Auto : Fordschritt auf ganzer Linie

Schon der erste Kuga hat überzeugt – die zweite Generation sammelt technisch noch mehr Pluspunkte.

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Ein Auto für die Welt? Das gab es schon einmal: Ford scheiterte damals mit dem Scorpio. Doch die Amis haben gelernt, und dieses Mal sollte es wie bereits beim neuen Focus auch hier klappen. Ab sofort kann die zweite Generation des Ford Kuga beim Händler angeschaut und bestellt werden. Und die ist, anders als der Vorgänger, eben ein Weltauto. Design und Technik kommen aus Köln, gebaut wird er als Kuga im spanischen Valencia sowie als Escape in Luisville, US-Bundesstaat Kentucky, und die Motoren stammen aus England.

Die Mischung passt, der Neue ist um eine Klasse besser als der Alte. Einige Millimeter schmaler und niedriger, 81 Millimeter länger, offeriert der 4,52 Meter lange Kuga trotz gleich gebliebenem Radstand von 2,69 Metern spürbar mehr Platz. Er ist so was wie eine hochgelegte Familiekutsche im modischen Offroadlook – mit angenehm hoher Sitzposition und mit ordentlicher Übersicht. Vorn reist man entspannt, in Reihe zwei ist man großzügig untergebracht; und für die Urlaubsfahrt darf viel Gepäck mit (481 bis 1653 Liter).

Fürs Beladen hat Ford eine clevere Lösung gefunden: Die Rücksitze falten sich mit einem einzigen Griff zusammen und geben eine durchgehend ebene Ladefläche frei, die gut zu beladen ist. Wer es noch bequemer möchte, kann für 575 Euro sogar eine sensorgesteuerte, elektrisch öffnende Heckklappe ordern. Ein symbolischer Tritt unter den Heckstoßfänger; und die Klappe schwingt automatisch nach oben. Eine feine Sache.

Dieses Lob gilt auch für das Wichtigste beim Kuga, nämlich das Fahren. Dieser Neue beweist einmal mehr, dass die Ford-Techniker gute Fahrwerke und Motoren zu bauen verstehen. Ohne ungesunde Härte, aber dennoch mit straffer Führung durcheilt der Kuga auch dank seiner exakten Lenkung Kurven so präzise, als wäre er ein Kombi und kein SUV. Das vermögen nur ganz wenige seiner Zunft. Dabei geht es erfreulich leise im großen Innenraum zu; die Geräuschdämmung wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert.

Gleiches gilt für das Motoren- und Getriebegebot. Statt des früheren durstigen Fünfzylinder-Turbos mit 200 PS, den kaum einer haben wollte, dürfen sich Benzinfreunde nun an zwei zeitgemäßen Vierzylinder-EcoBoost-Motoren erfreuen, die den guten Selbstzündern im eigenen Hause heftig Konkurrenz machen werden: Ein 1,6-Liter mit 150 PS, Frontantrieb und Sechsganghandschaltung (ab 24 000 Euro) sowie ein Zweiliter mit 182 PS, Allradantrieb und Sechsgang-Wandlerautomatik (ab 29 250 Euro). Hinzu gesellen sich die zwei bekannten Diesel: Zu ersten mit 140 PS und Frontantrieb (ab 26 500 Euro), zum zweiten mit Allradantrieb und Sechsganghandschaltung (ab 28 500 Euro), zum dritten mit Allradantrieb und Doppelkupplungsautomatik (ab 30 250 Euro). Das Topmodell besitzt einen 163 P starken Diesel, kostet jeweils 1000 Euro mehr als die entsprechende 140-PS-Version.

Wir sind den 150-PS-Benziner mit Frontantrieb gefahren. Er hat uns angenehm überrascht, er dürfte ein Renner werden. Der durchzugsstarke Turbo-Benzindirekteinspritzer kann schaltfaul wie ein Diesel gefahren werden. Ohne Turboloch zieht die Maschine bereits ab 1000 Touren ruckfrei hoch; nur selten muss die Kurbelwelle mehr als 3000 Umdrehungen in der Minute rotieren. Bei Tempo 100 sind es entspannte 2000 Touren. Das schont die Gehörgänge, die Nerven und die Haushaltskasse. Am Schluss zeigt der Bordcomputer statt der versprochenen 6,6 Liter realistischere 7,7 Liter an; für den 1,6-Tonner ein guter Wert.

So empfiehlt sich der Kuga als Familienauto der anderen Art, das sich wie ein Kombi fahren lässt. Er sieht nach Abenteuer aus, zieht in der Allradversion aber auch Hänger oder macht Spaß im Geländ.

Ford Deutschland offeriert den Kuga mit Frontantrieb und dem neuen 150 PS starken EcoBoost-Benziner zum Einführungspreis von 20 990 Euro; inklusive Klimaanlage, Radiosystem, ESP, sechs Airbags. In der Preisliste steht dieses Modell für glatte 24 000 Euro, somit ergibt sich ein Preisvorteil von 3010 Euro. Da dürfte doch ein schöner Extra-Urlaub mit der Familie drin sein. Nur ein kurzes Lockangebot? Nein, auf Extranachfrage wurde uns ausdrücklich bestätigt, dass dieses Einführungsangebot zunächst zeitlich nicht befristet ist.

Für all jene, denen der Kuga doch etwas zu groß geraten ist: Ende dieses Jahres startet der Ecosport. Quasi eine zu heiß gewaschene Ausgabe des Kuga. Nur noch 4,3 Meter lang. Das Auto kommt aus Brasilien. Es dürfte aber auch in Deutschland heimisch werden. Wetten?

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