Fußballfans und Autokorsos : Nicht erlaubt, aber toleriert

Gerade zur Fußball-WM bestimmen Autokorsos das Straßenbild - vorausgesetzt, das Ergebnis stimmt. Meist drückt die Polizei beide Augen zu - Grenzen gibt es trotzdem.

Autokorso: Die richtige Mischung zwischen ausgelassener Feier und Einhalten der Straßenverkehrsordnung muss gefunden werden.
Autokorso: Die richtige Mischung zwischen ausgelassener Feier und Einhalten der Straßenverkehrsordnung muss gefunden werden.Foto: dpa

Große Fußballturniere ohne Autokorsos und Hupkonzerte sind inzwischen fast undenkbar. Auch während der WM in Brasilien werden sie wieder zum Straßenbild gehören. Die Polizei lässt die feiernden Fans in der Regel gewähren, aber diese sollten im eigenen Interesse Übermut vermeiden und gewisse Grundregeln einhalten.

Sind Autokorsos überhaupt erlaubt?

Streng genommen nicht. Der Straßenverkehrsordnung (StVO) zufolge sind unnötiger Lärm und unnützes Hin- und Herfahren beim Benutzen eines Kraftfahrzeugs zu unterlassen. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern geahndet werden. Ab wann die Polizei in WM-Zeiten einschreitet, ist eine andere Frage. Nach eigenen Angaben wird sie auch dieses Mal tolerant auftreten.

Das gilt aber nur, so lange die Dinge nicht aus dem Ruder laufen oder es zu unzumutbaren oder gefährlichen Zwischenfällen kommt. In verschiedenen Bundesländern kündigten die Beamten bereits an, bei Alkohol- oder Drogenfahrten rigoros einzuschreiten. Auch wenn Fans anfangen sollten, während der Fahrt auf Motorhauben oder Autodächer zu klettern, sei die Grenze erreicht.

Was sollten Fans in jedem Fall beachten?

Auch wenn die Polizei normalerweise beide Augen zudrückt, müssen die allgemeinen Verkehrs- und Sicherheitsregeln unbedingt eingehalten werden. Rote Ampeln sollten auch in der größten Siegestrunkenheit beachtet werden. Und der ADAC rät dringend dazu, das Thema Anschnallen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: Von der Gurtpflicht befreit sind Fahrer und Beifahrer nur bei Schrittgeschwindigkeit. Die ist aber schnell erreicht. Darüber wird es außerdem gefährlich.

Derartige Fragen sind nicht zuletzt für Versicherungen von Bedeutung. Kommt es bei einem Autokorso zu einem Unfall mit Verletzten, ist das zwar generell ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Liegt allerdings ein Mitverschulden vor, etwa weil die Beteiligten nicht angeschnallt waren, kann das auch zu Mithaftung führen.

Sind Fan-Accessoires am Auto gestattet?

Nationalflaggen und ähnlicher Fanschmuck ist generell erlaubt - zumindest so lange er die eigene Sicht nicht behindert oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. So ist es etwa untersagt, großformatige Fahnen an langen Stielen aus dem Fenster zu halten. Handelsübliche Accessoires sind in der Regel aber kein Problem.

Allerdings sind Autofahrer auch bei diesen Artikeln für eine sichere Befestigung verantwortlich. Darauf weisen der ADAC und die Versicherer hin. Sie dürfen sich nicht plötzlich lösen und anderen Fahrzeugen auf die Windschutzscheibe fliegen. Die recht beliebten kleinen Plastikfähnchen, die an die Seitenscheiben geklemmt werden, sind nur für die Stadt gedacht. Bei Autobahn- und Landstraßenfahrten sollten sie entfernt werden, da sie bei höherem Tempo abreißen könnten. (afp)

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