frische leistungsgesteigerte Zweizylinder-Turbobenziner mit 105 PS schiebt die Kugel ordentlich voran. Untermalt von kernigem Sound passt das quicklebendige Motörchen mit gerade mal 0,9 Liter Hubraumvolumen hervorragend zum kleinen Italiener. In zehn Sekunden geht es damit von 0 auf 100 km/h, bei einem EU-Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern auf 100 Kilometer.

500L als Familienvariante

Die schon jetzt unzähligen Farbkombinationen erhalten mit dem Cult noch ein paar weitere dazu, plus Chromzierrat. Dabei werden vermutlich die neuen Lackierungen "Lattementa-Grün" sowie das Weiß in Dreischicht-Lackierung eher weibliche Herzen gewinnen.

Etwas maskuliner kommt der 500S im metallisch wirkenden "Italia Blau" daher. Doch für welche Farbe oder Ausstattung auch immer das Herz schlägt, die italienische Leichtigkeit des Seins gibt es in jedem Fall inklusive. Beim Cult allerdings erst oberhalb von 17 000 Euro.

Wem der 500er einfach zu klein ist, dem bietet Fiat seit 2012 den familienfreundlichen Ableger 500L. Mit seinem verspielten Design richtet er sich eher an junge, unkonventionelle Familien und alle, die sich vom funktionalen, sachlichen Design im Auto gelangweilt fühlen. Passend zu dieser Philosophie gibt es jetzt das Sondermodell "Beats Edition", mit exklusivem Soundsystem der renommierten Kopfhörermarke "Beats by Dr. Dre", die sowohl für Klangqualität als auch jugendliches Design steht. Das sorgt nicht nur potenziell für einen ordentlichen Spaßzuwachs und opulente Musikbeschallung im Innenraum, sondern auch für einen "coolen" Auftritt außen. Denn dazu gibt es eine neue Zweifarben-Lackierung in Grau-Schwarz, die ebenso in einer matten Variante erhältlich ist. Der Aufpreis für das Audiosystem beträgt moderate 650 Euro.

Benziner ab 19 980 Euro

Und auch unter der Motorhaube gibt es Neues: Ab sofort stehen zwei zusätzliche Motorisierungen zur Auswahl, ein Diesel und ein Benziner mit jeweils 120 PS. Obwohl Fiat den sportlichen Charakter des 1,4-Liter-Benziners betont, gefiel bei der ersten Ausfahrt der Diesel besser. Mit seinem bulligen Drehmoment von 320 Newtonmeter hat er ein leichtes Spiel mit dem 500L und wirkt zu keinem Zeitpunkt angestrengt. Fiat spricht zwar von 4,6 Litern Diesel pro 100 Kilometer, doch wer gerne auf der Drehmomentwelle reitet, wird ein bis zwei Liter über dieser Marke liegen.

Beim Benziner ist man mit mindestens 19 980 Euro dabei, beim Diesel beginnt der Spaß erst ab 21 050 Euro. Damit ist klar: Rational denkende Käufer werden sich vermutlich weder für den Cinquecento noch für den 500L entscheiden, denn beide sind keine Schnäppchen in ihrem jeweiligen Wettbewerbsumfeld. Dafür kommt bei den beiden charmanten Charaktertypen garantiert keine Langeweile auf.

"Kult" passt da also doch ganz gut.

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