Fiat bringt 500 als Langversion : Caffè lungo

Dass da vorher keiner draufkam! Die neue Langversion des Fiat 500 gibt es auch mit Kaffeemaschine. Aber es bleibt immer noch Platz für bis zu fünf Fahrgäste.

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Gegenüber dem 500 wird der 500L einmal durch seine zusätzlichen Zentimeter in Höhe (plus 29 Zentimeter) und Breite (plus 15 Zentimeter) zum alltagstauglichen Familienbegleiter. Zum anderen ermöglicht die eckigere Karosserieform gute Platzverhältnisse.
Gegenüber dem 500 wird der 500L einmal durch seine zusätzlichen Zentimeter in Höhe (plus 29 Zentimeter) und Breite (plus 15...Foto: Hersteller

Puh, ein Tag mit Termin-Marathon. Und dann noch im Stau auf der Leipziger stehen. Jetzt ein frischer Kaffee. Das wär’s. Aber vor Starbucks oder dem Bäcker in der zweiten Reihe anhalten und ein Knöllchen riskieren? Wie wäre es denn mit einem frischen Tässchen Espresso direkt aus dem Auto? Ein typisches Alltagsproblem werden sich die Tüftler bei Fiat gedacht haben. Und bieten deshalb für die nagelneue Langversion des Cinquecento einen kleinen Kaffee-Automaten als Option an. Das Maschinchen von Lavazza – wie Fiat haben die ihren Sitz in Turin – wird zwischen die Vordersitze in den Becherhalter montiert. Und wenn die Mädels dann noch genügend Raffaello im Handschuhfach haben, kann’s gemütlicher kaum werden. Der Automat ist nicht größer als eine Thermoskanne; befüllt werden kann er zu Hause mit Leitungs- oder unterwegs mit Mineralwasser.

Wenn auch nicht die in der Werbung versprochenen fünf Zweimetermänner hineinpassen: vieren gelingt es schmerzfrei . Der Kofferraum bietet schon in der Grundstellung gute 400 Liter Ladevolumen, die Rückbank ist um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar.
Wenn auch nicht die in der Werbung versprochenen fünf Zweimetermänner hineinpassen: vieren gelingt es schmerzfrei . Der Kofferraum...Foto: Hersteller

Denn vor allem an Frauen richtet sich die geräumige Variante Fiat 500 L. Nur eben an die, die mehr dabeihaben als ein Handtäschchen. Die L-Version – das steht in diesem Falle für Large – überschreitet die Vier-Meter-Marke um 15 Zentimeter. Damit gibt Fiat dem 500 L einen halben Meter mehr Länge als seinen kleinen Geschwistern, bei einer Breite von 1,78 Metern und einer Höhe von 1,66 Metern. So hat der Fünftürer auf der Rückbank genügend Platz für drei schlaksige Teenager oder andere ausgewachsene Mitfahrer. Die hintere Sitzbank ist zudem längs verschiebbar und kann geteilt umgeklappt werden. Praktisch für den Einkauf bei Ikea und Co.: Die hintere Sitzbank lässt sich mit der Funktion "Fold and Tumble" komplett versenken. So kommt eine ebene Ladefläche heraus. Klappt man den Beifahrer- und den Rücksitz um, bekommt man sogar ein 2,40 Meter langes Regal von A nach B.

Nette Details

Der Kofferraum ist ebenso großzügig angelegt. Die vier zugereisten Kollegen noch schnell zum Bahnhof gebracht – kein Problem, so vier bis fünf Standardtrolleys nimmt der Kofferraum auf. Und für den Ausflug mit der wasserverrückten Nichte ins Spaßbad ist er in drei Stufen teilbar. So verderben die patschnassen Badetücher nicht den frisch gereinigten Anzug.

Leider scheint auch bei der Sitztiefe eher an eine Zwölfjährige als an erwachsene Fahrer gedacht worden zu sein. Selbst die nur 1,64 Meter große Fahrerin saß mehr wie auf einem Höckerchen als auf einem anständigen Autositz. Bequem ist anders.

Die Kaffeemaschine von Lavazza passt zwischen die Vordersitze.
Die Kaffeemaschine von Lavazza passt zwischen die Vordersitze.Foto: Hersteller

Dabei will der Wagen auch mit seinem Design punkten. Von der preiswerten Hartplastikqualität mal abgesehen, gibt es schöne Details. Bei der Präsentation des Neuen zog Fiat mit großer Geste eine Parallele zum Loftwohnen – und tatsächlich punktet der Kleine mit viel Helligkeit: große Windschutzscheibe, hohe Fenster. Das Glasdach – erhältlich als Schiebedach oder als Skydome – wird mit 1,5 Quadratmetern das größte in dieser Fahrzeugkategorie sein. Bleibt die Technik. Hm, am kleinen Hügel waren die 85 PS der Dieselversion (1.3 16V Multijet II) schon etwas kurzatmig. Im Stadtverkehr ist er aber durchaus akzeptabel.

Preise ab 16.000 Euro

Preise stehen für den langen Cinquecento noch nicht fest. Er soll aber bei etwa 16.000 Euro starten.
Preise stehen für den langen Cinquecento noch nicht fest. Er soll aber bei etwa 16.000 Euro starten.Foto: Hersteller

Mehr moderaten Spaß versprechen die Benziner 1,4 16V Fire mit 95 PS und der Twin Air mit 105 PS. Schick und funktional: Das Multimediasystem Uconnect mit dem fünf Zoll großen Touchscreen-Bildschirm. Die Spritsparsoftware Eco-Drive kommentiert in Echtzeit den Fahrstil. Mit dem Touchscreen steuert man auch die Audioanlage, die satt und bassig klingt: das Ergebnis einer Kooperation mit den Aufsteiger-Soundspezialisten der Firma Beats. Externe Mediaplayer, Smartphones oder Mobiltelefone können drahtlos in das System integriert werden – inklusive Freisprechen und SMS-Vorlesen-Lassen.

Ende Oktober wird der Mini-Van, der eine ganze Familie begründen soll, in Deutschland auf dem Markt sein. Der Preis steht noch nicht fest, dürfte aber "ohne alles" bei etwa 16.000 Euro starten. Ein praktisches Mütter-Auto könnte man sagen. Oder für aktive Stadtmenschen. Allerdings: Die Knuffigkeit der Fiat 500 Limousine oder des Fiat 500 Cabrio geht dem Large ab – trotz der vielen Rundungen im Retro-Stil.

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