Auto : Flicken auf eigene Gefahr

Die Cabrio-Saison naht – aber vorher sollten ältere Stoffdächer kontrolliert werden

Vor der ersten Ausfahrt der Saison lohnt für Besitzer von Cabrios und Roadstern ein Blick in den Himmel – und zwar tunlichst in den des eigenen Wagens. Gründlich sollten sie das Verdeck auf Risse und Undichtigkeiten überprüfen, empfiehlt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS. Wird dabei ein Dachschaden festgestellt, ist schnell Erste Hilfe gefragt, sagt der Experte: „Weil das Dach unter Spannung steht und häufig bewegt wird, sollte man Reparaturen nicht auf die lange Bank schieben. Sonst können die Schäden sehr schnell größer werden.“    Obwohl Cabrio-Verdecke eine komplexe Konstruktion sind, müssen sie bei einem Defekt nicht zwingend ausgetauscht werden. Zumindest nicht, wenn sie aus Stoff gefertigt sind. „Plastikverdecke sind in der Regel stabiler und halten länger. Doch wenn sie defekt sind, wird die Reparatur schwer“, erklärt Marmit. Bei Stoffverdecken dagegen wisse meist der Auto-Sattler Rat: „Er flickt aufgegangene Nähte oder setzt neue Stoffstücke ein.“ Im Internet finden sich zahlreiche Unternehmen, die solche Reparaturen in Berlin und Brandenburg anbieten.

Häufig bieten Auto-Sattler auch Austauschverdecke für aktuelle und auch ältere Fahrzeuge an. Allerdings ist das kein billiges Vergnügen und geht schnell in die Tausender. „Da muss man gut zwischen Austausch und Ausbesserung abwägen“, so Marmit. Wer insbesondere für Young- und Oldtimer nicht auf Anhieb fündig wird, den verweist Marmit an die Markenclubs: „Die Fans bestimmter Modelle wissen meist sehr genau, auf welche Handwerker man sich verlassen kann.“ Von Reparaturen in Eigenregie raten Experten aber generell ab. Wer ein beschädigtes Verdeck dennoch selbst flicken möchte, bekommt im Fachhandel zum Teil für weniger als 50 Euro Reparatursets mit Verdeckstreifen, Spezialkleber und einer Anleitung auf DVD. Solche Servicepakete gibt es auch für Cabrio-Heckscheiben aus PVC. Treten dort Risse auf, lassen sich diese mithilfe von flüssigem Kunststoff schließen.

Damit die Reparatur in Eigenregie tatsächlich Aussicht auf Erfolg hat, muss man allerdings sehr gründlich und sorgfältig arbeiten, mahnt der Klebstoffhersteller Henkel. Deshalb soll man den Leim nach Angaben des Unternehmens nur auf gut gesäuberte Flächen und nicht zu sparsam auftragen und ihn dann mindestens einen ganzen Tag lang aushärten lassen. Nur dann ist sichergestellt, dass das Dach wieder richtig dicht wird.

Während die Fahrer von Open-Air- Autos mit Stoff- oder Plastikverdeck regelmäßig nach dem Dach schauen und bei Reparaturen findig sein müssen, sind die Besitzer von Cabrios und Roadstern mit versenkbarem Hardtop fein raus. „Aus unserer Serienerfahrung wissen wir, dass versenkbare Hardtops viel stabiler und weniger anfällig sind als klassische Verdecke“, erläutert Peugeot-Sprecher Bernhard Voß. Und wenn doch einmal etwas kaputtgeht, könne man es leichter reparieren: Während ein Stoffverdeck einen Riss bekommt, gibt es beim Hardtop meist nur einen Kratzer, sagt Voß. „Und den bessert eine Werkstatt am Dach genauso leicht aus wie an einem Kotflügel.“ tmn

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