Ford macht den Transit flexibel : Für Leute und andere Lasten

Wenn Ford einen neuen Transit bringt, ist das immer spannend – erst recht, wenn zu den Transportern ein edler Kleinbus stößt. Und der zeigt sich nun ausgesprochen flexibel.

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Feinarbeit. Mit dem Tourneo Custom attackiert Ford den VW Transporter – mit vanartiger Karosserie, Pkw- Komfort, neuen Assistenzsystemen und sparsameren Motoren.
Feinarbeit. Mit dem Tourneo Custom attackiert Ford den VW Transporter – mit vanartiger Karosserie, Pkw- Komfort, neuen...Foto: Hersteller

Transit, das sagt jedem Berliner was. Vom Fahren durch die DDR. Und vom Fahren mit Ford. Beinahe war er so bekannt wie der VW-Bus, der Transporter aus Amerika. Inzwischen hat das Modell zwar viel mehr Konkurrenz als früher, zu den Bestsellern unter den Nutzfahrzeugen zählt er aber noch immer. Geräumig, praktisch und zuverlässig – das sind die Tugenden, die Heizungsbauer, Gemüsehändler und viele andere Selbstständige so schätzen. Aber nicht nur für sie wird es zum Jahresende spannend, weil eine komplett neu entwickelte Generation erscheint – Ford hat sich entschlossen, auch Privatleuten und Personenbeförderern ein zusätzliches Angebot zu machen: Einen Transit, der Tourneo heißt.

Damit legen wir den Finger in die Wunde. Ford macht es Interessenten schwer, durchzublicken. Das liegt einmal in der Natur der Sache, ist aber auch hausgemacht. Sicher, wer bei den Nutzfahrzeugen punkten will, muss mehrere Karosserievarianten, Radstände und Dachhöhen anbieten – die Kölner machen das mit dem „Transit Custom“. Den gibt es als Kastenwagen mit Einzel- oder Doppelkabine, aber auch als Kombi-Personentransporter und als Bus. Letzteren gibt es als kurze und als lange Version; in beiden Fällen aber heißt er nicht „Transit Custom“, sondern „Tourneo Custom“: ein eigener, ähnlich klingender Name in derselben Baureihe.

Neuer Luxus

Zu erklären ist derlei nur mit dem besonderen Ehrgeiz, den Ford in diesen Transit, ähm, Tourneo Custom legt: Mit dem geräumigen Acht- oder Neunsitzer will man den etablierten Shuttles und Großraum-Taxis von Mercedes und Volkswagen endlich Paroli bieten. Dabei helfen sollen zwei serienmäßige Schiebetüren, ein voll verkleideter Innenraum und vor allem das neu entwickelte Gestühl in der zweiten und dritten Reihe. Die Sitze lassen sich einfach zusammenfalten, können einzelnen ausgebaut und dann wieder zu neuen Gruppen arrangiert werden. Offeriert werden zudem allerlei Luxus-Optionen, die Ford einem Nutzfahrzeug nie zuvor spendiert hat; Voll-Lederausstattung, Sonnenrollos und eine separate Klimaanlage für die Mitfahrer sind einige davon.

All das verströmt nicht von ungefähr Pkw-Feeling. Nutzfahrzeuge werden im Design immer progressiver. Bei Ford gilt das vor allem für die Front. Und sie fahren sich zunehmend so komfortabel, so unkompliziert und so flott wie ein normales Auto. Auch das neu gestaltete Cockpit der kompletten Baureihe erinnert rundherum an einen Ford-PKW: Wertig gemacht, gut verarbeitet, aber wie so oft bei Ford fummelig zu bedienen, wenn es ins Detail von Unterhaltung und Assistenzsystemen geht. Chauffeure von Theaterbesuchern oder kleinen Reisegruppen in ihrem Tourneo Custom werden sich darüber vielleicht ein wenig mehr ärgern als die Gärtner und Maler in ihrem Transit Custom. In diesem Lastesel glänzen nämlich einige wirklich gelungene Features: Unter dem Beifahrersitz gibt es eine aufklappbare Öffnung für lange Teile. Den Dachgepäckträger kann man wegklappen. Die hinteren Türen lassen sich beim Beladen arretieren. Und der Boden ist bis auf eine Höhe von zehn Zentimetern als leicht zu reinigende Vinyl-Wanne ausgebildet.

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