Der Audi Q7 als Gebrauchter : Solides Dickschiff

Für die einen ist der Audi Q7 protzig und überdimensionert, für die anderen das SUV schlechthin. Als Gebrauchtwagen aber zeigen sich die Stärken des Riesen: Solide Beständigkeit, wenige Mängel - und ein manchmal vergleichsweise niedriger Mindestpreis.

Solide: Den Audi Q7 gibt es als Gebrauchtwagen schon ab 13 200 Euro.
Solide: Den Audi Q7 gibt es als Gebrauchtwagen schon ab 13 200 Euro.Foto: dpa

Zwei Meter sind erlaubt, der Audi Q7 aber ist mit Außenspiegeln viel breiter: Das SUV aus Ingolstadt dürfte die linke Spur in vielen Autobahnbaustellen streng genommen nicht befahren. Das illustriert ganz gut, wie dieses Auto mehr noch als viele seiner Konkurrenten oft wahrgenommen wird: als protzig und überdimensioniert. Ungeachtet des Trends zu immer kompakteren Geländegängern macht das Audi-SUV aber ein schlagendes Argument für sich geltend, das viele Gebrauchtwagenkäufer überzeugen dürfte: Der Q7 ist - auch das passt zu seinem Auftritt - überwiegend solide.

Kleine Macken in der Untersuchung

Die meisten Fahrzeuge absolvierten die Kfz-Hautuntersuchung (HU) völlig mängelfrei, so der "TÜV Report 2014". Allerdings hat auch der massigste Audi, der in der Höhe sowieso, aber auch in der Länge die Mercedes S-Klasse übertrifft, so seine typischen Macken. Dazu zählen marode Radaufhängungen ab dem fünften Jahr, ab dem sechsten steigt laut dem Report auch die Zahl defekter Lenkgetriebe des über zwei Tonnen schweren Dickschiffs.

Die großen Vier hängen alle ab
Der VW Golf als Verkaufsschlager - statt Leser-Votings braucht es da nur einen Blick auf die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes 2013, um zu erkennen: Der Wolfsburger war auch im letzten Jahr Liebling der deutschen Autokäufer, führte die Statistik mit 244 249 Verkäufen segmentübergreifend mit weitem Abstand an. Auch auf den folgenden Plätzen landen erwartungsgemäß die großen Hersteller.Weitere Bilder anzeigen
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Auffällig sind auf dem Prüfstand auch die recht oft mängelbehafteten Scheinwerfer und Feststellbremsen. Dazu kommt häufiger Ölverlust. Der ADAC notiert: Außer gelegentlichen Batterieproblemen gebe es vereinzelt Störungen im Motormanagement bei bis 2007 gebauten Dieseln.

"Ein sportliches, komfortables und hochleistungsfähiges Freizeit- sowie Businessauto im großen Zuschnitt" - so bewarb Audi den Q7 bei der Markteinführung im Jahr 2006. Und der Hersteller versprach in wesentlichen Punkten nicht zu viel: Das auf mehr als 2000 Liter erweiterbare Ladevolumen ist üppig, bis zu sieben Personen können mitfahren, bestellbar sind viele Luxus-Extras. Im Jahr 2009 überarbeitete Audi den Q7 leicht, es gab einen neuen Kühlergrill und Veränderungen an Stoßfängern und Heckklappe.

Ab 13 200 Euro auf dem Markt

Im stets allradgetriebenen Q7 kommen Sechs-, Acht- und Zwölfzylindermotoren mit bis zu 368 kW/500 PS zum Einsatz: Das Topmodell, der Q7 V12 TDI mit 6,0 Liter großem V12-Diesel, wurde als Neuwagen zwischen 2008 und 2012 angeboten. Ansonsten kommen die Selbstzünder je nach Baujahr und Ausführung auf 150 kW/204 PS bis 250 kW/340 PS. Die Benziner leisten zwischen 200 kW/272 PS und 257 kW/350 PS. Wer ein Hybrid-Modell sucht, wird beim Q7, anders als beim kleinen Bruder Q5, nicht fündig.

Rund 13 200 Euro - so viel kostet ein Audi Q7 auf dem Gebrauchtwagenmarkt laut dem Branchendienst Schwacke mindestens. Zu diesem Preis sollte ein Exemplar des 3.6 FSI quattro tiptronic mit 206 kW/280 PS vom Baujahr 2006 und durchschnittlich 110 800 Kilometern auf dem Tacho zu finden sein.

Wer beim Q7 mit dem 150 kW/204 PS starken Einstiegsdiesel liebäugelt, sollte für ein Fahrzeug von 2010 noch rund 30 600 Euro einplanen (Laufleistung: 84 300 Kilometer). Das Zwölfzylinder-Topmodell schlägt als Q7 V12 TDI DPF quattro tiptronic von 2008 noch mit mindestens um die 49 250 Euro zu Buche (125 000 Kilometer). (dpa)

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