Auto : Frauenversteher

In diesem Monat löst Audi das A4-Cabriolet ab – unserer Autorin gefällt der offene A5 vor allem mit Stopp-Start-Automatik

Susanne Neumann
274726_0_1c41ae93.jpg

Offenes Autofahren und Vernunft – das ist vermeintlich wie Feuer und Wasser, es passt nicht zusammen. Oder vielleicht doch? Mit einem ebenso raffinierten wie simplen Kniff will Audi zeigen, dass durch Sonne ausgelöste Glücksgefühle und verbrauchsbewusstes Fahren durchaus zeitgleich möglich sind. Das neue A5-Cabriolet präsentiert dem Fahrer, wie viele elektrische Helfer an Bord gerade aktiv sind und welchen Einfluss die auf den aktuellen Benzinverbrauch haben. Schließlich gilt nach wie vor: Strom kostet Sprit.

Klimaanlage und Sitzheizung an, ein wärmender Luftstrom aus den Düsen der erstmals bei Audi lieferbaren Nackenheizung und dann noch die richtige Musik dazu, so wird die Fahrt im Nachfolger des offenen A4 selbst an kühlen Frühlingstagen zu einem Genuss. Wenn, ja wenn da nicht der kleine grüne und stetig wachsende Balken im zentralen Mitteldisplay wäre. Dieses neue, sogenannte Effizienzprogramm misst den Energiehunger der strombetriebenen Zusatzaggregate und somit deren Wirkung auf den Spritverbrauch. Da können schon einmal bis zu einem Liter mehr auf 100 Kilometer zusammenkommen. Um das zu vermeiden, meldet sich das virtuelle „schlechte Gewissen“ gegebenenfalls auch mit Tipps wie „Fenster bei laufender Klimaanlage schließen“. Wird der Rat befolgt, zieht sich der grüne Balken ein klein wenig zurück.

Unterstützt wird das Sparprogramm von einer auffälligen Anzeige für den richtigen Schaltzeitpunkt und einem Stopp-Start-System. Mit dem Durchdrücken des Kupplungspedals startet der zuvor in Ruhestellung gegangene Motor ohne die geringste Verzögerung wieder. Schade – zur Markteinführung in diesem Monat wird vorerst nur der 170 PS starke und kraftvoll durchziehende 2.0 TDI mit Sechsgang-Getriebe derart raffiniert ausgestattet sein. Audi verspricht aber, dass weitere Motoren sukzessive ebenfalls mit der Kombination aus Stopp-Start-System und entsprechender Anzeige im Bordcomputer ausgestattet werden sollen.

Welches Aggregat auch immer unter der Haube arbeitet, das im richtigen Maß sportlich-straff abgestimmte Fahrwerk sorgt stets für bestes Handling des ausgesprochen formschönen offenen A5. Über dem spannt sich im geschlossenen Zustand wie zuvor beim A4 Cabrio wieder eine Haube aus Stoff. Das klassische, dreilagige Softtop reduziert Außengeräusche selbst bei schneller Fahrt auf ein Minimum. Und wem das nicht genügt, dem steht – aufpreispflichtig – ein Akustikverdeck mit einer 15 Millimeter dicken Schaumeinlage zur Verfügung.

Ein Knopfdruck genügt und in gerade einmal 15 Sekunden verschwindet das Dach im Heck. Das Schließen dauert zwei Sekunden länger. So lassen sich selbst kleinste Sonnenlücken genießen. Die Stoffhaube faltet sich dabei erfreulich klein zusammen. Von dem 380 Liter fassenden Gepäckabteil gehen gerade einmal 60 Liter verloren. Eine serienmäßige Durchlade (70 Zentimeter breit, 30 Zentimeter hoch) erlaubt zudem den Transport langer Gegenstände. Bei entsprechendem Platzbedarf genügt ein Hebelzug auf jeder Seite des Laderaumes und die beiden Rücksitzlehnen sind umgeklappt. Dann ergeben sich ein Gesamt-Stauraumvolumen von 750 Litern und eine Ladelänge von 1,76 Metern.

Reichlich Platz wird allen Reisenden geboten. Selbst die Hinterbänkler haben bis auf eine recht steil stehende Rückenlehne keinen Grund zur Klage und können sich von dort aus an der hochwertigen Verarbeitung und der Gestaltung erfreuen.

Erfreulich ist die Serienausstattung des A5-Cabriolets. Alu-Räder, Klimaautomatik, Windschott, CD-Radio und sogar automatische Gurtbringer liefert Audi bereits ab Werk. Die gab es beim Vorgänger, dem A4-Cabrio, nicht mal gegen Aufpreis.

Dass die A4-Modellreihe nicht mehr die Basis für den offenen Mittelklasse-Audi werden würde, war mit der Geburt des A5 beschlossene Sache. Die langgestreckte, fließende Form des zweitürigen Coupés bot den Audi-Designern geradezu ideale Voraussetzungen, eine formschöne Open-Air-Version zu gestalten. Wenn man die aufgrund der raffinierten Technik auch noch vernünftig bewegen kann, steht Glücksgefühlen und Sonnenstrahlen eigentlich nichts mehr im Weg.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben