Der Chevrolet Spark aus zweiter Hand : Karlchens älterer Bruder

Klein, aber bezahlbar, amerikanisch, aber aus Korea - Der Chevrolet Spark ist so gar nicht das Modell, das man sich unter der Marke vorstellt. Dennoch war der Kleinwagen das meistverkaufte Modell von Chevrolet bis zu deren Rückzug.

Extravaganter Auftritt: Die Optik des Chevrolet Spark polarisiert, bei der Zuverlässigkeit ist er Mittelmaß.
Extravaganter Auftritt: Die Optik des Chevrolet Spark polarisiert, bei der Zuverlässigkeit ist er Mittelmaß.Foto: dpa

Überbordender Benzindurst, ausladende Abmessungen und V8-Sound aus den Auspufftöpfen - von wegen. Der Spark mag ein Chevrolet sein, doch mit dem Klischee des amerikanischen Straßenkreuzers hat er nichts zu tun. Wie die gesamte Marke, die hier primär Klein- und Kompaktwagen aus koreanischer Produktion verkaufte.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) präsentiert sich der kleine Chevy deutlich besser als noch der Vorgänger Matiz. Achsaufhängung sowie Federn und Dämpfer bieten nur selten Grund zur Beanstandung, fast vorbildlich sind die Bremsen und die Auspuffanlage. Allerdings hadert der „Tüv-Report 2015“ ernsthaft mit der Beleuchtung. Auch die Lenkung macht schon mal Ärger, Motor und Getriebe verlieren häufiger Öl. Insgesamt liegt der Spark etwas unter dem Durchschnitt gleichaltriger Prüflinge.

Chevrolet Spark bietet Mobilität zu überschaubarem Preis

Besser als das Mittelmaß in der Kleinwagenklasse ist die Anfälligkeit für Pannen zu bewerten. Den ADAC-Pannenhelfern begegnen lediglich entladene Batterien, defekte Zündspulen oder feuchte Zündkerzen etwas häufiger. Zudem streiken Abblend- und Fernlicht zuweilen. Rückrufe gab es im Mai 2014 und im Februar 2015. Beim ersten ging es um einen möglichen Fehler am Getriebehalter, von dem aber nur 855 Fahrzeuge des Modelljahres 2013 betroffen waren. Bei der jüngsten Rückrufaktion wurden 38 650 bis 2014 gebaute Exemplare wegen Problemen mit dem Schließmechanismus der Motorhaube in die Werkstatt beordert.

Mobilität zu moderaten Preisen wollte Chevrolet aus dem Hause General Motors hierzulande bieten. Die Überschneidungen zur Schwestermarke Opel waren damit offensichtlich. Insofern wundert es nicht, dass Chevrolet sich bis Ende dieses Jahres fast vollständig vom deutschen Markt zurückzieht, nur die Sportwagen Camaro und Corvette bleiben im Programm. Der Chevrolet Spark ist als Neuwagen ausverkauft, für Gebrauchte verspricht der Hersteller, den Service fortzuführen. Der neue Spark, der nicht mehr in Europa angeboten wird, ist der fast baugleiche Bruder des neuen Opel Karl.

Preise ab 3500 Euro für den Chevrolet Spark

Das Motorenangebot des stets fünftürigen Spark ist denkbar überschaubar. Zwei Motoren gibt es, beide sind Vierzylinder-Benziner. Der kleinere mobilisiert 50 kW/68 PS aus 1,0 Litern Hubraum, der größere kommt immerhin auf 60 kW/82 PS und ist 1,2 Liter klein. Beide sind allerdings als bivalente Ausführungen erhältlich, die wahlweise auch mit Autogas betrieben werden können. Das Elektromodell Chevrolet Spark EV wird in Deutschland nicht angeboten.

Rund 3500 Euro muss man laut Schwacke für einen Chevrolet Spark 1.0 ausgeben, wenn er aus dem Baujahr 2009 stammt und etwa 74 000 Kilometer gelaufen ist. Die besser ausgestattete Variante 1.0 LS aus dem Baujahr 2012 wird für etwa 4700 Euro angeboten (38 000 Kilometer). Deutlich teurer ist der Spark mit Autogasantrieb namens 1.0 Ecologic LS, hier wird ein Auto von 2012 für rund 6550 Euro gehandelt (38 000 Kilometer).

Der „große“ Chevrolet Spark mit 1,2-Liter-Motor kommt immer mit etwas gehobener Ausstattung und kostet laut Schwacke als 1.2 LS+ zum Beispiel 4950 Euro, wenn er von 2010 stammt (62 000 Kilometer). Für den Spark 1.2 LTZ von 2013 werden noch rund 7300 Euro aufgerufen (26 000 Kilometer). Fast genauso viel, nämlich etwa 7150 Euro, kostet der Autogas-Spark 1.2 Ecologic LS+ von 2012 (38 000 Kilometer). (dpa)

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